21.07.2012 · In der Beschneidungsdebatte appellieren auf FAZ.NET mehrere hundert Mediziner und Juristen an Bundesregierung und Bundestag, die Kinder stärker zu schützen. Der volle Brief im Wortlaut.
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Ein wissenschaftlicher Aufsatz zur Versachlichung der Diskussion
Hier ist ein wissenschaftlicher Aufsatz zu diesem Thema, der sich mit
den juristischen, medizinischen, philosophischen und gesellschaftlichen
Aspekten auseinandersetzt. Der Aufsatz ist von Prof. Holm Putzke aus
einer Festschrift für Prof. Rolf Dietrich Herzberg aus dem Jahr 2008:
Holm Putzke, Die strafrechtliche Relevanz der Beschneidung von Knaben,
Zugleich ein Beitrag über die Grenzen der Einwilligung in
Fällen der Personensorge, in: Holm Putzke u.a. (Hrsg.), Strafrecht
zwischen System und Telos, Festschrift für Rolf Dietrich Herzberg
zum siebzigsten Geburtstag am 14. Februar 2008, Mohr Siebeck,
Tübingen, 2008, ISBN 978-3-16-149570-0, S. 669-709
im Internet: http://www.holmputzke.de/images/stories/pdf/2008_fs_herzberg_beschneidung.pdf
Jeder, der sich ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzen will,
sollte zuvor diesen Aufsatz lesen.
Aus eigener Erfahrung am Kind (später: Jungen und Mann):
Circumcisio ist eine Schweinerei, mit Vernässen, Nachbluten,
Schmerzen, Vernarbung, Unfähigkeit des Erlebens mehrfachens Orgasmus.
Einzig die schnelle, ja: vorschnelle Ejakuation - wie bei jedem Manne,
sorgt für einen wenig genussreichen Höhepunkt.
"Juristen" sagt die FAZ. ...noch mehr "Cand. iur.", "Ref. jur." und "Ass." hat jede Facebook-Gruppe
Nicht auszuschließen dass auch die "Emeriti" nach ein
paar Jahren wieder auf diesem Kompetenzniveau stehen, mit Verlaub. Bei
Bedarf (bitte hier posten) kann ich einen öffentlichen Brief mit
40.000 entsprechenden Unterschriften einschicken zum Thema
"Weltanschauungsfreiheit kann kein Freibrief für Gewalt sein:
Haareschneiden verbieten".
es ist absolut polemisch, Abtreibung gegen Abschneidung auszuspielen. Natürlich läuft etwas falsch in Deutschland, wenn man die wachsende Zahll der Abtreibungen betrachtet und das bereitet Vielen, darunter auch mir, Unbehagen. Nur mit dem Verweis auf eine schlechte Praxis eine weitere schlechte Praxis zu legitimieren, ist übel übel.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 15:09 UhrSo einfach können Sie es nicht machen, Herr Scheffler
Moral ist nicht selektiv, ansonsten wird sie zu einer bloß interessengeleiteten Betroffenheitsgeste. Ich kann nicht vehement ein verabsolutiertes Recht auf körperliche Unversehrtheit einfordern, dafür aber beim unendlich weitreichenderen Lebensrecht ein "Auge zudrücken". Äußerte sich hier in zahlreichen Kommentaren lediglich ein Unbehagen(!) an der Beschneidung, ließe sich wenig sagen. Man muss Beschneidung nicht befürworten. Nur will man eben nach 60 Jahren Geltung des Grundgesetzes bei der Beschneidung urplötzlich mit der Verbotskeule ran. Die "schlechte Praxis" der Abtreibung ruft hingegen maximal ein Unbehagen hervor. Ist das wirklich konsequent oder scheint da nicht eine Lebenseinstellung durch, die in moralischer Hinsicht auf einmal sehr flexibel ist? Lesen Sie bitte den Artikel vom 23.7.2012 auf WELT ONLINE "Fässer mit 250 Embryonen im Wald gefunden", vielleicht sehen sie dann, dass es sich bei Abtreibung nicht nur um eine "schlechte Praxis" handelt.
