Home
http://www.faz.net/-gpg-7acsb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Digitale Exzellenz

Protest auch in Deutschland Großdemonstration in Köln gegen Erdogan

In Köln haben 30.000 bis 40.000 Menschen gegen die Regierung des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan protestiert. Organisiert wurde die Kundgebung von der Alevitischen Gemeinde Deutschland.

© dpa Vergrößern „Überall ist Taksim“: Vorwiegend türkische Demonstranten in Köln

Etwa 30.000 bis 40.000 Menschen haben am Samstag in Köln gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie „Erdogan, der Wolf im Schafspelz“ oder „Europa weiß, was Sache ist - in Ankara regiert ein Faschist“. Die Kundgebung stand unter dem Motto „Überall ist Taksim“. An der geplanten Bebauung des Gezi-Parks am Taksim-Platz in Istanbul hatten sich die Proteste entzündet.

Organisiert wurde die Kundgebung in Köln von der Alevitischen Gemeinde Deutschland. Die Aleviten - eine liberale islamische Gemeinschaft - haben in den vergangenen Wochen schon mehrfach das harte Vorgehen der türkischen Polizei gegen Demonstranten angeprangert.

Friedlicher Verlauf

Die Kölner Polizei sprach von einem „erfreulich friedlichen Verlauf“ der Kundgebung. Die Demonstranten, die aus ganz Deutschland angereist waren, hielten unter anderem eine Schweigeminute ab „für alle, die ihr Leben für Freiheit und Demokratie geopfert haben“.

Redner aus den Reihen der Alevitischen Gemeinde forderten den Rücktritt Erdogans und sofortige Neuwahlen. Sie warfen der türkischen Regierung massive Menschenrechtsverletzungen vor. Ein Redner zog sogar Vergleiche zur Nazizeit und sagte, „so wie Sophie Scholl gegen Hitler gekämpft“ habe, sei es die Aufgabe der heutigen Generation, sich gegen Erdogan zur Wehr zu setzen. Ein geplanter Demonstrationszug rund um den Kölner Dom wurde nach Polizei-Angaben von den Veranstaltern abgesagt.

Die stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Aydan Özoguz distanzierte sich von Slogans, die Erdogan als Diktator einstuften. Rund 50 Prozent der Türken hätten den Ministerpräsidenten und seine Partei AKP gewählt, sagte sie im Deutschlandradio Kultur. „Am Ende entscheidet natürlich das türkische Volk, ob Erdogan weiter regiert oder nicht.“

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Prügel im Parlament in Ankara Politikverdroschen

Handfeste Debatten über ein Gesetzespaket zur inneren Sicherheit in der Türkei haben schon mehrere Verletzte gefordert. Die Opposition wirft der Regierung vor, einen Polizeistaat zu schaffen. Mehr Von Michael Martens, Istanbul

20.02.2015, 18:01 Uhr | Politik
Köln Dutzende verletzte Polizisten bei Hooligan-Demo

Wasserwerfer, Schlagstöcke und Reizgas: Die Polizei hat am Sonntag mit einem massiven Einsatz auf Ausschreitungen bei einer Hooligan-Kundgebung gegen Salafisten in Köln reagiert. Beamte seien mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden, sagte ein Polizeisprecher. Dagegen sind wir vorgegangen. Ein Einsatzfahrzeug der Polizei wurde von den Demonstranten auf die Seite geworfen. Ersten Angaben zufolge soll es mindestens zehn Verletzte gegeben haben. 17 Personen festgenommen. Mehr

27.10.2014, 07:51 Uhr | Politik
Der Mord an Özgecan Aslan Twittern statt Schweigen

In der Türkei wird eine junge Studentin versucht, zu vergewaltigen und ermordet. Der Fall führt zu landesweiten Protesten: Die Frauen wollen nicht länger über Gewalt und Sexismus schweigen. Mehr Von Andrea Diener

25.02.2015, 18:53 Uhr | Feuilleton
Dresden Zehntausende protestieren gegen Pegida

Zehntausende Menschen sind in Dresden einem Aufruf der sächsischen Landesregierung zur Teilnahme an einer Kundgebung für Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit gefolgt. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Veranstaltung. Mehr

11.01.2015, 10:47 Uhr | Politik
Geheimdienstinformationen IS plant möglicherweise Anschläge auf Botschaften in der Türkei

Der Islamische Staat bereitet offenbar Anschläge auf ausländische Botschaften in der Türkei vor. Das geht aus Geheimdienstberichten an die Regierung hervor. Auch in Europa gebe es Attentatsplanungen. Mehr

19.02.2015, 15:25 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.06.2013, 15:49 Uhr

Panzer gegen Panzer

Von Reinhard Müller

Panzer sind wieder in. Putin nutzt sie zur Annektion. Deshalb braucht Deutschland auch wieder welche. Mehr 30 18