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Pussy Riot : Der erschrockene Preis

Wie die Suppenhühner: Den Luther-Preis bekommt jetzt eine Initiative, gegen die niemand protestieren wird, auch kein Protestant.

          Der Reformator Luther und andere Gestalten der Weltgeschichte können sich nicht mehr dagegen wehren, dass Jahrhunderte nach ihren Lebzeiten Preise vergeben werden, die sich mit ihnen schmücken. Die ganze Verantwortung für den Gebrauch großer Namen lastet somit auf der jeweiligen Jury, die sich als Verweserin des abwesenden Namensgebers immer auch ein bisschen in dessen Ruhm sonnt.

          Auf die bevorstehende Verleihung des Luther-Preises „Das unerschrockene Wort“ legte sich jedoch sofort ein Schatten. Grund dafür war der Vorschlag, die russische Punk-Band „Pussy Riot“ auszuzeichnen. Ein mittelprächtiger Muschi-Krawall war die Folge. Ein Theologe übersetzte, Luther folgend, den Namen der Band in aller Deutlichkeit ins Deutsche.

          Und dann gab es da ja auch noch diese Sache mit dem Suppenhuhn. Daraufhin war an eine ernsthafte Diskussion über die nicht uninteressante Frage, ob Luther nicht auch eine Art Punker seiner Zeit gewesen sei, nicht mehr zu denken. Der erschrockene Preis geht jetzt an die Initiative „Keine Bedienung für Nazis“. Dagegen wird niemand protestieren, auch kein Protestant.

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