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Pläne der Bundesregierung Roboter sollen vor Terror schützen

18.12.2006 ·  Die Bundesregierung will nach Informationen der F.A.Z. bis 2010 für 123 Millionen Euro neue Technologien zum Schutz der Bevölkerung vor Terrorismus entwickeln lassen - darunter Überwachungsroboter und Detektoren für auffälliges Verhalten.

Von Christian Schwägerl
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Die Bundesregierung will bis 2010 für 123 Millionen Euro neue Technologien zum Schutz der Bevölkerung vor Terrorismus entwickeln lassen, darunter Überwachungsroboter, Detektoren für auffälliges Verhalten und neuartige Durchleuchtungsgeräte. Das geht aus dem Programm für zivile Sicherheitsforschung hervor, dessen offizieller Entwurf der F.A.Z. vorliegt. Es handelt sich um den ersten Versuch einer Bundesregierung, Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden gemeinsam für die Entwicklung von Anti-Terror-Technologien zu mobilisieren.

In dem Dokument aus dem Haus von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) heißt es, Deutschland sei eines der sichersten Länder der Welt, doch die staatlichen und privaten Bemühungen zum Schutz der Bevölkerung seien viel zu „zersplittert“ und in Teilen bald technologisch „veraltet“. Innovationen in der Sicherheitstechnik könnten einen Milliardenmarkt schaffen.

Dronen suchen Terroristen

Die Komplexität der vernetzten und globalisierten Gesellschaft führe zu zahlreichen „neuralgischen Punkten“ und einer „neuen Qualität von Verwundbarkeit“. Terroristen könnten „mit kleinen Mitteln große Wirkung erzielen“. Waffen und gefährliche Stoffe seien immer leichter verfügbar. Die hohe Mobilität der Gesellschaft erleichtere es, gefährliche Bio-Erreger zu verbreiten. „Für Anschläge attraktiv“ seien insbesondere Großveranstaltungen.

Erreicht die Regierung mit dem Forschungsprogramm ihre Ziele, werden Großveranstaltungen, Infrastruktur und Warenketten schon bald durch Technik geschützt, die heute noch futuristisch anmutet. Überwachungskameras und Dronen sollen gesuchte Terroristen, verhaltensauffällige Menschen und die „soziale Dynamik“ von Menschenmassen automatisch erkennen und den Sicherheitskräften melden.

Zugangskontrollen aller Art werden auf biometrische Merkmale wie Gesichtsform und Netzhautmuster umgestellt, Fahrzeuge und Güter mit Massensensoren ausgestattet, die eine Überwachung und die Identifikation von Giftstoffen erlauben. Die Terahertz-Technologie soll es ermöglichen, Container und Personen komplett zu durchleuchten.

„Pioniermarkt“ schaffen

Großen Wert legt die Regierung darauf, daß Einsatzkräfte aller Art künftig leicht miteinander kommunizieren und auf gemeinsame Datenbanken zurückgreifen können, in denen etwa der Aufbau von Gebäuden hinterlegt ist. Derzeit ist dies nicht möglich. Mit Hilfe von Erkenntnissen aus Mathematik und Neurobiologie soll die Einsatzplanung in Krisenfällen künftig teilautomatisiert werden.

Mit dem Forschungsprogramm verfolgt die Bundesregierung auch ökonomische Ziele. Es könne „Pioniermarkt“ geschaffen werden und so eine spätere Nachfrage von Unternehmen und Privatpersonen nach Sicherheitstechnologien erleichtern. Zugleich soll die kritische geistes- und sozialwissenschaftliche Begleitforschung nicht zu kurz kommen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung
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