21.02.2013 · Ob Sturm der Entrüstung oder Erleichterung: Nichts zeigt deutlicher als die Karriere der „Pille danach“, was die Gesellschaft von der Morallehre der Katholischen Kirche erwartet. Nichts.
Von Daniel DeckersRichtlinien für Lesermeinungen
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Was ich mir von Journalisten erwarte
Mich wundert, wenn hier wieder Mehrheiten beschworen werden: 400.000 verkaufte Pillen sind ein Argument? Wofür? In Deutschland haben wir genügend Erfahrung damit, dass Mehrheiten irren können. Zudem: Diese "Pille" ist etwas völlig anderes als die Pille danach. Es ist unseriös, das miteinander zu verbinden. Und ein letztes: Ein selbstwachsendes Leben, in Gang gebracht durch welchen barbarischen Akt auch immer, kann aus dem Gewissen des Barbaren und der leiderfahrenen Mutter nicht mehr ausgemerzt werden. Ein Letztes: Die Kirche verbietet nicht die Pille. Die legt ihren Mitgliedern nur Argumente vor, die jeder im Rahmen der Pflicht, ein irrendes Gewissen zu vermeiden, vielleicht aufgreift. Solche Sichtweisen hätte ich mir im Artikel gewünscht. Er zeigt mit einmal mehr, was ich von Journalisten erwarte und von der FAZ in Sachen ethischer Urteilsbildung. Nichts.
Moraldiskussionen über Kondom und Pille danach sind peanuts im
Vergleich zu den wirklich wichtigen Themen wie Raubtierkapitalismus,
schludrige Schuldenpolitik der Regierungen, Armut, Umweltkatastrophen,
Aidsverhütung, Gewalt usw.
Bei der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle entsteht ein neues
Eiweiß - und sonst nichts.
Wenn die Zygote, wie so oft, einfach abgeht, dann war es das. Von
wirklichem Leben kann man erst sprechen, wenn sich die Zygote dauerhaft
in der Plazenta einnistet, weil zu den essentials von Leben
Dauerhaftigkeit, Entwicklung/Wachstum und Fortpflanzungsfähigkeit
gehören. Geht die Zygote aber vor oder nach Einnistung ab, liegt
kein neues Leben vor
(siehe Definition). Im übrigen ist es medizinisch unmöglich,
Pillen zu verschreiben, die nur die Einnistung, nich aber einen Abgang
der Zygote nach Einnistung veranlassen. Da sind die Bischöfe
ziemlich blauäugig.
Übrigens nimmt das clevere Judentum erst 14 Tage nach Befruchtung
die Entstehung neuen Lebens an. Cela!
Die Aufgabe der Kirche ist die Verbreitung des Wort Gottes und den daraus folgenden Lehren
Es ist NICHT die Aufgabe, jedem Journalisten oder sonstigen zu gefallen
oder anderen nach dem Mund zu reden oder irgendwelchen gerade aktuellen
Zeitgeistern nachzulaufen.
Die Lehre ist dabei ein Ideal, sie zeigt auf, wie die Menschen sich
verhalten sollten. Ähnlich in gewisser Weise wie es das
mathematische Ideal einer Kugel gibt. Das eine solche ideale, unendlich
genaue Kugel in der Praxis nicht gebaut werden kann, ist klar.
Ähnlich weicht das tatsächliche Verhalten von Menschen von der
Lehre ab. DAS ABER IST GERADE KEIN GRUND, DAS IDEAL IN IRGENDEINER WEISE
DEN REALITÄTEN ANZUPASSEN! Sondern ein Grund, gerade das IDEAL
hochzuhalten, es immerwährend als Ziel, als Referenzpunkt anzupreisen.
Die kath. Lehre selbst hat eine innere Logik, Vollständigkeit,
Geschlossenheit und Weisheit, die von keiner anderen erreicht wird, das
erklärt auch, warum sich alle fast nur an ihr reiben.
Siehe "Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden:
Kompendium der Soziallehre der Kirche", Verlag Herder.
Herr Schaffner, darf ich kurz richtigstellen, daß es keine Frau gibt, der "nicht geholfen" wurde?
Offenbar mit der Absicht, Stimmung gegen die Kirche zu machen, wurde
immer kolportiert, Vergewaltigungsopfer wären
"abgewiesen" worden.
In den Köpfen entsteht bei so einer Formulierung unweigerlich das
Bild einer verletzten traumatisierten Frau, die sich mit letzter Kraft
in eine Notaufnahme geschleppt hat und von dort erbarmungslos
weggeschickt wird.
