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Pisa-Test Deutschland holt auf

18.11.2008 ·  Die Leistung deutscher Schüler hat sich kontinuierlich verbessert. Das geht aus dem neuen Länderbildungsvergleich hervor. Allerdings: In nur wenigen OECD-Ländern sind die Leistungsunterschiede von 15-Jährigen so groß wie in Deutschland. Sieger des nationalen Pisa-Tests ist Sachsen.

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Sachsen ist der große Sieger des nationalen Pisa-Tests und hat sich auch international in der Spitze etabliert. Das geht aus dem am Dienstag in Berlin von der Kultusministerkonferenz veröffentlichtem Länderbildungsvergleich hervor. Demnach ist Sachsen nicht nur beim Schwerpunktthema Naturwissenschaften auf Rang eins, sondern auch in den beiden anderen Bereichen Mathematik und Lesen.

Bayern als bisheriger Spitzenreiter fiel beim dritten Ländervergleich jeweils auf Platz zwei zurück. Im internationalen Vergleich ist Sachsen in den Naturwissenschaften direkt hinter Sieger Finnland auf Rang zwei platziert. Auch bei der Lesekompetenz und Mathematik liegt das Land deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Aber auch die anderen neuen Länder machten im nationalen Ranking einen großen Sprung nach vorn. Thüringen liegt bei Naturwissenschaften und Lesen auf Rang drei.

Erfolgreich auf demografische Veränderungen reagiert

Sachsen habe sehr erfolgreich auf die demografischen Veränderungen reagiert, erklärte der Koordinator der nationalen Studie, Manfred Prenzel. Man habe sich vornehmlich Inhalten im Unterricht zugewandt. Zudem arbeite man in Sachsen stark ergebnisorientiert nach dem Motto: Wie schaffen wir es, ein besseres Niveau zu erreichen.

Insgesamt sind der neuen Studie zufolge seit Pisa 2000 in allen drei Kompetenzbereichen in den Ländern Verbesserungen sichtbar. Die größten Zuwächse sind in den Naturwissenschaften zu verzeichnen, die geringsten im Lesen. Auch Bremen hat sich stark verbessert, ist aber abermals Schlusslicht. In den Naturwissenschaften übertreffen gleich 13 Bundesländer den OECD-Durchschnitt, wie aus der Studie hervorgeht. In Mathematik und Lesen liegen dagegen nur vier beziehungsweise fünf Länder über dem Durchschnitt, dagegen drei beziehungsweise fünf darunter.

Große Leistungsunterschiede

Es gibt allerdings auch Wermutstropfen: In nur wenigen OECD-Ländern sind die Leistungsunterschiede von 15 Jahre alten Schülern so groß wie in Deutschland. Sie entsprechen umgerechnet bis zu zwei Jahren. Ein Grund hierfür sei, dass die Zahl der Unterrichtsstunden in den Ländern sich stark unterscheidet: Schüler in den Ländern der Spitzenreiter Sachsen und Bayern haben mit 12.107 beziehungsweise 11.496 - inklusive Zusatzangebote - auch die meisten Stunden von der ersten bis zur neunten Klasse. In Niedersachsen gibt es dagegen nur 10.635 Stunden.

Trotz der Verbesserungen ist in Deutschland aber auch der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Lernerfolg weiter besonders stark. Zudem weist die große Mehrzahl der Bundesländer erhebliche Anteile leistungsschwacher Schüler auf. Starke Unterschiede gibt es zwischen Jungen und Mädchen. Während in allen Ländern die Schülerinnen beim Lesen deutlich bessere Ergebnisse erzielten als Schüler, war es in Mathematik umgekehrt.

Positiv fällt dagegen auf, dass die Zahl der Sitzenbleiber sich in allen Ländern verringerte. Allerdings liegt der Anteil der 15-Jährigen, die den Hauptschulabschluss machen wollten, noch immer bei deutlich über 30 Prozent.

Jugendliche mit Migrationshintergrund wirksamer fördern

KMK-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte, eine Konsequenz sei eine umfassende gemeinsame Initiative zur Förderung leistungsschwächerer Schüler. Zudem sollten Jugendliche mit Migrationshintergrund wirksamer als bisher gefördert werden, um die Bildungschancen unabhängig von der sozialen Herkunft zu erhöhen.

Die Forscher testeten bei dem Bundesländer-Vergleich rund 57.000 Schüler im Alter von 15 Jahren aus etwa 1.500 Schulen. Die Ergebnisse der internationalen Pisa-Studie, in der 2006 vor allem das naturwissenschaftliche Wissen 15-Jähriger getestet wurde, hatte die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) vor knapp einem Jahr bekanntgegeben. Deutschland verbesserte sich um fünf Plätze auf Rang 13 unter 57 Staaten, Spitze war Finnland.

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