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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Politische Gastgeschenke Von wegen geschenkt

 ·  Im Ausland erhalten Minister die erstaunlichsten Geschenke: Pferde, Mickey-Maus-Uhren, Porzellan. In Deutschland zieht diese Gastfreundschaft erhebliche Bürokratie nach sich. Auch und besonders, wenn ein Mitbringsel gar kein offizielles Gastgeschenk ist - wie Niebels Teppich.

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Klaus D. Wolf
Klaus D. Wolf (LaoK) - 15.06.2012 08:15 Uhr

Ein Teppich, ein Minister und Geiz ist geil

Für mich war die "Teppich-Affaire" von Minister Niebel geplant. Jeder, der schon einmal geflogen ist, weiß, wieviel Freigepäck er mitnehmen darf (steht auf der Ticket-Bestätigung). Und er weiß, dass er für Übergepäck zahlen muss. Wenn ich mir nun im Ausland ein "Souvenier" von 30 Kg kaufe, weiß ich auch, wie ich das zurück transportiere. Entweder als Fracht oder im Flieger als Übergepäck. Dafür muss ich zahlen. Auch weiß ich, dass ich diese Ware bei Ankunft beim Zoll anmelden (Einfuhrzoll oder nicht) muss. Aber das wollte der Minister nicht. Er wollte die Zahlung für das Übergepäck und den Einfuhrzoll sparen. Und so läßt man den Teppich auf dem "Dienstweg" einführen und am Zoll vorbei vom Fahrdienst in die eigene Wohnung bringen. Ging leider schief und nun stellt sich dieser Herr Minister als unwissend, vergesslich und schlecht organisiert dar. Mit dieser Einstellung ist er aber als Minister denkbar ungeeignet. Hier hilft nur sofortiger Abtritt. Geiz ist nicht immer geil...

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Christian Wolff

Bigotterie

wenn man einige Kommentare liest: Erstaunlich, wie der deutsche Michel auch bei Lappalien auf der Einhaltung der Zollregeln besteht. Dabei ist er noch nicht dazu gekommen, die unverzollte Wodkaflasche aus dem Urlaubskoffer zu packen. Ich plädiere für ein strengstes Bigotterieverbot, alternativ dazu für penible stasimäßige Charakterprüfung vor Auslandsreisen aller Art. Kaum zu glauben, dass ein Minister einen Teppich noch nicht verzollt hat und diesen bzw. meine unfreiwillige Subvention auch noch mit Füßen tritt. So verarmen wir alle ! ;-)

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Ulrich Gröschel

BND transportiert Teppich

Der Teppich wurde in der BND Maschine mitgenommen, weil es im Flugzeug des Ministers nicht möglich war. Der BND war nur Transporteur und es ist nicht seine Aufgabe für andere etwas zu verzollen. Deshalb ist der BND Chef auch nicht getäuscht worden. Bei der Ankunft hätte der Empfänger, also Herr Niebel, z.B. einen Flughafenspediteur mit der Verzollung beauftragen müssten. Wahrscheinlich hat er das verschlampt oder er wollte bewusst die Zollkosten sparen, was ich bei der Höhe von 200 Euro für nicht glaube. Es wäre sehr naiv vom Minister gewesen anzunehmen solch eine Sache wie der Teppichkauf würde nicht in die Öffentlichkeit gelangen.

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Karl-Heinz Voelmle

Bitte immer auf dem Teppich bleiben ...

dies gilt verschärft, wenn es sich um einen fliegenden Teppich handelt.
Herr Minister Niebel hat seinen Fehler eingestanden und wird sicherlich für die entstandenen Schäden aufkommen. Da gab es schon ganz andere - die sich keines Fehlers bewusst waren oder sich erst gar nicht mehr erinnern konnten etc.

Bitte bleiben Sie auf dem Teppich und beschäftigen Sie sich mit den wichtigen Themen.

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Peter Hoch
Peter Hoch (luxor) - 12.06.2012 21:17 Uhr

Wer soll Deutschland ernst nehmen, wenn sich als Gegenleistung für die Geldgeschenke

der Beschenkte demütigen lassen muß. Das dürfte insbesondere in der Dritten Welt schlecht ankommen.