Da ist nichts dran.
Für Frauen, die sich bereits in ärztlicher Obhut befanden
(Erste Hilfe schon erfolgt), wurde vom Notzarzt TELEFONISCH angefragt,
ob eine Weiterbehandlung erfolgen könne.
Dazu gehört - zusätzlich zur Pille danach - neuerdings die
"anonyme Spurensicherung" (ASS).
Von der Liste der Krankenhäuser, die an ASS teilnehmen, haben die
Kölner Vereine, die ASS organisieren, die kath. Kliniken
gestrichen, weil sie nicht die Pille danach verordnen.
Seeeehr merkwürdig, daß man dann trotzdem ausgerechnet dort anruft.
U.a. im Franziskus-Hospital, das über keine Gynäkologie verfügt.
ja, aber
da gebe ich Ihnen sogar Recht, Herr Hayes, Kirche sollte sich nicht von
Gesellschaft leiten lassen, eher die Gesellschaft leiten, keine Frage
... und dass dann kirchliche Werte einem allgemeinen gesellschaftlichen
Konsens entgegenstehen können, gehört dazu, ist auch gut so;
dann bin ich aber nicht sicher, ob diese Kirche Krankenhäuser
betreiben kann: für jede vergewaltigte Frau zählt einzig das,
was sie an medizinischer Hilfe in unserer Gesellschaft erwarten darf,
nicht was eine Religion für recht hält; welche Behandlung das
ist, entscheiden bitte die Frau und unsere Gesellschaft, nicht
irgendeine der vielen Kirchen dieser Welt
Das Magisterium kann sich irren und zwar gewaltig
Herr Hayes, mit dem Grundsatz den Sie formulieren kann sich auch einverstanden geben, wer spürt, dass das Magisterium und die Bischöfe sich in dieser Frage grauenhaft und unmenschlich irren. Einer vergewaltigten Frau nicht zu helfen, ist so unvereinbar mit grenzenloser, idealer Nächstenliebe wie es nur irgendwie geht. Die Mehrheit der Moraltheologen sehen die Nächstenliebe nicht mehr vor lauter Prinzipien. Sache ist, dass wer Unrecht wirklich versteht, sehen muss, dass diese Frau in Notweher die Befruchtung abwehren durfte und dass die katholischen Krankenhäuser im Versagen der Notwehrhilfe schwerstes Unrecht begangen haben. In Notwehr darf auch getötet werden, sofern der direkte Vorsatz auf die Erhaltung der eigenen Integrität geht. Dass die Kirche dies nicht sieht, zeigt die fehlende moralische Weisheit des katholischen Establishments drastisch auf.
"die bis zur Selbstverleugnung gehende Anpassung und Verweltlichung der katholischen Kirche ...
dem Vorbild der evangelischen!"
Das ist ein falsches und ökumenefeindliches "Urteil", da
nicht zutreffend. Ich will es als bloße
Meinungsäußerung ansehen. Die Trennungslinie dürfte m.
E. mit den Begriffen "antikonzeptionell" und
"abortiv" zu fassen sein. Der von beiden christlichen Kirchen
in der Gesellschaft vertretene "Schutz des Lebens" könnte
dann auch bei freiheitlicher Gestaltung des individuellen Liebeslebens
nicht stören. Dass beide Kirchen sehr wohl ein Recht haben, der
modernen Gesellschaft eine Orientierung zu geben - selbst eine mahnende
-, dürfte selbst bei feurigsten Anhängern der Modernität
nicht fraglich sein. Diskriminierung wird eben oft nur bei anderen gesehen.
Nun kann der Argumentationsmissbrauch weitergehen
Auch bei der Abtreibung wurde Straflosigkeit zu gefühltem 'Recht'.
Der Realitätsgehalt des Argumentes liegt bei 3% Prozent, der
ideologische Missbrauch bei 97%. Das ist bittre Realität: Nur 3 %
töten ihr ungeborenes Kind aus 'Notwehr', 97 % aber ..., 97!
Da braucht man gar nicht den erbärmlichen Versuch zu machen, ein
paar Prozent mehr als 'gerechtfertigt' erscheinen lassen zu wollen. Ein
völlig pervertierter Argumentationsmissbrauch.
In Indien - Skandal - werden aus ähnlichen
Wohlstandserhaltungs-Gründen Frauen in der Ehe verbrannt.