So harmlos ist die Beschneidung von Jungen doch nicht immer. In Wikipedia gibt es einen Artikel zum Fall des David Reimer, dessen Penis bei der Beschneidung irreparabel beschädigt wurde. Der Jungen wurde dann zum Mädchen umoperiert.
Leider ist das Thema einseitig beleuchtet
Natürich stellt dieser offene Brief eine
Meinungsäußerung dar, welche auf jeden Fall zu respektieren
ist. Aber Wenn ich mit wissenschaftlichen Forschungesergebnissen
argumentiere und auch noch die die Berücksichtigung der
Befürchtungen religiöser Gruppen postuliere, muss ich mich
daren messen lassen.
Leider wird der religiöse und religionshistorische Kontext in
diesem Brief komplett ausgeblendet. Erst wenn dieser berücksichtigt
wird und hieraus eine Meinung abgeleitet wird, ist die Meinung für
das Beschneidungsverbot wissenschaftlich begründet, wie in dem
Brief insistiert.
Es bleibt schwierig
Sofern Sie glauben, daß man Religon wissenschaftlich betreiben kann, haben Sie natürlich Recht. Der religionshistorische Kontext aber kann sicher vorausgesetzt werden. So schwer ist das ja nicht zu verstehen. Im Übrigen bleiben alle Befürworter aufgefordert, das Thema verständlich und plausibel aus Sicht der Religion darzustellen und zu beweisen, daß eine Verschiebung des Ritus in die Volljährigkeit vollkommen unmöglich ist. Und selbst dann hat der Staat gegenüber jedem Menschen in seinem Machtbereich die Pflicht seine persönlichen Grundrechte zu schützen.
der religiöse und religionshistorische kontext
steht zur öffentlichen debatte und ist völlig hinreichend beleuchtet. Dieser offene brief ist als antwort darauf zu verstehen.
Antrags-oder Offizialdelikt: ein Kölner oder Düsseldorfer faux pas?
Putzkes Werkzeug
Putzke sinniert mit Popper über eine Versachlichung der Argumente
nach, übersieht den Konventionscharakter sprachlicher
Ausdrücke, auf den schon Aritoteles in de interpretatione dank
schlechter Übersetzungen hier wohl wirkungslos hingewiesen hat, und
deklariert medizinische Instrumente zu gefährlichen Werkzeugen.
Wenn dass allgemeine Meinung ist, sollte der Bundestag den § 224
Abs. 1, 2 StGB dahingehend ändern, dass in Berufsausübung
benutzte Instrumente nicht als gefährlich eingestuft werden. Dann
hätten wir automatisch Schweizer Verhältnisse und die hier in
Rede stehende rituelle Beschneidung, die nicht zu einem Organverlust -
etwa dadurch, dass das Messerchen ausrutscht - contra artem führt,
wäre nur auf Antrag der Betroffenen zu beurteilen.
Hat die Staatsanwaltschaft Köln sich gesetzeskonform nach §
230 StGB verhalten hat - oder hat sie auf Anweisung des Ministers
gehandelt? Das wäre allerdings Grund genug Herrn Kutschaty umgehend
zu entlassen!
versachlichung
dazu sollte man wissen, das Thomas Kutschaty nicht nur justizminister,
sondern auch rechtswissenschaftler und rechtsanwat ist. Er gehört
als ordentliches mitglied dem innenausschuss, dem rechtsausschuss und
dem kontrollgremium gem. § 23 d. verfassungsschutzgesetzes NRW an.
Die staatsanwaltschaft köln hat mit sicherheit eine eigene
rechtsauffassung wieder gegeben, selbst wenn der minister sich mit ihnen
beraten hätte. Eine anweisung ist erst mal reine unterstellung und
zweitens, wäre eine beratung als rechtswissenschaftler und als
mitglied im kontrollgremium des verfassungsschutzgesetzes, ohne weiteres
gesetzeskonform.
