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Promotions-Kommentar : Ein echtes Hindernis

Bei allen großen Plagiatsfällen der vergangenen Jahre haben sich die Universitäten zu Unrecht aus der Affäre gezogen. Dabei machen auch sie häufig Fehler bei Promotionen. Unter einer Regelung leidet die Qualität ganz besonders.

          Es wird höchste Zeit, dass die inzwischen in Verruf geratene Promotionspraxis der Universitäten nicht ungebremst fortbesteht. Die Akademien tun gut daran, die Universitäten mit ihrem berechtigten Promotionsmonopol bei ihrer Verantwortung als Institution zu packen. Bei allen großen Plagiatsfällen haben sie sich nämlich aus der Affäre gezogen, indem sie dem plagiierenden Kandidaten allein die Schuld in die Schuhe schoben. Das war bei Guttenberg, Schavan und bei vielen anderen weniger Prominenten so. Häufig aber gab es Fehler bei der Betreuung und im gesamten Promotionsprozess.

          Die Wissenschaftsakademien haben in einer detaillierten Analyse auf die Schwachstellen gegenwärtiger Promotionspraxis hingewiesen. Nicht jede Promotionsordnung in Deutschland entspricht dem Grundsatz, wirklich Neues, Weiterführendes in einer Promotion zu erarbeiten. Umso wichtiger ist die Forderung, einen externen Zweitgutachter gleichrangig zu beteiligen. Denn in einer Fakultät oder einem Institut hackt gewöhnlich keine Krähe der anderen ein Auge aus. Das ist ein echtes Qualitätshindernis.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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          Quelle: F.A.Z.

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