Die Argumentation, Leben abzuwägen, etwa in Bezug auf eine
Vergewaltigung (3%) oder 'vergewaltigungsähnichen'
'Unzumutbarkeiten' (97%) ist dort diesselbe.
Nur - wenn diese Rechtfertigung (eigtl. der Missbrauch von
Opferrechtfertigung) - richtig oder wahr wäre, und 'vergewaltigt
worden zu sein', schlimmer wäre als Mord, warum bringen sich die
Opfer dann nicht selbst um, sondern halten am Leben fest?
Kinder auszutragen ist nie unzumutbar.
Klitsche
Herr Kraft, die Sekte, die Sie hier ansprechen hat 1,2 Milliarden Mitglieder weltweit, dagegen ist ganz Deutschland eine engstirnige Klitsche.
Herr Reb,
"Kinder auszutragen ist nie unzumutbar".
Nach einigen Schwangerschaften können Sie als Mann das
natürlich ganz genau beurteilen.
Genau solche Aussagen sind es, die Ihre RKK immer unerbittlicher in
Richtung auf ihr kommendes Sektendasein treiben.
was mich an dieser Diskussion stört
die meisten, die diese verleumderische und vernichtende Kritik an der
katholischen Kirche üben, sind meistens weder religiös noch katholisch.
Es handelt sich meistens um dieselben, die jede Kritik am Islam,
für den Frauen und Ungläubige völlig minderwertig sind,
sogar verbieten wollen.
Die Kritik hat nur eine Aufgabe: Zu zersetzen und zu zerstören.
Gemäß den Predigten der Frankfurter Schule (für Kommunismus).
Unsere Sozialisten verzeihen der katholischen Kirche niemals, das sie
geholfen hat, den Kommunismus in Osteuropa zum Einsturz zu bringen.
Nackenhaare
Selbstverständlich ist Schuld immer individuell. Daß es keine justiziable Kollektivschuld gibt hat seine guten Gründe, eben weil dieses eine totalitäre Praxis bedeuten würde, auch wenn sich Ihnen die Nackenhaare sträuben. Eben dieses barbarische Prinzip der Kollektivschuld haben die Nazis an den Juden auf grausamste Weise praktiziert. Aber schuldig können nur diejenigen sein, die diese Untaten begangen haben. Deswegen gab es die Nünberger Prozesse, in der die Schuld jedes einzelnen Angeklagten nachgewiesen werden mußte und auch wurde.
RE Steinbach
"Schuld ist immer individuell."
Eine typisch theologische, aber doch ziemlich durchsichtige
Spitzfindigkeit. Mit diesem "Argument" können Sie
natürlich Ihre "heilige" Kirche von jeder Schuld
freiwaschen.
Sie scheinen nicht zu bedenken, daß Sie damit die Nazipartei, die
SS und alle möglichen kriminellen Vereinigungen jedenfalls als
Organisation ebenfalls von Schuld freisprechen müssen.
Da sträuben sich einem die Nackenhaare!
mea culpa
es gibt in der katholischen Kirche nur ein mea culpa, kein nostra culpa. Schuld ist immer individuell und das hat seine gewichtigen Gründe. Die einzige Ausnahme besteht darin, die Schuld Anderer aus Liebe auf sich selbst zu nehmen. Das hat Christus getan.
Nostra culpa vor jeder Moralpredigt
Ich bin ein moderater Sympathisant der Katholiken, d.h. teile zumindest den Glauben in Werte, die mittels natürlicher Vernunft erkennbar sind. Was mir fehlt ist das nostra culpa der institutionellen Kirche, wenn sie sich in moralische Angelegenheiten einmischt. Sie müsste jedes einzelne Mal darauf hinweisen, dass bis hinauf zu den höchsten "Würdenträgern" schlimmste moralische Fehlbarkeit eine Tatsache ist, sei es durch direkten Missbrauch von Wehrlosen oder durch Vertuschungen. Erst nach einem solchen nostra culpa wäre eine moralisierende Einmischung halbwegs erträglich. Dass sich die Kirche in Bezug auf die Notwehr einer Vergewaltigten gegen die erzwungene(!) Einnistung eines fremden Objekts irrt, habe ich anderswo in diesem Forum dargelegt. Auch das Magisterium kann sich irren und zwar gewaltig.
Katholische Kirche und Pille? SKANDAL!
