29.07.2008 · Die SPD verliert, die Linkspartei gewinnt: Ein Jahr vor der Bundestagswahl will die einstige ostdeutsche Staatspartei in Westdeutschland die Zahl von 25.000 Mitgliedern erreichen. Größte Zuwächse verzeichnet sie in Lafontaines Saarland.
Gut ein Jahr nach der Fusion von WASG und PDS zur Linkspartei hat die Partei ihre Mitgliederzahl im Westen mehr als verdoppelt. In den alten Ländern sei die Zahl bis Ende Juni 2008 von rund 12.000 auf 24.071 gestiegen, sagte der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, am Dienstag in Berlin. Insgesamt habe die Partei 74.206 Mitglieder. Dies sei im Vergleich zu Ende 2007 ein Zuwachs von rund 2.300.
Linke-Vorstandsmitglied Ulrich Maurer fügte hinzu, das Ziel von 25.000 Mitgliedern im Westen bis Ende des Jahres werde mit Sicherheit erreicht. Vor allem im Saarland, dem Stammland vom Vorsitzenden der Linkspartei, Oskar Lafontaine, sei mit 651 neuen Mitgliedern in den ersten sechs Monaten 2008 ein extremer Zuwachs zu verzeichnen gewesen. Lafontaine hatte bereits angekündigt, im Fall seiner Wahl zum Ministerpräsidenten vom Bundestag in die Saarbrücker Landespolitik zurückzuwechseln.
Größte Zuwächse in Saarland und Nordrhein-Westfalen
Auch in den anderen westdeutschen Ländern konnten neue Mitglieder begrüßt werden. Die größten Zuwächse konnten laut Maurer Nordrhein-Westfalen (1.158), Bayern (504), Niedersachsen (562) und Hessen (337) verzeichnen.
Im Osten sank die Zahl der Mitglieder in diesem Jahr um rund 1000, wie Bartsch sagte. Insgesamt betrage der Frauenanteil 38,4 Prozent und liege damit deutlich höher als bei den anderen Parteien. 8.200 Mitglieder seien unter 35 Jahren.
Die Quittung ist schon unterwegs
Benedikt Gresser (Benediktus)
- 31.07.2008, 23:54 Uhr