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Münster : Protest gegen AfD-Vertreter auf dem Katholikentag

„Suche Frieden, nicht die AfD“ – Protestplakat auf dem Katholikentag Bild: dpa

Eine Gruppe von AfD-Gegnern hat auf dem Katholikentag die Diskussion mit einem Vertreter der Partei gestört. Doch der Protest ließ sich schnell auflösen.

          Die Veranstaltung auf dem Katholikentag in Münster, an der ein Politiker der AfD teilgenommen hat, ist zu Anfang gestört worden. Mehrere Demonstranten liefen zum Rand der Bühne, entrollten ein Banner mit dem Spruch „Suche Frieden, nicht die AfD“ und skandierten Parolen gegen die Partei. Der Moderator der Veranstaltung bat die Demonstranten nach kurzer Zeit, ruhig wieder der Diskussion zu folgen, oder den Saal zu verlassen. Sie verließen dann den Saal.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Zuvor war ein kurzer Film von Volker Münz, dem religionspolitischen Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, gezeigt worden, in dem er die Bedeutung des Christentums für sich und seine Politik erklärte. Münz sagte dann während der Diskussion mit den religionspolitischen Sprechern der anderen Fraktionen, dass es für ihn eine Störung des Friedens sei, wenn man nicht zu Wort komme. Das Motto des Katholikentags in Münster lautet „Suche Frieden“.

          Buh-Rufe und Applaus

          Auch mehrere Diskutanten auf der Bühne setzten sich konkret mit den Positionen von Münz und der AfD auseinander. Christine Buchholz, religionspolitische Sprecherin der Fraktion der Linken, sagte, es dürfe keine Normalisierung der Positionen der AfD geben. Bettina Jarasch, die religionspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Berliner Abgoerdnetenhaus, fragte Münz, wie abwertende Äußerungen über Muslime zum christlichen Menschenbild, das auch die AfD als eines ihrer Fundamente ansieht, zusammenpassten. Münz entgegnete, natürlich sei das christliche Menschenbild Grundlage der AfD. Auf die Aussage des AfD-Politikers André Poggenburg angesprochen, der in Deutschland lebende Türken als „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“ bezeichnet hatte, sagte Münz, er könne nicht für alle Positionen in seiner Partei den Kopf hinhalten. Man solle die AfD an den Aussagen in ihrem Parteiprogramm messen.

          Wenn Menschen pauschal abgewertet würden, sagte Christian Hirte, religionspolitischer Sprecher der Unions-Fraktion, sei das unchristlich. Mehrmals kam Münz auf die Flüchtlingskrise zu sprechen. Alle übrigen Parteien hätten „Schuld auf sich geladen“. Zu dieser und anderen Aussagen von Münz gab es Buh-Rufe im Publikum, aber auch vereinzelt Applaus. Ein Bündnis hatte vor der Veranstaltung grüne und rote Pappkarten an die Zuhörer der Podiumsdiskussion verteilt, über die Zustimmung und Ablehnung zum Gesagten ausgedrückt werden konnten.

          Obwohl es nur diese eine Veranstaltung mit einem AfD-Politiker auf dem Katholikentag gab, wurde über die Teilnahme sehr kontrovers vorab diskutiert. Vor zwei Jahren, beim vorherigen Katholikentag in Leipzig, war die AfD noch nicht eingeladen worden. Auch bei anderen Veranstaltungen wurde die Frage aufgeworfen, ob die Entscheidung, die AfD dieses Mal zu Wort kommen zu lassen, richtig sei. Bei den Katholikentagsbesuchern wurden dazu immer wieder unterschiedliche Meinungen deutlich.

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