Wenn die Oeffentlichkeit und die Presse inkl. FAZ in der Vergangenheit doch auch bei anderen kirchenrelevanten Themen so interessiert reagiert haetten, wie bei dem Stichwort "Pille". Aber hier werden deutsche Reflexe wach und schnell bedient! Leider auch hier wieder oberflaechlich und -ich moechte beinahe sagen- mit einem gehaessigen Unterton, Herr Deckers! Die FAZ richtet sich mit ihrer Berichterstattung doch auch nicht nach der grossen Masse, sondern versucht, die oeffentliche Meinung mit gutem Journalismus zu beeinflussen, wenigstens aber die oeffentliche Diskussion auf einem halbwegs ertraeglichen Niveau zu halten - oder taeusche ich mich da? Warum sollte also die katholische Kirche mit ihrer Lehre der Moral der Gesellschaft hinterherrennen? Diese Forderung, oder Kritik, wie im Artikel von Herrn Deckers geaeussert, ist einfach dumm. Was waere die Folge? Rom neben RTL, um nur ein Beispiel zu nennnen, als Befuerworter einer primitiven und verantwortungslosen Spassgesellschaft?
Ach Gottchen, der böse Papst und die unbelehrbare Kirche.
Es blasen doch schon alle ins gleiche Horn, soll auch die katholische
Kirche sich dem jetzt anpassen?
Warum die Kirchen leer sind (in der Zeitgeistkirche der Protestanten
übrigens mehr als andersrum). ist sicher der Grund, dass es jedem
zu anstrengend geworden ist, sich an moralische Grundsätze zu
halten. Warum denn? Die Familienbindung gilt nicht mehr, Bindung an den
Heimatort auch nicht mehr, soziale Absicherung bedarf keiner Einbindung
in ein Sozialsystem mehr, das Individuum ist das Maß aller Dinge.
Wenn ich all die vollgefressenen, kinderlosen 1968er sehe, Schulden
machend und darauf bauend, dass unsere Kinder sie mal pflegen und
alimentieren werden...wie lange wird das noch gutgehen?
Und in diesem Streit der Kirche um die Haltung zur „Pille
danach“ erkenne ich das Bemühen um eine humane, dem Menschen
in seiner Not zugetane Haltung, die zugleich den Geist der katholischen
Morallehre widerspiegelt. Das Unverständnis eines Großteils
der Medien repräsentiert lediglich den herrschenden Zeitgeist,
einen Zeitgeist, der sich der Egomanie verschrieben hat. Eine
todbringende Torheit wär’s, beugte sich die Kirche den
kurzlebigen Trends einer sich selbst abschaffenden Gesellschaft.
Wer ernsthaft glaubt das eine Seele von einer Zelle besitz ergreift,
nachdem Sperma und Ei verschmolzen sind, hat ein Rad ab. Vieleicht reitet die Seele auf dem Ei? Oder doch auf dem Sperma? Eine Zelle mit einem vollständig ausgereiftem Menschen gleichzusetzen ist schlicht: Extremismus!
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 13:24 UhrHerr Debus,
stimme Ihnen voll zu. Aber Sie haben hier doch ein wundervolles Beispiel
für die Ratzingersche Vernunft des Glaubens geliefert. Glauben Sie
es einfach, das ist vernünftig!
Principiis obsta
Um doch einmal auf Ihre ständige Polemik einzugehen, auch wenn es
sinnlos scheint:
Gerade als jemand, der dem atheistischen Materialismus anhängt,
müssten Sie doch wissen, dass menschliche Zellen für
menschliches Leben unabdingbar sind.
Ein vollständig ausgereifter Mensch besteht auch nur aus Zellen, oder?
Wo wollen Sie denn ansetzen? Und wie begründen Sie Ihr Kriterium?
Steht nicht am Ende nur Kälte?
Es ist nicht einzusehen, weshalb die Moraltheologen nicht einfach von Notwehr gegen die Spermien des Vergewaltigers ausgehen. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick abwegig, ist es aber nicht. Das Opfer dürfte den Vergewaltiger als ultima ratio in Notwehr umbringen oder seine Waffen zerstören. Der Angriff des Vergewaltigers ist mit dem Geschlechtsakt nicht abgeschlossen, sondern dauert in Form der erzwungenen Gefahr der Einnistung fort. Der direkte Vorsatz des Opfers geht nicht auf die Tötung der Spermien sondern auf die Abwehr des Angriffs. Damit ist noch nichts gegen den Rest der konservativen Sexualmoral gesagt, aber klar ist ihre Unhaltbarkeit in dieser Frage. Es fehlt den Moraltheologen offenbar an moralischer Weisheit.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 10:56 UhrSie liegen falsch
Töten in Notwehr ist nicht Mord. Mord ist das Töten von
Unschuldigen. Da müssen Sie wohl mal wieder Ihren Katechismus
hervorkramen. Die Notwehr richtet sich hier gegen den Angriff des
Vergewaltigers. Dieser sehr physische Angriff ist nicht nur physisch im
Geschlechtsakt, sondern dauert physisch fort mit dem aufgezwungenen
Sperma und dem potentiell aufgezwungenen Leben.