Ebenfalls haarspalterei, ob man medizinische instrumente in
zusammenhängen auch als gefährliche werkzeuge bezeichnen kann.
Eine rituelle beschneidung führt zwar nicht zu einem organverlust,
aber zu einem sexuellem gefühlsverlust, der nicht weniger schwer
einzustufen ist. Eine handamputation wäre auch kein organverlust,
macht es aber nicht harmloser.
Beschneidung von Kindern und Babys verletzt deren Religionsfreiheit!
Ein Verbot der Beschneidung von Kindern und Babys verstößt NICHT gegen die Religionsfreiheit. Im Gegenteil: Die Beschneidung von Kindern und Babys verstößt gegen die Religionsfreiheit. Kinder und Babys gehören keiner Religion an. Sie sind genauso wenig christlich, muslimisch oder jüdisch wie sie auch nicht sozialdemokratisch, christdemokratisch, links oder rechts sind. Christlich, muslimisch oder jüdisch ist, wer sich zu dieser Religion zugehörig fühlt. Voraussetzung dafür ist Religionsmündigkeit. Voraussetzung für Religionsmündigkeit ist ein gewisses Verständnis der Welt und der Religion(en). Dieses erreicht man frühestens mit Ende der Schulzeit. Erst dann sind Jugendliche religionsmündig und - vielleicht - Christen, Muslime, Juden, Agnostiker oder Atheisten. Die Vereinnahmung der Kinder und Babys von den Religionsgemeinschaften verstößt gegen die Religionsfreiheit dieser Kinder und Babys.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 13:29 UhrBeschneidung von Kindern und Babys verletzt deren Religionsfreiheit! (Teil 2)
Keine Religionsgemeinschaft darf Andere ohne deren ausdrückliche
Einwilligung (Voraussetzung: Religionsmündigkeit) als ihre
Religionsangehörige betrachten und an ihnen religiöse Riten
vollziehen. Das Menschenrecht der Religionsfreiheit ist ein Recht der
Menschen auf freie Religionsausübung an und mit sich, aber kein
Recht der Religionsgemeinschaften und deren Anhänger auf
Religionsausübung an wehrlosen, religionsunmündigen Kindern
und Babys.
Außerdem birgt jede medizinisch unnötige Operation
unnötige Risiken in sich und hat daher zu unterbleiben. Dass solch
eine Operation nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, kann
auch psychische Probleme bereiten, wenn sich das Kind später gegen
diese Religion, mit der es markiert wurde, entscheidet.
Beschneidung von Kindern und Babys verletzt deren Körper,
aber nicht ihre religionsfreiheit. Religionsmündigkeit, die man mit
14 jahren hat, ist da noch mal etwas anderes. Du kannst eltern nicht das
recht nehmen, ihre kinder auch in ihrem glauben und ihrer religion zu
erziehen. Auch die kinder und babys einer moslemischen oder
jüdischen familie, sind dann selbstverständlich mitglieder der
jeweiligen gemeinde. Eine "neutralitätspflicht"
gegenüber den eigenen kindern gibt es nicht.
Sollte es also in einer religion usus sein, das alle nur ein hosenbein
tragen oder sich grün anmalen, muß das unter der
religionsfreiheit, auch für die kinder dieser familien, völlig
legal sein. Es muß mir auch nicht gefallen, wie und in welche
richtung da erzogen wird. Die erziehung hat sich dabei an geltende
gesetze und grundrechte zu halten, alles andere bleibt privatsache.
Bei irreversibler körperverletzung und amputation von sehr
empfindlichen und gefühlsintensivem gewebe an kindern, hört
die freiheit der religionen eben wieder auf.
