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Organspende-Skandal Schließung von Zentren gefordert

 ·  Nach dem Skandal um Organtransplantationen am Universitätsklinikum Leipzig haben Patientenschützer Konsequenzen gefordert. Noch in diesem Jahr sollte die Hälfte der Transplantationszentren geschlossen werden, forderte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung für Patientenschutz, Brysch.

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Sebastian Ritter

Heuchelei

Unerträglich ist doch in diesen Tagen die Heuchelei diverser Herrschaften in den Medien - man habe aus falsch verstandener Nächstenliebe gehandelt, besser noch, habe das eigene Arztethos falsch verstanden. Nicht einer ist dabei, der sagt, worum es wirklich geht: Ums Geld. Nachdem die Vergütung für Organtransplantationen sehr hoch ist will doch jedes Pupskrankenhaus diese durchführen. Es ist ganz einfach: je mehr Transplantationen ich durchführe, desto mehr Geld bekomme ich - ob die Indikation dann so ganz stimmt, ist doch wurscht. Es bleibt nur ein Weg, sich zu wehren: ein Organspendeausweis mit einem Kreuzchen bei "Ablehnung", sowie ich auch einen habe!

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Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 03.01.2013 22:55 Uhr

Werteverfall Folge von Privatisierung ?

Schade, dass immer nur von "bestimmten" Patienten die Rede ist, wodurch verheimlicht wird, wer diese wirklich waren.

Kein Mensch wird sich ärgern, wenn Schwerstkranke eine neue Leber bekommen. Aber wenn ein reicher Kranker zu einem Schwerstkranken gemacht wird, dann liegt mehr als nur Ärger in der Luft, sondern Entsetzen über einen Werteverfall in der Medizin durch Korruption =Bestechung, Bestechlichkeit, moralischer Verfall.

Insofern ist es gut, wenn die Transplantationszentren verkleinert und damit übersichtlicher und kontrollierbarer gemacht werden.

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Wilfried Rauch
Wilfried Rauch (wirau) - 03.01.2013 19:38 Uhr

Organspende

Warum erfährt man nichts über die die bei der Organspende bevorzugten Personen? Wer wurde bevorzugt behandelt und warum? Welche Gelder sind da unter der Hand geflossen und an wen?

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Uwe Borg
Uwe Borg (Borgward) - 03.01.2013 18:05 Uhr

Ich nehme an, dass unter den begünstigten Patienten

eher Privatpatienten waren. Wer sonst wird vom Chef persönlich behandelt. Also nicht nur die aufopferungsvolle und selbstlose Hingabe zum eigenen Patienten als Motiv. Letztlich ein weiterer Beleg für die korrumpierende Wirkung der dem Solidaritätsprinzip eklatant wiedersprechenden Aufteilung der KVs in gesetzliche und private.

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Closed via SSO

Bundesärztekammer

Es ist ein Skandal erster Güte, dass die Politik die Überwachung dieser so überaus heiklen Sache der "Bundesärztekammer" übertragen hat, die ganz offensichtlich damit vollkommen überfordert ist.
Interessant nämlich: der sich selbst so hochtrabend "Kammer" nennende Verein ist gar keine "Körperschaft des Öffentlichen Rechts", wie der Name suggeriert, also wie z. B. die Industrie- und Handelskammern. Sie ist noch nicht einmal ein "Eingetragener Verein", also e. V., sondern ein Verein ohne eigene Rechtsfähigkeit.
Keine Frage, dass dieses Organtransplantations-Wesen schnellstens einer Ärzte-unabhängigen Organisation übertragen werden muss.
Es kann nicht sein, dass Ärzte sich selbst kontrollieren - insbesondere in diesem Bereich, wo sehr viel Geld fließt und es eben um Leben und Tod geht.

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leopold mansk

Die „Skandälchen“


... ( mal ganz niedlich ausgedrückt) mit den „Organschummeleien“ (auch ganz niedlich) lassen einem schon einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen, vor allem wenn man bedenkt, dass jemand, der es mit der Verpflanzungsreihenfolge nicht so eng sieht, es mit dem Tod des Spenders u. U. auch nicht so eng sieht, wenn er für seinen Spezi ein Organ benötigt.

Daher Organspender als potenzielles Organspendelager nein Danke.

Schafft künstliche Organe, und wir sind die Skandälchen mit den Organschummeleien los.