Nach einer katholischen Lehrmeinung ist das Töten in Notwehr sogar
gegen Unschuldige erlaubt, die z.B. im Weg stehen. Mit dieser Meinung,
die durchaus katholisch ist, lässt sich sogar die Tötung eines
durch Vergewaltigung aufgezwungenen Embryos rechtfertigen.
Die Moraltheologie verficht die Herrschaft über das eigene Leben;
den Ehepartner frei zu wählen, beispielsweise. Diese Lehre steht
in direktem Widerspruch dazu, dass die Kirche Vergewaltigunsopfern das
Recht auf diese Freiheit abspricht.
Drastisch ausgedrückt macht sich die Kirche zum Komplizen des
Vergewaltigers, denn auch sie verwehrt der Frau ihren Willen
Sie liegen falsch.
Die Argumentation der Kirche ist folgende: Ein bereits geborenes Kind zu
töten, ist Mord. Ein Kind, welches gerade geboren wird, welches zu
Hälfte auf der Welt und zur Hälfte noch im Mutterleib ist, zu
töten, ist Mord. Ein Kind 10 Minuten vor der Geburt zu töten,
ist Mord. Ein Kind 1 Tag vor der Geburt zu töten, ist Mord. Ein
Kind 1 Monat vor der Geburt zu töten, ist Mord. Usw. Das Kind ist
in genau dem Moment existent, in dem seine DNA komplett ist, unmittelbar
nach der Zellverschmelzung.
Diese Logik der Kirche ist im Kern rein logisch, sie ist unaushebelbar,
in sich widerspruchsfrei.
Um sie zu widerlegen, müssten sie postulieren, dass es einen
Zeitpunkt X gibt, wo man beim Töten von Mord sprechen muss (z.B. 10
Minuten vor der Geburt) und dass es einen Zeitpunkt X minus 1
billionstel Sekunde gibt, wo es dann angeblich kein Mord mehr ist. Da
sich in dieser Zeitspanne aber nichts geändert hat, kann man so ein
Postulat nicht aufstellen.
Ich bin sicher, dass grosse Teile der Gesellschaft nicht nur ...
... von der Morallehre der katholischen Kirche nichts halten.
Eine Sozietät, die alleine mehr Titel* im Namen Jesu zu verleihen
hat als dieser Lebensmonate zur Verfügung hatte und die flagrant
das Gegenteil** dessen tut und lehrt, was der Gründer verlangte -
von der ist tatsächlich nichts zu halten.
* Vom Subdiakon bis zum päpstlichen Hausprälaten, vom
Generalvikar bis zum Domkapitular usw-usf.
** Nehmen Sie das Beispiel vom ungetreuen Verwalter. Jesus hat ihn
ausdrücklich gelobt und zur Nachahmung empfohlen. Was aber lehrt
die Kirche? Schön jeden Gewinnanspruch der Wucherer aller Art zu
bedienen. Zusammen mit dem Armutsgebot und dem gelebten Prunk und Protz
reicht das den meisten Beobachtern, den Daumen zu senken. Zu Recht !
Keine Ahnung, was der Mann mit seinem Kommentar aussagen will. Ob es
nicht längst allen klar wäre, das die kath. Morallehre dem
Großteil der deutschen/westlichen Gesellschaft sonstwo vorbeigeht.
Das zeigt nicht einmal die "Karriere" der Pille-danach.
Bei den diskriminierenden Anfeindungen, denen die katholische Kirche und deren Mitglieder in Deutschland ausgesetzt sind, wird sie es lernen müssen, sich offensiv in der Öffentlichkeit besser und verständlicher darzustellen. Bleibt abzuwarten, wie sich daraus die nächste Haßwelle entwickeln wird. Vielleicht ist es besser, den historischen Kulturstandort Deutschland zu verlassen. Die Kirche wird gebraucht, besonders da, wo wirkliche Unterdrückung und Armut herrscht und sie sollte ihre Kräfte nicht vergeuden.
