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Raketenabwehrsystem Abschlussfinanzierung von Meads gesichert

Das Verteidigungsministerium will auf der Basis des Abwehrsystems Meads eine eigene Luftabwehr aufbauen. Der Rüstungskonzern MDBA geht nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung davon aus, dass auch Amerika seinen Beitrag erfüllt.

© dapd Vergrößern Ein auf einen Bundeswehr-LKW montiertes Meads-System

Der Rüstungskonzern MBDA Deutschland ist zuversichtlich, dass die Vereinigten Staaten nun doch ihren Beitrag leisten, um das Raketenabwehrsystem Meads zu Ende zu entwickeln. „Ich gehe heute davon aus, dass unsere amerikanischen Partner ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllen werden und dass es zu einem tri-nationalen Abschluss des laufenden Meads-Vertrags kommt“, sagte Geschäftsführer Thomas Homberg der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.).

Meads ist ein gemeinsames Programm der Vereinigten Staaten, Deutschlands und Italiens. Repräsentantenhaus und Senat hatten sich am Donnerstag auf einen Übergangshaushalt bis Ende September geeinigt, der 380 Millionen Dollar für Meads vorsieht. Das ist geringfügig weniger als die vertraglich zugesagten 401 Millionen Dollar. Es wird damit gerechnet, dass Präsident Obama das Gesetz bis kommenden Mittwoch unterzeichnet, da ansonsten die Bundesbehörden ihre Arbeit einstellen müssten.

Das Raketenabwehrsystem Meads soll nun nach F.A.S.-Informationen im November zum ersten Mal gegen einen ballistischen Flugkörper auf der amerikanischen Anlage White Sands in New Mexico getestet werden.

Serienproduktion könnte 2020 beginnen

Das Bundesverteidigungsministerium hat im Grundsatz entschieden, auf der Basis von Meads eine eigene Luftabwehr aufzubauen, die von 2020 an das System Patriot ersetzen wird. „Deutschland beabsichtigt, die Ergebnisse aus dem Meads-Entwicklungsprogramm zum Aufbau einer zukünftigen Luftverteidigungsarchitektur zu nutzen, wo dies technisch, operationell und wirtschaftlich sinnvoll ist“, bestätigte das Verteidigungsministerium der F.A.S. auf Anfrage. Großes Potential besäßen besonders die Führungs- und Waffeneinsatzsoftware sowie das Multifunktionsradar des Meads-Systems. „Erste Empfehlungen zu möglichen Optionen sollen noch in 2013 erarbeitet werden“, hieß es weiter.

Nach F.A.S.-Informationen sollen für die Jahre 2014 bis 2017 etwa 250 Millionen Euro an Entwicklungskosten in den Haushalt eingestellt werden. Derzeit verhandelt das Ministerium mit Italien, Polen, der Türkei und Frankreich über Kooperationen. Die Serienproduktion des neuen Systems könnte von 2020 an beginnen. Deutschland würde acht bis zehn Systeme beschaffen zu einem Preis von drei bis fünf Milliarden Euro. „Das Waffensystem Patriot erreicht voraussichtlich Mitte der nächsten Dekade, mehr als 30 Jahre nach seiner Indienststellung, die Grenzen der wirtschaftlich vertretbaren Nutzung“, teilte das Verteidigungsministerium der F.A.S. mit.

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Quelle: F.A.S.

 
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Veröffentlicht: 23.03.2013, 11:40 Uhr