Diesen gespielten Witz am besten den Chinesen erzählen, die lachen sich doch nur noch über westliche Diplomaten schlapp. Schicken ihre Soldaten ins Feuer und der chinesische Drache macht anschließend die lukrativen Verträge (Afghanistan), weil er sich nicht in die inneren Anlegenheiten einmischt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.06.2012 10:18 Uhr
Maja Langfelder

Ironisch gemeinte Gastgeschenke???

Ich musste auch schlucken, als ich das mit den ironisch gemeinten Gastgeschenken las. Was soll der Blödsinn? Dafür muss man nicht in ein Land reisen; die Kommunikationsgrundlage ist doch völlig zerstört. Rausgeschmissenes Geld.

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Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 12.06.2012 20:50 Uhr

Bauernopfer

Die Mrd. werden wo anders Versenkt.
.
Natürlich muss man dafür sorgen dass auch Politiker sich korrekt verhalten und entsprechend ihrer Verfehlungen unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit getadelt werden.

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Hermann Eichhorn

Weg mit dem Mann, nur weg. Eine Person zum fremdschämen.

Weg mit dem Mann, nur weg. Eine Person zum fremdschämen. Er fällt nur auf mit Murks.

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Rolf Joachim Siegen

Kumpaneihaftes Dreieck zwischen Auswaertigen Amt,

einem Bundesministerium und dem Bundesnachrichtendienst.
Die deutsche Botschaft Kabul ist Bundesminister Niebel bei dem Geschaeftskontakt behilflich, der zum Ankauf des Teppichs fuehrte (das Auswaertige Amt als Bazar), der BND tut das seine durch Transport des guten Stuecks. Ein stimmiges System von kleinen Gefaelligkeiten auf prominenter Ebene. Was gute Beziehungen alles ausmachen!

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Karl S. Walter

Kein Affentheater, Herr Kraatz - 12.06.2012 18:17 Uhr

Es ist nicht nur der geizgeile Schnäppchenteppichschmuggel, der abstößt. Es ist besonders die Idee, die dem innewohnt. Regeln und Gesetze gelten halt nur für den gemeinenen Pöbel, nicht für elitäre Blankeneser Niebler. Man ist halt was Besseres oder hält sich dafür.

Niebel wurde mit der Hand in der Keksdose erwischt. Es gab mal eine Bundesrepublik, in der man nach solchem Missgriff aus eigenem Entschluss seinen Hut nahm. Heutzutage muss man solche Integritätsversager aus dem Amt zwingen. Tut man es nicht, sind morgen noch zig weitere Gierpfoten am Keksvorrat.

Wie - wir haben doch ganz andere Sorgen? Gewiss. Wir haben die, weil wir zu viele Politiker mit Niebels abgehobener, bürgerferner Einstellung zu lange geduldet haben. Auch Sozis wie Biber Beck oder Grüne wie der ehrliche Cem, von der Christenbande ganz zu schweigen. Weg mit Schaden.

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Ernst-Markfried Kraatz

Ein lächerliches Affentheater

um ein Stückchen Teppich, als hätten wir keine anderen Sorgen. Niebel hat Pech, daß er kein Sozi oder Grüner ist.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.06.2012 18:42 Uhr
Klaus Hoffmann
Klaus Hoffmann (kasso) - 12.06.2012 18:42 Uhr

Gelb-schwarze Brille

Wenn es so einfach wäre! Einfach nur durch die gelb-schwarze Brille gucken.
Ist es aber nicht.
Das Verhalten des - immerhin - Bundesministers ist symptomatisch für die Denkweise der Politikerkaste. Ein Achselzucken, und die Sache ist erledigt?
Den fälligen Zoll und die Einfuhrumstzsteuer soll der Herr ja inzwischen ja beglichen haben - vor oder nach Eröffnung zollamtlicher Ermittlungen infolge der Spiegel-Veröffentlichung? Hat er auch die Transportkosten - erhöhter Kerosinverbrauch - und die Kosten der Abhol(dienst??)fahrt Flughafen-Wohnung bezahlt?
Ja, es handelt sich um Peanuts, aber, wie gesagt, um symptomtische Peanuts. Und deshalb von öffentlichem Interesse.

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Jahrgang 1962, politischer Korrespondent in Berlin.

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