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.02.2013 06:13 UhrProduktmix der Kirche
Ich denke nicht, daß es um "Produktmixe" und "Dienstleistungen" und "Rückgang der Nachfrage" geht. Es geht darum die Inhalte zeitgemäß zu transportieren und darzustellen, so wie ich es oben gesagt habe. Anders als Sie bin ich der Meinung, daß es sich dabei um eine Liebesbotschaft, eine dem Leben zugewandte Botschaft und immer noch sehr aktuelle, ja eigentlich zeitlose freiwillige und frohe Botschaft handelt. Niemand wird genötigt, ihr zu folgen. Auch Sie können sich frei fühlen, sie abzulehnen.
Sachverhalt
noch einmal: die katholischen Krankenhäuser haben kein Vergewaltigungsopfer abgewiesen. Das Opfer war schon notärztlich behandelt worden und hatte die Pille danach erhalten. Es konnte lediglich eine anschließende forensische Untersuchung nicht vorgenommen werden, weil die katholischen Krankenhäuser dazu gar nicht befugt waren. Dieser Sachverhalt ist mehr als einmal klargestellt worden.
Herr Steinbach
"Die RKK soll sich in der Öffentlichkeit besser
darstellen."
1. Die rk-Theologen hatten fast 2 Jahrtausende Zeit, ihr Credo wieder
und wieder zumindest in Europa zu verkünden. Vielleicht will auch
deshalb heute kaum noch jemand es hören, denn es kommt den meisten
Leuten inzwischen zu den Ohren heraus.
2. Die Kirchen haben gemessen an der Zahl der noch echt Gläubigen
auch heute noch geradezu überdimensionale
Darstellungsmöglichkeiten. Aber alle Propaganda scheint nicht zu
fruchten.
Es geht offenbar nicht um die Darstellung, sondern um die Inhalte.
Solange die RKK sich weiter einbetoniert und nicht endlich beginnt,
ernsthaft ihren Produktmix zu überdenken, wird der Rückgang
der Nachfrage nach rkk-Dienstleistungen sich nur noch weiter
beschleunigen.
Korrektur moralischer Irrlehren
Es geht nicht um eine ungerechtfertigte Diskriminierung der Kirche, sondern darum dass einfache Bürger die Kirche daran erinnern, was ihre eigentliche Aufgabe ist: den armen und schwachen aus Liebe zu helfen. Es schreit zum Himmel, dass statt Notwehrhilfe zu leisten, die katholischen Krankenhäuser Vergewaltigungsopfer abweist! Was um alles in der Welt hat das mit Nächstenliebe zu tun? Der Fehler liegt darin, dass die Moraltheologen nicht sehen, dass die Abwehr der Vergewaltigung solange andauert, wie deren Wirkung andauert, also auch gegen die Spermien und, wenn es sein muss, gegen das eingenistete Ei. Sie wissen, dass töten in Notwehr (inklusive Unschuldiger, die im Weg stehen!) nach der herrschenden katholischen Lehre deshalb erlaubt ist, weil der direkte Vorsatz auf ein gutes Ziel gerichtet ist: den Erhalt der eigenen Integrität. Das Vergewaltigungsopfer tötet die Spermien nicht mit direktem Vorsatz, sondern nur mit indirektem Vorsatz.
Es war einmal, da waren die Autoren der FAZ noch informiert.
Herr Deckers,
ein " kategorische[s] Verbot der künstlichen
Empfängnisverhütung" ist bestenfalls sehr unklar oder
wahrscheinlicher falsch ausgedrückt. Ich würde Sie deshalb
gnädigst bitten ihr Wissen zur katholischen Morallehre,
insbesondere in Bezug auf künstliche Empfängnisverhütung, aufzufrischen.
Das Folgende habe ich schon in einem früherem Kommentar
geschrieben: In den 1960-er Jahren wurde es katholischen Nonnen im
damals belgischen Kongo erlaubt Verhütungsmittel zu nehmen, um im
Falle einer Vergewaltigung eine Schwangerschaft zu verhindern.
Vergewaltigungen waren zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlicher als sonst,
da Krieg herrschte. Somit bestand niemals ein "kategorisches Verbot
der künstlichen Empfängnisverhütung", sondern eine
sehr differenzierte Lehre.
Literatur zu diesem Thema sollte im Internet nicht all zu schwer zu
finden sein.
Ja die christlichen Lehre hat sich zu sehr von den Menschen entfernt und die Menschen von ihr.
