http://www.faz.net/-gpf-9dvoy

„Pro Chemnitz“-Gründer : Mit Ungarn mehr gemein als mit „diesen Wessis“

Martin Kohlmann von „Pro Chemnitz“ spricht bei einer Demonstration vor dem Stadion des Chemnitzer FC. Bild: dpa

Im Stadion des Chemnitzer FC soll das „Bürgergespräch“ eigentlich zu gemeinsamen Lösungen führen. Doch vor dem Stadion wirbt Martin Kohlmann für mehr Zwiespalt: Mit „Wessis“ habe man nichts gemein. Dafür aber sehr viel mit anderen Staaten.

          Der Gründer der rechtsgerichteten Organisation „Pro Chemnitz“, Martin Kohlmann, hat während einer Demonstration am Donnerstagabend mehr Autonomie für Sachsen und eine Annäherung an die Visegrád-Staaten Polen, Ungarn und Tschechische Republik verlangt. Diese Staaten weigern sich, trotz anders lautender Beschlüsse der EU Flüchtlinge aus Nahost und Afrika aufzunehmen. Polen und Ungarn werden von nationalkonservativen Regierungen geführt.

          Konrad Schuller

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Vor etwa 900 Demonstranten, die in Chemnitz gegen einen Besuch des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) protestierten, rief Kohlmann die Frage ins Mikrophon, ob „wir“ mit Polen, Ungarn und Tschechen nicht mehr gemein hätten, als „mit diesen Wessis“. Es sei für ihn beispielsweise „ein Unterschied wie Tag und Nacht“, ob er mit russischen, polnischen und tschechischen Journalisten rede, oder mit westdeutschen.

          Der F.A.Z. sagte Kohlmann wenig später, Sachsen habe mit den Visegrád-Staaten „mehr gemein, als mit der westlichen Bundesrepublik“. Deshalb solle man heute „zumindest über Autonomie“ für einzelne Bundesländer reden. Man müsse „hier mehr Dinge selbst entscheiden“ können. „Wenn ein ungarischer Ministerpräsident sagt „wir wollen das nicht“, dann sollte das ein sächsischer Ministerpräsident auch sagen können“.

          Weitere Themen

          Diesel-Fahrverbot in Frankfurt wird zu verhindern sein Video-Seite öffnen

          Merkel ist überzeugt : Diesel-Fahrverbot in Frankfurt wird zu verhindern sein

          Das vom Gericht verhängte Fahrverbot gilt als sensibles Wahlkampfthema, vor allem für Zehntausende Pendler und Diesel-Besitzer im Großraum Frankfurt. Mit der tatsächlichen Umsetzung des Verbots für die Mainmetropole rechnet die Bundeskanzlerin jedoch nicht.

          Hoffnungsträger der Demokraten in Texas Video-Seite öffnen

          Beto O’Rourke : Hoffnungsträger der Demokraten in Texas

          Die Republikaner sind alarmiert: Der Senatssitz des republikanischen Ex-Präsidentschaftsbewerbers Ted Cruz aus Texas wackelt. Sein Rivale Beto O'Rourke spricht sich gegen die strikte Flüchtlingspolitik Trumps aus und erntet Zuspruch.

          Topmeldungen

          FAZ Plus Artikel: Queerer Jugendtrend : Hier sind die Twinks!

          Die „New York Times“ schrieb von einem „Zeitalter des Twinks“: Wie aus einem schwulen Pornogenre ein neues Männerbild an die Öffentlichkeit tritt, das auch von Popkultur und Mode erfolgreich bedient wird.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.