Die Beschneidung ist eine archaische Methode, ein männliches Wesen
in die Gruppenidentität,
sozusagen irreversibel, einzubinden. Der kleine Mensch wird ohne seinen
Willen und gewaltsam
quasi gebranntmarkt. Auch manche afrikanischen Tribes praktizieren das.
Der "Beschneidungsschock", den der junge Mensch erleidet,
bindet ihn auf psychsozial
hochwirksame Weise an die Gemeinschaft, die ihn auf diese brachiale
Weise "eingemeindet" hat.
Kölner oder Düseldorfer faux pas?
Putzkes Werkzeug
Putzke sinniert mit Popper über eine Versachlichung der Argumente
nach, übersieht den Konventionscharakter sprachlicher
Ausdrücke, auf den schon Aritoteles in de interpretatione dank
schlechter Übersetzungen hier wohl wirkungslos hingewiesen hat, und
deklariert medizinische Instrumente zu gefährlichen Werkzeugen.
Wenn dass allgemeine Meinung ist, sollte der Bundestag den § 224
Abs. 1, 2 StGB dahingehend ändern, dass in Berufsausübung
benutzte Instrumente nicht als gefährlich eingestuft werden. Dann
hätten wir automatisch Schweizer Verhältnisse und die hier in
Rede stehende rituelle Beschneidung, die nicht zu einem Organverlust -
etwa dadurch, dass das Messerchen ausrutscht - contra artem führt,
wäre nur auf Antrag der Betroffenen zu beurteilen.
Hat die Staatsanwaltschaft Köln sich gesetzeskonform nach §
230 StGB verhalten hat - oder hat sie auf Anweisung des Ministers
gehandelt? Das wäre allerdings Grund genug Herrn Kutschaty umgehend
zu entlassen!
Danke für diesen tollen Artikel!
Es macht Mut zu sehen, dass man nicht allein ist und dass die
millionenfache Misshandlung von kleinen Kindern auf immer tönernen
Füßen steht. Da bekommt der Ausdruck 'Es muss ein Ruck durch
Deutschland' gehen eine neue und konkrete Bedeutung.
Leider sollte man auch über den großen Teich schauen, denn da
werden noch heute 50 % aller männlichen Säuglinge beschnitten
und mit Ihrer Vorhaut in der Kosmetik- und Pharmabranche viel Geld
verdient. Beschneidung ist also nicht nur eine Misshandlung, sondern
auch eine Ausbeutung der Kinder.
Wichtig ist auch der Hinweis, dass die Religionsfreiheit kein
unbedingtes Recht ist. Der Artikel 140 des GG hat den Artikel 136 der
Weimarer Reichsverfassung übernommen. Darin heisst es: "Die
bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten
werden durch die Ausübung der Religionsfreiheit weder bedingt noch
beschränkt." Das heisst im Klartext, das Recht auf
Unversehrheit hat Vorrang vor der Religionsfreiheit.
In keinem Land der Welt gibt es eine derart aufgeheizte Diskussion über dieses Thema !
Was ich nicht verstehe, ist diese emotionale Vehemenz, mit der da
jedesmal über dieses Thema diskutiert wird. Warum ist es den
Deutschen auf einmal nach 60 Jahren Beschneidungspraxis so enorm wichtig
?
Warum wird da mit "sexueller Gewalt" argumentiert ?
Ist es wirklich nur die angeblich mangelnde Rechtssicherheit ?
Ist es wirklich das Wohl des Kindes, was da im Vordergrund steht ?
Ich habe da einen ganz anderen Eindruck: Man hat endlich das
Selbstbewusstsein wieder gefunden, das bei den Deutschen seit dem
2.Weltkrieg wegen der Holocaust-Geschichte künstlich
unterdrückt war. Lange Zeit traute man sich nicht, aber jetzt traut
man sich wieder. Und was kommt dabei zum Vorschein ?
