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Politische Geschäftsführerin Katharina Nocun ist das neue Gesicht der Piraten

Die Studentin Katharina Nocun ist neue politische Geschäftsführerin der Piraten. Der Parteitag in Neumarkt wählte sie zur Nachfolgerin von Johannes Ponader. Der Spitzenkandidat der bayerischen Piraten, Kramm, warnte davor, seine Partei zu früh abzuschreiben.

© AFP Vergrößern Nachfolgerin von Johannes Ponader als politische Geschäftsführerin der Piraten: Katharina Nocun

Die Piraten haben eine neue politische Geschäftsführerin: Die etwa 1000 Teilnehmer des Parteitags in Neumarkt in der Oberpfalz wählten die Online-Redakteurin und Wirtschaftsinformatik-Studentin Katharina Nocun aus Osnabrück am Freitag mit 81,7 Prozent der Stimmen zur Nachfolgerin des umstrittenen Johannes Ponader. Nocun erhielt 796 von 974  gültigen Stimmen und lag damit weit vor ihren drei Gegenkandidaten.

Die seit früher Kindheit in Niedersachsen aufgewachsene Polin  zeigte sich in ihren kurzen Dankesworten kämpferisch: „Wir haben es  verdient, dass unsere Themen wieder nach vorne kommen, weil sie so  lange mit Füßen getreten wurden“, sagte sie unter dem Jubel der  Piraten. In ihrer Bewerbungsrede hatte sie gefordert, die Partei  müsse wieder als Team vorangehen „und verdammt noch mal die anderen  vor uns hertreiben“.

Nocun ist erst seit März vergangenen Jahres Mitglied der Piraten,  sie kandidiert in Niedersachsen auf Platz zwei der Liste für den  Bundestag. Sie versicherte dem Parteitag, „mit voller Kraft in den  Wahlkampf zu gehen“.

Kramm: Nicht zu früh abschreiben

Der Spitzenkandidat der Piraten in Bayern, Bruno Gert Kramm, forderte seine Partei unterdessen auf, geschlossen in den Wahlkampf zu ziehen. Das Misstrauen gegen die eigenen Amtsträger müsse ein Ende finden, sagte Kramm in seiner Eröffnungsrede. Stattdessen müssten die Piraten Vertrauen zurückgewinnen für ihren Plan eines „systemischen Neustarts“.

Bundesparteitag Piratenpartei in Neumarkt © dpa Vergrößern Der Bundesparteitag hat begonnen: Piraten im bayerischen Neumarkt

Kramm warnte davor, die Piraten zu früh abzuschreiben. „Wir Piraten sind gekommen, um zu bleiben und zu gestalten.“ Kramm attackierte die politische Konkurrenz scharf. Er äußerte, die Verwandtenaffäre in Bayern offenbare die Abgründe des Demokratieverständnisses der betroffenen Parteien. Ständig präsentierten die Volksparteien „die Ignoranz und Borniertheit eines veralteten Politikverständnisses“. Er äußerte zudem, die Regierung drucke nur noch „Etiketten mit Haltbarkeitsdatum bis zum Wahltag, für Ideen, die bereits letztes Jahrtausend abgelaufen sind“. Das müsse aufhören. Er fügte an: „Hier wird unsere Politik zur Notwehr.“

Auf ihrem Parteitag in Neumarkt will sich die Piratenpartei an diesem Wochenende ein Wahlprogramm geben. Schwerpunkte sollen dabei Bürgerrechte im Internet, Transparenz und Demokratie sein. Aber auch über Innen-, Rechts- und Außenpolitik soll diskutiert werden. Die Piratenpartei befindet sich in einer prekären Lage. Nach Monaten der Personalquerelen und öffentlicher gegenseitiger Anfeindungen von Piraten hat sie in Umfragen lange schon nicht mehr die Fünfprozenthürde überspringen können.

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Bereits am Freitagabend trat der Politische Geschäftsführer Johannes Ponader zurück. Er stand zuletzt immer wieder im Zentrum der Kritik. Ponader galt im Vorstand als isoliert, sein Verhältnis zum Bundesvorsitzenden Bernd Schlömer als belastet. Er hatte das Amt seit April 2012 inne. Ein Nachfolger Ponaders sollte noch am Abend gewählt werden. Ebenso am Abend wollte die Partei nach einer langwierigen internen Diskussion darüber entscheiden, ob sie eine Internet-Plattform schaffen soll, um eine andauernde Beteiligung der Mitglieder und Entscheidungsfindung auch zwischen den Parteitagen zu ermöglichen. Hierzu gab es zahlreiche Anträge. Am Freitag waren etwa 800 Piraten auf dem Parteitag anwesend, ein Delegiertensystem gibt es nicht.

Quelle: mawy./FAZ.NET

 
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