28.01.2013 · Wer übernimmt eigentlich die Deutungen von wem: Publizisten von Politikern oder Politiker von Publizisten? Das ist kaum zu sagen. Die beiden Sphären sind verschmolzen.
Von Volker ZastrowRichtlinien für Lesermeinungen
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ziemlich Jacke wie Hose, ob es nun eine (versteckte oder offene) Kampagne von CDU und/oder FDP gegeben hat, oder die Wähler unbeeinflußt, aber mit strategischer Voraussicht für die FDP gestimmt haben. Was sich kaum von der Hand weisen läßt, ist, dass ein Großteil der frisch gewonnenen Wähler der FDP strategisch wählende CDU-Anhänger sind. Und dann kann man sich natürlich schon fragen, welchen Status die FDP eigentlich noch unter den Wählern hat, wenn sie solche Hilfe braucht, und wie ihre Ergebnisse den aussehen würden, gäbe es in Deutschland keine Fünf-Prozent-Hürde
Die Deutungshoheit einer Nachricht bringt deren Inhalt. Ein Kommentar dazu - warum nicht. Der Mix aus beidem - welcher leider auch hier immer mehr überhand nimmt - vermittelt maximal die Bedeutungskompetenz des journalistischen Personals. Aber nicht der zugrundeliegenden Tatsachen.
Der aufmerksame Beobachter konnte schon seit Jahren die gegenseitige Befruchtung von Publizistik und Politik sehen. Spätestens seit der publizistisch affirmativ begleiteten Amtsführung Joseph Fischers (Visa-Affäre, Polizistenprügler), dem publizistischen Übergehen Cohn-Bendits 'Der große Basar' trotz der Pädophilie-Kampagne gegen die kath. Kirche oder tendenziösen Berichterstattung über S21 zeigen, daß hier keine kontrollierende, sondern eine manipulative, ja themensetzende Publizistik agiert. Es gibt keine klare Trennung zwischen Berichterstattung und Kommentar. Wie aber kann ein Journalist objektiv berichten, wenn er auch dezidiert seine Meinung kundtut? Sind Journalisten schizophren? Die zwangsgebührenfinanzierte grüne Hofberichterstattung im Deutschlandfunk zeigt, sie sind es nicht! Guter Journalismus ist diese voreingenommene Publizistik nicht - viele sehen es, sie trauen sich aber nicht es auszusprechen, sie wollen nicht als unfähig dastehen, weil von den Medien zerrissen.
Es wird also nicht informiert sondern manipuliert.
Es wird nicht objektiv sondern abhängig geschrieben.
Aber soll man nun denken, dies wäre ein zufälliger Prozess?
Der eine nimmt vom anderen bis alles der gleiche braune Brei ist?
Nein!
Es gibt Nachrichtenargenturen, von denen alle Abschreiben.
Seien Sie wenigstens so fair und geben Sie zu das der deutsche
Jornalismus nicht dazu in der Lage ist eine GEZ Gebühr für
eine breite Nachrichtenversorgung einzufordern.
Seien Sie doch bitte so nett und weisen Sie darauf hin das es dieses
Schmutzblatt gibt mit dem Agitatorenverlag, welches alles auf den Kopf
stellt und Politik -macht-, statt darüber zu berichten.
Es ist sehr schön, wenn zumindest einer den Mut findet sich zu outen.
Es ist positiv das wenigstens einer die Gleichschaltung der
Informationsebenen thematisiert.
Es ist klasse, wenn so ein Artikel in der FAZ online auch erscheint.
Aber wenn Ihr schon einen Hauch von Aufräumen zeigt, dann nennt
Ross und Reiter.
Man kann die beiden "verschmolzenen Sphären"
deshalb unter einem Begriff zusammenfassen:
Volksverdummungsindustrie
Das Internet gibt Hinweise, wie Publizisten "ganz beiläufig" zum Werkzeug von Politik werden
In einem FAZ-Interview ("Ohne Krise bewegt sich nichts" ,
22.12.2012) bekannte Schäuble beiläufig, die englische Sprache
nur unvollkommen zu beherrschen.
Es schien ein zufälliger, entspannter Schlenker zu sein, in einem
ansonsten ernsten Gespräch ... wäre da nicht die Suchmaschine Google.
Gab man dort die drei Suchbegriffe "Schäuble"
"schlecht" und "Englisch" ein, wurde ein
kalkuliertes Vorgehen sichtbar. Mehr als ein dutzend Zeitungen tischten
gleichgerichtet das "beiläufige Eingeständnis" auf.
Offenbar war dem oft harsch agierenden Schäuble eine
"Imagepolitur" auferlegt worden:
Das menschelnde Eingestehen einer kleinen Schwäche, um
Volksnähe herzustellen. So wie Schäuble bei Beckmann (ZDF)
betont schwäbelt: Auftrag "Nestwärme".
So erfreut sich der nette Schäuble (und reale
ESM-Volksentmündiger) solider Rankingwerte bei einem Volk, das zwar
Kreuze machen darf, aber längst keine Wahl mehr hat.
Während die "4. Gewalt" wedelnd auf das Werfen neuer
PR-Stöckchen wartet.
Ist der NICHT-Wähler intelligenter als der Wähler?
Gibt es nicht oftmals viel Wichtigeres zu tun,
als zur Wahl zu gehen
--- z.B. Kartoffeln-anzupflanzen oder
sich einen Dick und Doof – Film anzusehen?
Zumal wir hier in Deutschland in letzter Zeit
--- in essentiellen Fragen für unser Land ---
nur eine kleine Oppositions-Partei erleben durften
und insofern von einem öden Meinungsbrei im PARLAMENT
gesprochen werden kann.
Politik und Medien bilden ein politkorrektes Gesamtsystem, so dass die Medien ihre Kontrollfunktion nicht mehr erfüllen. Nach eigenem Selbstverständnis sind Journalisten "Erzieher", nicht mehr neutrale Informanten. Damit das System so bleibt, will die EU die freie Meinung auch auf Ebene von Blogs einschränken. Das wäre das Ende der freien Gesellschaft!
Ob es eine Kampagne war, kann man anzweifeln. Okay. Aber wenn man Erst- und Zweitstimmenabgabe vergleicht, stellt man fest, dass der Zweitstimmenanteil für die FDP überproportional hoch war; teilweise bis zu 10%, selten unter 7% (im Vergleich zu den Erstimmen für die FDP).
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.01.2013 22:01 UhrVergleicht man...
die Erststimmen von CDU und FDP mit den Zweitstimmen der beiden Parteien sind die Summen fast identisch. Der FDP-Zweitstimmenanteil ist um 7-10% Prozentpunkte höher als deren Erststimmenanteil. Die Wanderung ging von der CDU-Erststimme zur FDP-Zweitstimme. Ob mit Kampagne oder ohne.
Gemessen an was?
Überproportional hoch gemessen an dem, was Sie meinen, dass die FDP hätten erhalten müssen?
Um es auf den Punkt zu bringen:
In der Politik wird der erfolgreich, der das dümmste Geschwafel in
intelligent klingende Mäntel hüllen kann und es mithin
schafft, dass dieses Geschwätz als ultimative Weisheit seitens der
Medien ans blöde Volk transportiert wird.
Oder kurz: die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln!
Volker Zastrow Jahrgang 1958, verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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