Eine fürchterliche Intoleranz der Deutschen anderen Kultruren und
Mentalitäten gegenüber, die Unfähigkeit Andersartigkeit
zuzulassen. Versteckt wird das alles hinters GG und angeblichem
medizinischem Fortschritt.
Das ist deutsche Besserwisserei, Kleingeistigkeit und
Provinzialität !
ist ein archaisches Blutritual, das der Gruppenidentität einen
psychomotorisch wirksamen Stempel aufdrückt, ähnlich einem
Brandmal. Damit wird dem Individuum eingeprägt, es entkomme seiner
Gemeinschaft nicht mehr, wie auch immer es sich im Leben weiterentwickle.
Ein Element nicht selbstverschuldeter Unmündigkeit wird so, einem
wehrlosen jungen Menschen
"auf den Leib geschnitten".
Dagegen wehrt sich eine freie Gesellschaft zu Recht.
Ich wurde in eienm kommunistischen KZ und Zwangsarbeitslager so zugerichtet, dass ich mehrere Operationen brauchte, um wieder ein Mann zu werde. Diese Aerzte waren echte Fachleute!!! Schon einigemale habe ich darauf hingewiesen ind iesem Forum. Wo blieben da all diese liebenswerte Fachleute? Und es gab Millionen, die aehnlich zugerichtet wurden. Nur Stillschweigen darauf.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.07.2012 14:57 Uhrgegenfrage
von welchen millionen in welchen kommunistischen kz und
zwangsarbeiterlagern sprechen sie? Gulags in sowietischer
kriegsgefangenschaft?
Was hat ein forum damit zu tun und was mit dem beschneidungs thema? Ich
verstehe einfach nicht was sie meinen und wollen.
Wenn soviele Fachleute sich gegen einen Religioesen Agt wenden, hat das auch einen
politischen Grund! Ich habe auch schon dazu was gesagt, ohne ein Fachman
zu sein, aber ich bin ein entschiedener Christ. Gehoere also zu den
"uneinsichtigen Religieosen". Da wurde auch von Aufklaerung
gesprochen, bekanntlich hats ich die gegen den Glauben gerichtet. Also
fuer mich nicht annehmbar, fuer mich gibt es eine andere Aufklaerung:
Vor rd 4000 Jahren hat die mit Abraham angefangen und wurde mit/durch
Jesus vor 2000 Jahren vollendet!!!
Einigemal wurde in dieser Diskussion nach der der Abtreibung gefragt,
Aber diese "Fachleute" haben nichts dazu zusagen. Warum nicht?
Da gibt es viele, die von "Unversehrtheit" des Kindes
Gesprochen. Wird ein Kind, das Abgetrieben wird und noch lebend in den
Abfalleimer geschmissen haben, ist das nicht auch eine Verletzung
menschlichen Lebens? Wenn diese "Fachleute" geschwiegen
haetten, waeren sie glaubgafter. Als Privatleute hatten sie genau so
sprechen koennen wie jeder andere. Aber soviele "Fachleute"
wollen Macht ausueben. Anti-Religioes.
Aufklärung vor 4000 Jahren und vor 2000 Jahren
Sicher sind diese Ereignisse in der Menschheitsgeschichte wegweisend
gewesen dennoch ist Aufklärung nie abgeschlossen. Es gibt immer
wieder Neue Erkenntnisse neue Sichtweisen und auch Neuinterpretationen
von Kulturellem Erbe. Ich denke nicht, dass ihre sichtweise der eines
Christen vor 1800 Jahren oder der eines Christen vor 800 Jahren auch nur
annähernd ähnlich sind.
.
