Home
http://www.faz.net/-gpf-75hab
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 03.01.2013, 09:18 Uhr

Organspende-Skandal Schließung von Zentren gefordert

Nach dem Skandal um Organtransplantationen am Universitätsklinikum Leipzig haben Patientenschützer Konsequenzen gefordert. Noch in diesem Jahr sollte die Hälfte der Transplantationszentren geschlossen werden, forderte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung für Patientenschutz, Brysch.

© dapd Das Universitätsklinikum Leipzig am Mittwoch

Der Chef der Deutschen Stiftung  Patientenschutz, Eugen Brysch, hat die Schließung von  Transplantationszentren gefordert, um einen Kampf um Spenderorgane  zu vermeiden. Noch in diesem Jahr sollte die Hälfte der Zentren  schließen, um schädlichen Wettbewerb zwischen den Einrichtungen zu  vermeiden, sagte Brysch der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe).  Dieser Schritt soll laut Brysch den schädlichen Wettbewerb zwischen den Kliniken vermeiden. „Organspende braucht Offenheit und Vertrauen statt Profit und Eitelkeit“, sagte der Patientenschützer.

Auch Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sprach sich für eine Reduzierung der Zahl der  Transplantationszentren aus. Dies mache eine ständige Überprüfung  einfacher und sorge dafür, dass „falsche ökonomische Anreize“ keine  Rolle spielten, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Der F.A.Z. sagte Montgomery, man habe ein knappes Viertel der 47 Transplantationszentren überprüft und bei drei Zentren in den Jahren 2010/2011 erhebliche Auffälligkeiten entdeckt.

Am Leipziger Transplantationszentrum waren Unregelmäßigkeiten  bei der Organspende aufgedeckt worden. Laut Uniklinik sollen  Patienten fälschlich als Dialysepatienten ausgegeben und damit kränker gemacht worden sein, um deren Chancen auf eine Spenderleber  zu erhöhen.

Deutsche Hospiz Stiftung - Eugen Brysch © dpa Vergrößern Eugen Brysch, Chef der Deutschen Stiftung Patientenschutz

Nach Angaben der Universitätsklinik waren 37 Patienten  in den Jahren 2010 und 2011 und ein Patient im Jahr 2012 betroffen.  Der verantwortliche Direktor der Klinik sowie zwei Oberärzte wurden  beurlaubt. Im vergangenen Sommer war ein Organspende-Skandal an der Uniklinik in Göttingen aufgedeckt worden. Dort sowie auch in Regensburg  sollen durch die Manipulation von Krankenakten bestimmte Patienten  bei der Organspende bevorzugt worden sein.

Im vergangenen Sommer war ein Organspende-Skandal an der Uniklinik in Göttingen aufgeflogen. Dort sowie auch in Regensburg sollen durch die Manipulation von Krankenakten bestimmte Patienten bei der Organspende bevorzugt worden sein.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Alternativmedizin in Kritik Den Homöopathen soll es an die Globuli gehen

Homöopathie breitet sich immer stärker aus. Damit wächst auch Klärungsbedarf. Ärzte, Wissenschaftler und Biologen bauen eine kritische Internetplattform auf. Mehr Von Rüdiger Soldt

03.02.2016, 09:05 Uhr | Gesellschaft
Flüchtlingskrise Klöckners A2-Vorschlag sorgt für Diskussion

Klöckner erhielt für ihren sogenannten Plan A2 Zustimmung sowohl von Befürwortern wie auch von Kritikern von Merkels Kurs in der Union. Der Vorschlag sieht vor, an der Grenze zu Österreich Zentren einzurichten, in denen Asylbewerber registriert und einem Gesundheitscheck unterzogen werden. Mehr

08.02.2016, 08:23 Uhr | Politik
Korruptionsprozess in Spanien Die Infantin muss wieder auf die Anklagebank

Das Verfahren gegen Cristina de Bourbon wird nicht eingestellt. Ihr wird weiterhin vorgeworfen, Komplizin der mutmaßlichen Steuerdelikte ihres Mannes gewesen zu sein. Dafür drohen ihr acht Jahre Haft. Mehr Von Leo Wieland, Madrid

29.01.2016, 11:11 Uhr | Gesellschaft
Seehofer Begrenzung der Flüchtlingszahlen gefordert

CSU-Chef Horst Seehofer sieht die Regierungskoalition in Berlin wegen der Flüchtlingskrise in einer ernsten Lage. Mehr

21.01.2016, 18:36 Uhr | Politik
Islamische Theologie Einen Islam für Deutschland entwickeln

Die Goethe-Universität hat einen großen Anteil daran, dass sich eine fortschrittliche islamische Theologie in Deutschland etabliert - aber auch der Bund, der seine Förderung verlängert hat. Bald gibt es einen neuen Studiengang. Mehr Von Stefan Toepfer, Frankfurt

03.02.2016, 12:35 Uhr | Rhein-Main

In der Heimat

Von Reinhard Müller

Die Basis der Union bricht auch in der Flüchtlingskrise keineswegs weg. Denn: Wer will eigentlich von denen regiert werden, die der Kanzlerin die Flucht nach Südamerika nahelegen? Mehr 19