http://www.faz.net/-gpf-74adp

Plagiatsvorwurf : Schavan wehrt sich

Stellungnahme in eigener Sache: Bundesbildungsministerin Annette Schavan Bild: dapd

Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) hat offenbar eine umfassende schriftliche Stellungnahme bei der Universität Düsseldorf eingereicht. Darin wehrt sie sich abermals gegen den Vorwurf, in ihrer Dissertation abgeschrieben zu haben.

          In der Auseinandersetzung um ihre Doktorarbeit hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) offenbar eine umfassende schriftliche Stellungnahme bei der Universität Düsseldorf eingereicht. Nach Informationen der „Rheinischen Post“ wehrt sie sich darin abermals gegen den Vorwurf, in ihrer 1980 verfassten Dissertation abgeschrieben zu haben. In der Anfang der vergangenen Woche eingereichten Stellungnahme gebe sie außerdem darüber Auskunft, wie sie ihre Arbeit vor 22 Jahren angefertigt habe, berichtet die Zeitung. An der Abfassung der Stellungnahme sollen Juristen und Wissenschaftler beteiligt gewesen sein.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Die Zeitung beruft sich auf Quellen im Umfeld der Ministerin. Weder die Ministerin selbst noch ihr Ministeriumssprecher wollten dazu Stellung nehmen oder den Bericht bestätigen. Die Universität Düsseldorf darf keine Auskunft mehr geben, weil Frau Schavans Anwälte ihr alle öffentlichen Äußerungen zum laufenden Verfahren untersagt hatten.

          Universität prüft noch

          Seit Mai wird ihre Dissertation „Person und Gewissen“ vom Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf überprüft. Er wird eine Stellungnahme für den Fakultätsrat formulieren, der dann über den Entzug oder Verbleib des Doktortitels zu entscheiden hat. Mitte Oktober war ein erstes vertrauliches Gutachten durch eine Indiskretion an die Öffentlichkeit gelangt, in dem der beauftragte Gutachter, der Düsseldorfer Judaist Stefan Rohrbacher, Frau Schavan zahlreiche Zitierfehler und eine Täuschungsabsicht vorwirft. Seither streiten sich vor allem Geistes- und Sozialwissenschaftler über die Standards ihrer wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten.

          Nach heftiger öffentlicher Kritik erstattete die Universität Düsseldorf Strafanzeige gegen Unbekannt. Noch hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf nicht über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen des vorzeitigen Bekanntwerdens des vertraulichen Gutachtens entschieden. Die Hochschule sei mit Schreiben vom 19. Oktober um weitere Angaben gebeten worden, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. Unter anderem solle die Universität die Namen aller Personen benennen, die Kenntnis von dem Gutachten hatten.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Ehrenrunde sorgt für Diskussionen Video-Seite öffnen

          Air-Berlin-Flug : Ehrenrunde sorgt für Diskussionen

          Ein Manöver am Flughafen Düsseldorf am Montag könnte einem Air-Berlin-Piloten vielleicht noch Ärger einbringen. Auf seinem letzten Langstrecken Flug von Miami nach Düsseldorf zieht der Flugkapitän statt zu landen hoch und saust noch einmal am Tower vorbei. Das Luftfahrtbundesamt forderte Air Berlin auf, Stellung zu dem Vorfall zu nehmen.

          Topmeldungen

          F.A.Z. exklusiv : Forcadell: Europa kann nicht mehr wegsehen!

          Die Präsidentin des katalanischen Parlaments kritisiert die Untätigkeit der EU im Katalonien-Konflikt. Diese ignoriere eine „offensichtliche Verletzung von Grundrechten in einem ihrer Mitgliedstaaten“, schreibt Carme Forcadell in einem Gastbeitrag für die F.A.Z. In Spanien gebe es wieder politische Gefangene.
          Am 20. März 2012 herrschten an der Ozar-Hatorah-Schule in Toulouse Trauer und Fassungslosigkeit. An diesem Tag wurden die Leichen von drei Schülerinnen und eines Lehrers überführt, die der Islamist Mohamed Merah mit Kopfschüssen ermordet hatte. Ihre letzte Ruhe fanden die Opfer in Israel. In Frankreich scheint das vergessen.

          Judenhass in Frankreich : Die Täter machen es wie die Nazis

          Verbrechen an Juden werden totgeschwiegen – und in der Banlieue grassiert der islamische Antisemitismus: Die feministische Philosophin Elisabeth Badinter klagt Frankreichs Medien und Politik an.
          Turbinenherstellung von Siemens in Berlin.

          F.A.Z. exklusiv : Siemens schließt Standorte in größter Konzernsparte

          Die Nachfrage nach Kraftwerken ist wegen der Energiewende fast um die Hälfte gesunken. Siemens hat dafür zu viele Werke und muss mit drastischen Maßnahmen reagieren. Tausende Stellen sind betroffen.

          Streit bei den Republikanern : Bannons Krieg gegen die eigene Partei

          Trumps ehemaliger Chefstratege Bannon nimmt dessen Versprechen, in Washington „den Sumpf trockenzulegen“, ernst. Dafür will er moderate Republikaner aus dem Kongress werfen und durch Ultrarechte ersetzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.