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PID-Verordnung : Wes Geistes Kind

Die Fortschritte auf dem Gebiet der vorgeburtlichen Diagnostik werden Gesellschaft, Politik und Justiz künftig vor Fragen stellen, gegen die die Unterscheidung von lebenswertem und lebensunwertem Leben im Rahmen einer PID vergleichsweise harmlos ist.

          Das war’s also. Der Deutsche Bundestag hatte sich im Sommer vorvergangenen Jahres mehrere Stunden Zeit genommen, um das Für und Wider der Selektion von Embyronen auf dem Weg der sogenannten Präimplantationsdiagnostik zu wägen.

          Dagegen ließ es die Länderkammer am Freitag parteiübergreifend damit bewenden, dem Bundesgesundheitsminister von der FDP einige wenige Restriktionen bei der Anwendung der PID abgetrotzt zu haben. Immerhin, so möchte man sagen, hatte doch das von Ministern aus Parteien mit dem C im Namen dominierte Bundeskabinett an der Rechtsverordnung, die den Geist des Laisser-faire-Liberalismus atmet, nicht ein Jota auszusetzen.

          Freilich werden die Unionsparteien eher früher als später abermals die Gelegenheit haben zu zeigen, wes Geistes Kind sie sind. Denn die Fortschritte auf dem Gebiet der vorgeburtlichen Diagnostik werden Gesellschaft, Politik und Justiz in den kommenden Jahren vor Fragen stellen, gegen die die Unterscheidung von lebenswertem und lebensunwertem Leben im Rahmen einer PID vergleichsweise harmlos ist.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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