Das wollten Sie doch sagen, Herr Deckers. In unserer Wegwerfgesellschaft, wo man mit Überfluss und Neid stetig wirbt. Dabei zeigt man einem Teil der Bürger, dass man sie nicht bzw. kaum benötigt, entweder durch schlechten Verdienst, schlechten Behandlung oder Arbeitslosigkeit. Die Familien sind sehr oft gespalten, Ehen geschieden, Geschwister getrennt lebend, wer bietet da Halt, wenn Mutter oder Vater keine Zeit haben. Wer hilft jungen Menschen, die mit ihren Problemen [noch] nicht klar kommen. Wo finde ich eine Gemeinschaft? Viele Bürger leben völlig isoliert, werden einfach nicht beachtet. Die Kirche wird mehr denn je gebraucht, aber dafür muss sie auch auf die Menschen zugehen. Die christliche Lehre ist ein Teil unserer Kultur und hat schon immer nach einer gewissen Anpassung verlangt. Ein fester Standpunkt kann zur Nachahme, aber eben auch zu Antisympathie anregen, wie wir es derzeit im großen Stil erleben. Aber mir tut es weh, in einer nahezu leeren Kirche eine Predigt zu hören.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 06:57 UhrNicht die Lehre hat sich von den Menschen entfernt, die hat sich nämlich gar nicht groß
geändert die letzten 2000 Jahre.
Was wir dagegen haben, ist der Umstand, dass es eine zunehmend
größere Gruppe von aggressiven, demagogischen
Dummschwätzern und Nihilisten gibt, die lautstark den Menschen
versuchen, bestimmte Dinge einzureden und die sich u.a. gegen die Kirche
und ihre Lehren wenden, weil diese ihre eigenen Verhaltensweisen (zu
Recht) scharf kritisieren. Leider lassen sich viele Menschen von diesen
Demagogen geistig einseifen.
Sie sprechen noch einen anderen Punkt an, einen VÖLLIG ANDEREN
PUNKT: Die Vermittlung dieser Lehre durch die Kirche. Diese ist in der
Tat in mehrfacher Hinsicht äußerst mangelhaft, hier liegen
ungeheure Reserven brach. Immerhin können sie gehoben werden, die
Kirche hat also ein riesiges Potential.
Hier das Buch zum Thema: Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und
Frieden: Kompendium der Soziallehre der Kirche. Das Referenzbuch zum
Thema Lehre der Kirche mit Bezug auf die reale Welt. Diese Lehre hat
nämlich mehr Substanz als alle (!) anderen Lehren.
Frau Dreher gehen sie in eine volle Kirche - die gibts, auch in Deutschland
Was Sie da Anfuehren sind nicht die Folgen der Lehre Jesu, das sind die Folgen der Trennung von der Lehre Jesu! Er spielld mit uns nicht herum. Er sagte mal, dass die Steine reden werden, wenn seine Juenger schweigen. Er hat auch vor schweren Folgen gesprochen, wenn sein Word geaendert wird!!!
Dann gehen Sie doch einfach
nicht hin.
Gehen Sie lieber in ein Planetarium oder das Naturkundemuseum!
Da tobt heutzutage das Leben.
In der Kirche finden sie nur eine untote Lee(h)re.
Nicht wirklich gut beobachtet Herr Deckers
Die Tatsache, dass das Verhalten der Kirche zu enormen Reaktionen in der
Öffentlichkeit führt - zählen Sie einfach mal die Anzahl
der Kommentare zu den Artikeln über Papstrücktritt oder dem
Vergewaltigungsopfer zusammen - beweist höchstes Interesse und
höchste Erwartungshaltung der Gesellschaft an den Aussagen der
katholischen Kirche und der katholischen Kirche selbst.
Der größte Irrtum, dem die Kirchenkritiker aufgesessen sind,
ist der Aberglaube, die Kirche sei der Gesellschaft verpflichtet. Die
Kirche ist ausschließlich ihrem Herrn Jesus Christus verpflichtet.
Und die Verpflichtung besteht darin, der Gesellschaft das Evangelium zu
verkündigen. Aus diesem Auftrag heraus folgt die Hinwendung zu den
Menschen in der Gesellschaft.
Das einzige Glaubwürdigkeitsproblem, das die Kirche je haben kann
ist, wenn sie durch ihr Reden und Tun zeigt, dass sie sich selbst
wichtiger nimmt, als den aus ihrem Auftrag folgenden Dienst am Menschen.
