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Ole von Beust erklärt sich „Ein Politiker ist heutzutage einfach schneller durchgenudelt“

14.08.2010 ·  Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hat den Eindruck, als Politiker verbraucht zu sein. Im ersten Interview nach seiner Rücktrittsankündigung sagte von Beust der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: Für ihn gelte: „32 Jahre Landespolitik, davon 17 hauptberuflich: Das ist genug.“

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Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hat den Eindruck, als Politiker verbraucht zu sein. Damit begründet er seine Entscheidung, frühzeitig sein Amt niederzulegen. „Ich finde, irgendwann hat sich ein Berufspolitiker verbraucht. Dann wiederholt sich alles. Man selbst und die Wähler bekommen den Eindruck: Das haben wir doch alles schon oft gehört“, sagte von Beust dieser Zeitung in seinem ersten Interview nach der Ankündigung des Rücktritts. Von Beust macht diese Wahrnehmung nicht an speziellen Themen fest: „Das ist mehr ein allgemeines Empfinden.“ Dies habe auch mit der zunehmenden Dichte der Medienberichterstattung zu tun. Es erschienen immer mehr sich wiederholende Berichte über einen: „Man ist einfach schneller durchgenudelt, als das vor 20 Jahren der Fall war.“ Für ihn gelte: „32 Jahre Landespolitik, davon 17 hauptberuflich – das ist genug.“

Nachdem es über eine längere Zeit Gerüchte gegeben hatte, von Beust wolle sein Amt als Erster Bürgermeister Hamburgs frühzeitig niederlegen, teilte dieser am 18. Juli mit, er werde zum 25. August zurücktreten. An diesem Tag soll der bisherige Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) zu von Beusts Nachfolger gewählt werden.

Allerdings zögern die Grünen noch. Sie werden auf einem Parteitag am kommenden Wochenende entscheiden, ob und wie die Koalition mit der CDU fortgesetzt werden kann. „Ole von Beust war eine zentrale Figur des schwarz-grünen Bündnisses. Über seinen Rücktritt mitten in der Legislaturperiode sind wir enttäuscht und begegnen ihm auch mit einem gewissen Unverständnis“, sagte die Landesvorsitzende der Grünen, Katharina Fegebank, dieser Zeitung. Die Partei befinde sich in einer Diskussion über den Bürgermeisterkandidaten Ahlhaus.

Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel war durch von Beust kurz vor dessen Rücktrittsankündigung bei einem Treffen auf Sylt über die konkrete Zeitplanung informiert worden: „Dass ich intensiv darüber nachgedacht habe, ob ich in zwei Jahren noch mal antreten würde, wusste sie aber schon länger“, sagte Beust. Merkel habe gesagt, sie finde es „schade“, dass er sich aus der Politik zurückziehe. Die CDU-Vorsitzende habe nicht versucht, ihn umzustimmen. Sie habe ihm auch kein anderes Amt angeboten. Der Eindruck, verbraucht zu sein, sei sein subjektiver, kein allgemeiner.

Dass in jüngster Zeit so viele führende CDU-Politiker aus ihren Führungsämtern oder gleich ganz aus der Politik ausscheiden, hält von Beust nicht für ein Problem. Auf die Frage, ob es nicht schwierig werde, den Verlust von Politikern wie Roland Koch, Jürgen Rüttgers, Dieter Althaus oder von ihm selbst wettzumachen, sagte von Beust: „Da kommen schnell Neue. Sie wissen doch: Der König ist tot. Es lebe der König!“

Das komplette Interview mit Ole von Beust lesen Sie in der Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 15. August 2010, Seiten 2 und 3

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