In jeder Generation gibt es Weiterentwicklungen die mal wegweisender und
mal weniger bedeutend sind. Und sicher auch manchmal in eine Sackgasse
enden. Wichtig an einer Diskussion finde ich, dass sie weniger an
Einzelmeinungen als mehr an konsensfähigen Meinungen orientiert.
hoffentlich
Natürlich hat das einen politischen grund, denn es soll erstens
politisch, nicht gerichtlich entschieden werden, zweitens ohne die
berücksichtigung der hier vorgebrachten kritikpunkte, drittens hat
es etwas mit unserer politischen struktur im land zu tun. Wir sind eine
demokratie und in der weiß man, das man mehrheiten für
politische entscheidungen braucht.
Der mainstream hat alle pro-beschneider zu wortführern gemacht, so
das es zu einer demokratischen pflicht wird, die zu wort kommen zu
lassen, die sich mit der anatomie des menschen auch auskennen.
Auch ich bin völlig für das grundrecht auf leben. Gibt es
einem das recht auf zwangsmutterschaft ? Nicht die frauen treiben ab,
die gesellschaft lässt es zu. Keine "normale" frau treibt
ihr kind grundlos ab. Es wird ihr erlaubt es noch nicht als kind zu
sehen, und wenig bis nichts getan, diese gründe auszuräumen.
Auch für mich gäbe es nur die alternative, der ungewollt
schwangeren leihmutterschaftsentschädigung zu zahlen.
...kann man als erwachsener Mensch tatsächlich davon überzeugt sein, jemand sei in der Ausübung seiner Religion behindert, wenn er nicht vor seiner Einwilligungsfähigkeit beschnitten wird? Es ist doch auch kein Ding, wenn ein Kind nicht getauft wird, es kann ja trotzdem alles machen, was ein getauftes Kind auch kann. Da muss Religion eben ein bisschen flexibler werden, wo ist das Problem? Ich finde es vollkommen unverständlich, dass die Politik vor Interessenverbänden einknickt und einen derart gravierenden Eingriff in das Persönlichkeitsrecht eines Kindes, das die Interessenverbänden den Kindern offensichtlich nicht zugestehen möchten (was nicht gerade für sie spricht), zulassen möchte. Wenn es nicht Recht ist, sollen sie ins Ausland gehen und es dort machen lassen. Vielleicht lernen sie dazu, wenn sie an einen Arzt geraten, der es verpfuscht. Manche verstehen Dinge nur, wenn es richtig weh tut. Man kann nur hoffen, dass die nächsten Generationen einsichtiger und vernünftiger werden.
Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 11:13 UhrRichtig. Erstmal informieren !
Kein Kind der Welt käme von alleine auf die Idee, ein anderes Kind aufgrund seiner Religionszugehörigkeit auszugrenzen. Es sei denn, es wird ihnen eingetrichtert. Sind Sie der Meinung, dass aus einem ungetauften Kind kein vollwertiger, charakterlich gefestigter,emphatischer Mensch wird ? Oder aus einem unbeschnittenen Kind ? Die Brit Shalom zeigt wunderbar, dass es auch ohne Beschneidung geht...
Traurig
Ja schon sehr Traurig dass unser kath. Pfarrer die Taufe unseres Kindes
abgelehnt hat weil seine Eltern (wir) keine Mitglieder der katholischen
Kirche sind. Was kann das Kind dafür ?
Und übrigens, niemand hat etwas gegen die Taufe, da wird einem
immerhin nichts abgeschnitten.
neutäufer
Bitte erst informieren. Die neutäufer, oder babtisten, sprechen
sich als evangelisch freikirchliche christen ebenfalls gegen die
kindertaufe aus. Sie sind der ansicht, das der mündige selbst sich
für die taufe entscheiden muss, um das freie glaubensbekenntnis zu
geben. Keine christen, keine religion, ungläubige vor dem herrn?
Kinder wollen keinen gott kennen lernen. Sie wollen wissen was ihre
vorbilder mit gott meinen. Kindern diese begegnung glaubhaft zu
ermöglichen, ist so simpel wie sie vom weihnachtsmann zu
überzeugen.
