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Patriot-Abwehrsystem : Erste Bundeswehrsoldaten auf dem Weg in die Türkei

  • Aktualisiert am

Vor der Verschiffung: Fahrzeuge und Container im Hafen von Lübeck-Travemünde Bild: dpa

Im Hafen von Lübeck-Travemünde hat die Verschiffung von Elementen der Patriot-Systeme der Bundeswehr für den Einsatz in der Türkei begonnen. Sie sollen auf dem Seeweg in die türkische Stadt Iskenderun gebracht werden.

          Die Bundeswehr hat am Dienstag in der Ostsee-Hafenstadt Travemünde damit begonnen, das Material für den Patriot-Einsatz in der Türkei zu verladen. Seit dem Morgen würden rund 300 Fahrzeuge und Anhänger sowie 130 Container auf ein gechartertes Frachtschiff einer dänischen Reederei verladen, teilte ein Bundeswehrsprecher mit. Das Schiff solle noch am Abend Richtung Türkei aufbrechen. Die eigentlichen Raketen würden an einem anderen Hafen dazugeladen, sagte der Sprecher weiter. Dieser solle aber nicht genannt werden.

          Das Material soll voraussichtlich am 21. Januar im türkischen Hafen Iskenderun eintreffen und von dort auf dem Landweg ins rund 200 Kilometer entfernte Kahramanmaras im Süden der Türkei gebracht, wo die Patriot-Raketen stationiert werden sollen. Die Großstadt liegt etwas 120 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Nach Angaben des Sprechers ist es das Ziel der Bundeswehr, dass das Waffensystem Anfang Februar einsatzbereit ist.

          Die Patriot-Luftabwehrsysteme der Bundeswehr können Flugzeuge und Raketen bekämpfen und sollen ein mögliches Übergreifen des bewaffneten Konflikts in Syrien auf das Nachbarland Türkei verhindern. Wegen der angespannten Lage hatte die Türkei ihre Nato-Partner um Hilfe gebeten. Deutschland, die Vereinigten Staaten und die Niederlande entsenden deshalb je zwei Patriot-Raketenbatterien modernsten Typs.

          Erstes Vorauskommando abgeflogen

          Das erste Kontingent von Bundeswehrsoldaten war am Dienstag bereits in die Türkei aufgebrochen, um die Stationierung der „Patriot“-Abwehrraketen vorzubereiten. 20 Soldaten der Bundeswehr und rund 30 Soldaten der niederländischen Streitkräfte flogen mit einer Maschine der niederländischen Luftwaffe vom Flugplatz in Eindhoven in die südtürkische Stadt Adana.

          Im Rahmen eines Nato-Einsatzes stationieren die Niederlande, Deutschland und die Vereinigten Staaten jeweils zwei Luftabwehrstaffeln, um die Türkei vor möglichen Angriffen aus Syrien zu schützen.

          „Der Einsatz ist ein deutliches Signal für die Solidarität innerhalb der Nato“, sagte der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, General Rainer Glatz, bei der Verabschiedung der Quartiermeister. Der niederländische General Leo Beulen betonte, dass es um einen rein defensiven Einsatz gehe. „Wir gehen dorthin, um die türkische Bevölkerung zu schützen und eine Eskalation des Konflikts zu verhindern.“

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