http://www.faz.net/-gpf-7gj53

Prozess wegen Bestechung? : Glaeseker widerspricht Wulff

  • Aktualisiert am

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff Bild: dpa

Die Rechtsanwälte des früheren Sprechers von Christian Wulff, Olaf Glaeseker, unterstellen dem früheren Bundespräsidenten eine „fehlerhafte Erinnerung“ in seinen Aussagen gegenüber der Staatsanwaltschaft.

          Die Rechtsanwälte des früheren Sprechers von Christian Wulff, Olaf Glaeseker, haben in einem Schriftsatz dargelegt, Wulff habe in seiner Aussage gegenüber den Staatsanwälten eine lückenhafte Erinnerung gezeigt.

          Wulff hatte in seiner Vernehmung angeblich behauptet, er habe nicht gewusst, dass Glaeseker beim Veranstaltungsmanager Manfred Schmidt - den er auch gut kannte - Urlaube verbracht hatte. Nach der Rückkehr Glaesekers aus seinem Urlaub aber habe Wulff diesen gleich zu Beginn - so der 69 Seiten lange Schriftsatz der Berliner Anwälte Guido Frings und Stephan Fink, der der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt - gefragt, wie es denn „bei Manfred“ gewesen sei. Ein anwesender früherer Mitarbeiter der Staatskanzlei könne das bezeugen.

          Zudem habe Glaeseker in Anwesenheit von zwei Zeugen Wulff bei einer Feier in Berlin berichtet, er werde am kommenden Tag in die Ferienwohnung Schmidts in Spanien reisen. Die erste Ehefrau Wulffs war viermal und Wulffs Tochter zweimal gleichzeitig mit dem Ehepaar Glaeseker zu Gast bei Schmidt.

          „Eine fehlerhafte Erinnerung“

          Das Landgericht Hannover wird frühestens in einigen Wochen entscheiden, ob es ein Hauptverfahren gegen Glaeseker eröffnen wird - also vermutlich erst nach seinem Beschluss, ob es gegen Wulff den Prozess eröffnen oder das Verfahren einstellen werde.

          Bei der Anklage gegen Glaeseker geht es darum, ob Urlaubseinladungen eine Gegenleistung gewesen waren für dessen Hilfen bei der Suche nach Sponsoren für zwei „Nord-Süd-Dialoge“ in Hannover oder Freundschaftsgesten, was die Anwälte mit zahlreichen Hinweisen belegen.

          Auch nach der Entlassung Glaesekers - er war in den Jahren Wulffs als niedersächsischer Ministerpräsident wie auch als Bundespräsident dessen engster Vertrauter - haben Glaeseker und Schmidt engen Kontakt gehalten, einander auch in diesem Jahr mehrfach besucht. Wulff habe, so der Schriftsatz, auch mit seiner Aussage, während dessen Urlaube mit Glaeseker „keine Kommunikation“ gehabt zu haben, eine fehlerhafte Erinnerung.

          Weitere Themen

          „Mensch, du musst Merz wählen!“

          Einfluss auf CDU-Delegierte : „Mensch, du musst Merz wählen!“

          Kramp-Karrenbauer, Merz oder Spahn? Die Zeiten, in denen CDU-Wahlen mit zugesteckten Zetteln beeinflusst wurden, sind lange vorbei. Versuche der Einflussnahme von unten gibt es jedoch weiter eine ganze Menge.

          Europa zusammen voranbringen Video-Seite öffnen

          Macron und Merkel : Europa zusammen voranbringen

          Präsident Emmanuel Macron hat bei seiner Rede zum Volkstrauertag die „unerschütterliche“ deutsch-französische Freundschaft beschworen. Angesichts der globalen Herausforderungen forderte er mehr europäische Souveränität. Merkel scheint diesmal mitziehen zu wollen.

          „Raus mit den Invasoren“

          Tumulte in Tijuana : „Raus mit den Invasoren“

          Immer mehr Migranten strömen durch Mittelamerika Richtung Vereinigter Staaten. Doch auch in Mexiko sind viele der Flüchtlinge nicht willkommen. In der Grenzstadt Tiujanas könnten die Proteste bald eskalieren.

          Topmeldungen

          Wartet auf eine Eingebung: Gesundheitsminister Jens Spahn

          Debatte um Migrationspakt : „Jens Spahn hat Panik“

          Abstimmung auf dem Parteitag und möglicherweise eine spätere Unterzeichnung – CDU-Vorsitz-Kandidat Jens Spahn sieht den Migrationspakt skeptisch. Führende Parteifreunde haben eine andere Meinung. Ein Politiker stimmt ihm jedoch zu.

          Tumulte in Tijuana : „Raus mit den Invasoren“

          Immer mehr Migranten strömen durch Mittelamerika Richtung Vereinigter Staaten. Doch auch in Mexiko sind viele der Flüchtlinge nicht willkommen. In der Grenzstadt Tiujanas könnten die Proteste bald eskalieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.