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Franz-Josef Wilde

Verstaatlichung

Man sollte den ganzen Wettbewerb überhaupt abschaffen und das ganze Gesundheitswesen einschließlich Pharmaindustrie und so was verstaatlichen, dann geht es vollkommen gerecht zu und es kann keine Korruption mehr geben und Patientenschützer brauchen wir dann ja auch nicht mehr.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.01.2013 23:09 Uhr
Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 03.01.2013 23:09 Uhr

Keine Verstaatlichung

Ich stimme Ihnen grundsätzliche zu, dass wichtige, gesellschaftliche Belange in die Hände des Staates gehören.

Sehe ich mir die derzeitige staatliche Situation in unserer Regierung aber an, die derart neoliberal geprägt ist, kann ich auch das Fürchten lernen. Denn wer sagt mir dann, dass Arme genau so bedient werden wie Reiche, wo viele Menschen Armen jetzt schon das Kinderkriegen verbieten möchten und diese Gruppen nur noch als Arbeitsmaterial gesehen werden und nicht als Menschen, was für den Neoliberalismus typisch ist ?

Nein, nein, wir brauchen weiterhin Patientenschützer, die sich um die Belange der Patienten kümmern und hohe Geldstrafen für patientenschädliches Verhalten seitens der Pharmaindustrie und Kliniken.

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fritz Teich

Man sollte Eurotransplant kein Herz schenken

Wenn ich schon ein Organ spenden wuerde, dann nur einem Arzt, der das Herz nach eigenem Ermessen vergibt. Man sollte Eurotransplant boycottieren. Ein Aberwitz in einem Transplantationssystem fuer Reiche und Krankenkassengelderveruntreuer. Das Leben hoert nun einmal irgendwann auf. Was geht das die Krankenkassen und den Staat an? Ein europaeischer Markt fuer den Organhandel, als ob es nichts wichtigeres gaebe. Dann doch lieber Regelungen ueber Tranktorensitze.

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Peter-Georg Römer

Schützer Schützer

Wie eine Tageszeitung heute titelte: "Deutschlands oberster Patientenschützer..." Parkschützer, Naturschützer, Verbraucherschützer, Tierschützer. Experten und Aktivisten allenthalben. Und Watcher! Abgeordnetenwatch, Foodwatch, Watchwatch.

Das Jahr 2013 sollte nicht zu Ende gehen, ohne daß wir noch etliche gemeinnützige Schützer- und Watcherorganisationen ins Leben gerufen haben. Es gibt noch viele in Vergessenheit geratene Showstars, die gern eine Schirmherrschaft übernähmen oder „Oberster" werden möchten. Und so viele Menschen, Tiere und Pflanzen, die sich liebend gern schützen ließen oder gewatcht werden müssen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.01.2013 11:44 Uhr
Gerhard Katz

Wer überwacht?

Wie Herr Römer sagt: Die Watch-Watch.

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Franz-Josef Wilde

.. und vor allem ...

... wer überwacht die Watcher und Schützer, die ja alle scheinbar uneigennützig und ehrenhalber diese Republik überwachen.

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Christian Wolff

völlig am Thema vorbei

wer Mangelwirtschaft erzeugt ( um nichts anderes geht es hier) erzeugt "Schlangestehen" und Wirtschaft unterm Ladentisch für die, die sich zu helfen wissen oder jemanden hierzu kennen. Die Kontrolle des Mangels und die Kontrolle der Kontrolle helfen nichts, wir brauchen mehr Organe. Der Politiker hat seinen Job schlecht gemacht, er muss die Rahmenbedingunen schaffen, dass dem Arzt Verantwortungskonflikte (zwischen seinem Patienten und einer anonymen "Gerechtigkeits-Warteliste" (= Mangelverwaltung) erspart bleiben.

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Günter Jäger

Gewinne mit Organspende-Organisationen

Solange mehrere Zentren für Organspenden existieren, wird das ein Anreiz zum Gewinn sein. Erst eine einzige Zentralkartei wird dies wegfallen lassen. Das ist ein aufgeklärtes Monopol.

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Lieschen Müller

Was ist denn das wieder für eine Entscheidung?

Steht da wirklich das Wohle der Bevölkerung an erster Stelle oder ist es nur wieder ein Machtspiel?

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03.01.2013, 09:18 Uhr

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