Home
http://www.faz.net/-gpf-75hab
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Organspende-Skandal Schließung von Zentren gefordert

Nach dem Skandal um Organtransplantationen am Universitätsklinikum Leipzig haben Patientenschützer Konsequenzen gefordert. Noch in diesem Jahr sollte die Hälfte der Transplantationszentren geschlossen werden, forderte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung für Patientenschutz, Brysch.

© dapd Das Universitätsklinikum Leipzig am Mittwoch

Der Chef der Deutschen Stiftung  Patientenschutz, Eugen Brysch, hat die Schließung von  Transplantationszentren gefordert, um einen Kampf um Spenderorgane  zu vermeiden. Noch in diesem Jahr sollte die Hälfte der Zentren  schließen, um schädlichen Wettbewerb zwischen den Einrichtungen zu  vermeiden, sagte Brysch der „Bild“-Zeitung (Donnerstagausgabe).  Dieser Schritt soll laut Brysch den schädlichen Wettbewerb zwischen den Kliniken vermeiden. „Organspende braucht Offenheit und Vertrauen statt Profit und Eitelkeit“, sagte der Patientenschützer.

Auch Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sprach sich für eine Reduzierung der Zahl der  Transplantationszentren aus. Dies mache eine ständige Überprüfung  einfacher und sorge dafür, dass „falsche ökonomische Anreize“ keine  Rolle spielten, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Der F.A.Z. sagte Montgomery, man habe ein knappes Viertel der 47 Transplantationszentren überprüft und bei drei Zentren in den Jahren 2010/2011 erhebliche Auffälligkeiten entdeckt.

Am Leipziger Transplantationszentrum waren Unregelmäßigkeiten  bei der Organspende aufgedeckt worden. Laut Uniklinik sollen  Patienten fälschlich als Dialysepatienten ausgegeben und damit kränker gemacht worden sein, um deren Chancen auf eine Spenderleber  zu erhöhen.

Deutsche Hospiz Stiftung - Eugen Brysch © dpa Vergrößern Eugen Brysch, Chef der Deutschen Stiftung Patientenschutz

Nach Angaben der Universitätsklinik waren 37 Patienten  in den Jahren 2010 und 2011 und ein Patient im Jahr 2012 betroffen.  Der verantwortliche Direktor der Klinik sowie zwei Oberärzte wurden  beurlaubt. Im vergangenen Sommer war ein Organspende-Skandal an der Uniklinik in Göttingen aufgedeckt worden. Dort sowie auch in Regensburg  sollen durch die Manipulation von Krankenakten bestimmte Patienten  bei der Organspende bevorzugt worden sein.

Im vergangenen Sommer war ein Organspende-Skandal an der Uniklinik in Göttingen aufgeflogen. Dort sowie auch in Regensburg sollen durch die Manipulation von Krankenakten bestimmte Patienten bei der Organspende bevorzugt worden sein.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Debatte über Suizidbeihilfe Keine Hilfe zum Sterben, sondern beim Sterben

Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe für die Abgeordneten. Entsprechend nachdenklich hat der Bundestag über die Gesetzentwürfe zum ärztlich assistierten Suizid beraten. Die meisten Redner warben für ein Verbot organisierter Sterbehilfe. Mehr

02.07.2015, 16:06 Uhr | Politik
Peru Ärzte locken Wurm mit Basilikum aus Patienten-Auge

Mit einer ungewöhnlichen Methode haben Ärzte ihren Patienten von einem Parasiten befreit. Mehr

05.06.2015, 14:43 Uhr | Gesellschaft
Reizdarmsyndrom Eine Krankheit - viele Erklärungen

Reizdarmsyndrom ist ein Begriff für ein schweres Krankheitsbild, dessen Ursache noch nicht vollständig geklärt ist. In die Psychoecke stellt man die Betroffenen aber heute nicht mehr. Mehr Von Nicola von Lutterotti

26.06.2015, 14:28 Uhr | Wissen
Oldenburg Lebenslang für Ex-Krankenpfleger

Das Landgericht Oldenburg verurteilte Niels H. wegen Mordes an Patienten, Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung. Hinterbliebene begrüßten das Urteil. Mehr

26.02.2015, 18:05 Uhr | Gesellschaft
Aids-Kongress Mehr Geld, mehr Sex, mehr Positive

Das Thema Heilung ist erst einmal vom Tisch. Doch die Therapie von HIV-Patienten ist mittlerweile so erfolgreich, dass man sich beim Aids-Kongress in Düsseldorf auf den Kampf gegen die Stigmatisierung einigt. Mehr Von Peter-Philipp Schmitt, Düsseldorf

27.06.2015, 08:17 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 03.01.2013, 09:18 Uhr

Der Euro ist kein Geschenk der Götter

Von Berthold Kohler

Es war das gute Recht der Griechen, nein zu sagen. Jetzt aber müssen sie die Folgen tragen. Eine Wünsch-dir-was-Währungsunion, aus der sich jeder nur die Rosinen herauspicken könnte, hätte keinen Bestand. Mehr 169 387