Herr Kraft, ich habs anders erlebt
wir sollen uns zurueckhalten und die Linken und Rechten durfen weiterhin ihr Propaganda machen. Und das zieht sich durch alle Ihre Beitraege, die ich hier gelesen haben. Zuerst das Eigentum der Kirchen an den Staat abgeben - damit noch mehr Vaeter ihre Kinder dem Staat ueberlassen koennen - dann werden die Christen zusammen getrieben und in Zwangsarbeitslager gesteck, die Kinder in Zwangs-Kita von wo sie dan als echte Neo-Kommunisten raus kommen. Und nicht wissen wo ihre Eltern geblieben sind, oder wo sie vergraben wurden. Das ist keine Angstmache, das habe ich erlebt!!! Und endlich, glauben die Linken, haben sie alles gleich gemacht Und am Ende zerfaellt alles, ohne, dass die Linken etwas gelernt haetten. Ohne Gott macht die Menschheit immer solche Fehler!
Herr Arnold
Und der christliche Aberglaube besteht darin, die Kirche müsse Nichtmitgliedern des Vereins irgendetwas verkünden. So etwas wird heute von vielen Menschen als anmaßend empfunden. Machen Sie in Ihrer Kirche, was Sie wollen, aber lassen Sie Menschen, die sich nicht für Ihren Glauben interessieren, einfach nur in Ruhe. Z.B. indem sich die Kirche in Krankenhäusern und Kindergärten schlicht an das allgemeine staatliche Recht hält.
Wie Herrn Hayes erschließt sich auch mir der Sinn dieses Artikels nur bedingt. Wenn Deckers schreibt, die Gesellschaft erwarte von der Moraltheologie "nichts", so trifft das nicht zu. "Die Gesellschaft" oder zumindest ihr von Deckers für relevant gehaltener Teil erwarten doch etwas: die bis zur Selbstverleugnung gehende Anpassung und Verweltlichung der katholischen Kirche nach dem Vorbild der evangelischen! Kardinal Meisners Vorgehen kann inhaltlich, aber auch in der Vorgehensweise nachvollzogen werden. Die Vatikanische Kongregation für die Glaubenslehre und die Päpstliche Akademie für das Leben sind in moraltheologischen Fragen gewiß kompetenter als die deutschen Amtsbrüder des Kardinals, die mehrheitlich ohnehin zu einer "Theological Correctness" im Sinne des Wertrelativismus tendieren. Man denke nur an die auf Intervention Meisners gestoppte "Scheinberatung"! Auch gab es keine kirchenrechtliche Pflicht Meisners, sich zunächst mit der Bischofskonferenz abzustimmen.
Ich frage mich auch, was dieser Kommentar eigentlich sagen will. Hat die Mehrheit recht, nur weil sie die Mehrheit ist? Dass die wirklich gläubigen in Deutschland auch innerhalb der katholischen Kirche eine kleine Minderheit sind, ist doch kein Geheimnis. Mit endlosen Diskussionen über Strukturreformen wie die Zulassung der Frauenordination die Zulassung wiederherheirateter Geschiedener zu den Sakramenten versucht man, über die Glaubensschwäche hinwegzutäuschen. Die wirklich gläubigen werden sich in Deutschland wohl bald in einer Situation wiederfinden, die an die Lage der Geschwister Scholl erinnert, deren Widerstand gegen einen gottlosen Machbarkeitswahn wir in diesen Tagen würdigen.
Sicht des Vergewaltigungsopfer ....
Eine Frau, die die Pille danach als "Verhütungsmethode"
wählt, wird kaum ein christliches Institut wählen.
Einem Vergewaltigungsopfer hingegen muß (meiner Meinung nach)
jedes Krankenhaus die gleiche Betreuung geben (und dazu gehört die
Pille danach) - man kann von einem Opfer kaum erwarten, daß es von
Krankenhaus zu Krankenhaus zieht. Auch kann man von Nicht-Christen nicht
erwarten, sich den Gesetzen der katholischen Kirche zu unterwerfen -
für sie gelten deutsche, nicht katholische Gesetze.
Wenn in Deutschland mehr als 400.000 pro Jahr die Pille danach
verschrieben wurde, dann haben die Männer und Frauen hierzulande
wohl ein Problem mit der Verhütung.
Zweifelslos gibt es mehr Männer, die ungewollt Vater werden, als
Frauen, die ungewollt Mutter werden. Umso bedauerlicher ist, daß
Verhütung hierzulande - wie eben auch die "Pille danach",
primär Frauensache ist.
diese Regeln
richten sich aber auch an die Katholiken. Wieso sich offenbar so viele Nichtkatholiken angesprochen fühlen, ist mir rätselhaft ( ;) )
Daniel Deckers Jahrgang 1960, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.
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