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Plagiatsaffäre : Schavans Gewissen

  • -Aktualisiert am

Annette Schavans Gegenklage ist abgewiesen worden. Wenn sie ein reines Gewissen hat, wird sie das verwinden können.

          Bei dem Rechtsstreit über die Dissertation von Annette Schavan ging es der ehemaligen Bildungsministerin um ihre Ehre – die Aberkennung des Doktortitels ändert nichts an ihrer politischen Lebensleistung, die allgemein anerkannt wird. Dass ihre Doktorarbeit unzureichend war, ergibt sich schon aus dem anspruchsvollen Thema, das im Grunde die Summe eines Gelehrten- und Forscherlebens sein müsste.

          Kein Plagiatjäger hat aber den Vorwurf erhoben, ihre Arbeit sei – wie die zu Guttenbergs oder anderer – schlicht aus Zitaten anderer Autoren zusammengeschustert. Dass manches schlampig ausgefallen ist, hat auch mit Arbeitsbedingungen früherer Jahre zu tun: Da wurde handschriftlich exzerpiert, auf der Schreibmaschine getippt, mit Klebestift und Schere gearbeitet – im Computer-Zeitalter nahezu unvorstellbar.

          Es ist die Beschuldigung, sie habe vorsätzlich getäuscht, die Frau Schavan als Entehrung empfindet – ein Vorwurf, der übrigens letztlich nicht nachzuweisen ist. Ihre Gegenklage ist dennoch abgewiesen worden. Wenn sie ein reines Gewissen hat, wird sie das verwinden können.

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