Taufzwang, sonst dürfen kinder nicht mitmachen? Schon damit
entlarvt ihr kindern diese verpassten veranstaltungen als show. Sozialer
ausschluss eines kindes ist ein tolles vorbild, glückwunsch. Wir
sind religionsfeindlich? Ihr sondert ab und aus, nicht wir.
Doch,...
...genau das ist Religion. Show. Ohne Religionen gäbe es weniger Leid auf dieser Welt, sei es direkt als Folge von Streitigkeiten über unterschiedliche Weltanschauungen, oder wenn Religion als Vehikel für politische Interessen dient. Weiterhin gibt es kein Kind, das von sich aus den Wunsch äußert, 'Gott kennen zu lernen'.
Bitte erst informieren!
Es ist traurig wie sehr sich Menschen äußern die keine Ahnung
haben von Religionen. Sorry, aber eine Taufe ist die Grundlage das ein
Kind an christlichen Leben teil nimmt. Wer nicht getauft ist, ist vom
Kommunionsempfang und allen anderen Sakramenten ausgeschlossen.
Das mag Ihnen nicht wichtig sein, für Kinder die nicht mitmachen
dürfen es schon. Für Kinder die Gott kennenlernen wollen, ist
dsa sehr schlimm.
Warum sind die Kidner ausgeschlossen? Die Kinder können jederzeit
mitmachen. Aber erst wenn sie wirklich ernsthaft dabei sind und getauft
sind. Denn Religion etwas ernsthaftes ist und keine Show.
von Hunden ist aus Tierschutzgründen in Deutschland verboten.
Offenbar soll jetzt derart mindere Körperverletzung bei Menschen
aus religiösen Gründen erlaubt werden. Das ist
Beliebigkeitsethik und Einknicken vor religiösen
Interessenverbänden, aus historischen oder welchen Gründen
auch immer. Die Aufklärung ist nicht zu Ende solange mit der
Anmaßung im Besitz der gottgegebenen Wahrheit zu sein
Menschenrechte von Wehrlosen außer Kraft gesetzt werden
können.
@Stefan Neudorfer
Abtreibung: Grundsätzlich ja, aber man muss da differenzieren.
Solange der Embryo noch kein zentrales Nervensystem hat, also nur eine
Ansammlung von Zellen ist, ist er nicht leidensfähig. Allerdings
ist dieser Zeitraum sehr kurz. Insofern bin ich mit der geltenden
gesetzlichen Regelung auch nicht einverstanden. Aus besagten
Gründen habe ich aber nichts gegen Präimplantationsdiagnostik.
Eine sicher ungewohnte aber konsistente Haltung, wie ich meine.
Es geht ja auch nicht nur um ein "Stückchen Haut" sondern
um die statistisch mit dem Eingriff verbundenen Komplikationen, die in
Kauf genommen werden sollen (Narkoserisiko, Infektionen).
Außerdem: Wie grenzt man das "Stückchen Haut" von
Verstümmelungen ab? Fragen über Fragen.
Die jetzt geplante gesetzliche Regelung ist inkonsistent mit den im
Grundgesetz festgeschriebenen und völkerrechtlich anerkannten Menschenrechten.
Zum Kupieren: Dafür sind's halt nur Tiere und nur Ohren kupieren
ist auch verboten.
Reden Sie wenn es um Abtriebung geht auch so?
Denn bei der Abtreibung geht es um die Tötung eines Menschen, nicht
nur um Haut. Oder ist gemäß Aufklärung eine Abtreibung
OK, aber ein stückchen Haut so richtig schlimm.
Zum Kupieren: So weit ich weiß wird der Penis nicht abgeschnitten,
beim kupieren wird sehr wohl sehr viel oder alles abgeschnitten.
Der deutsche Wissenschafts- und Fortschrittsglaube ist ungebrochen!
Der deutsche Wissenschafts- und Fortschrittsglaube scheint ungebrochen.
Auch das 20 Jahrhundert, mit seinen pseudowissenschaftlich aufgeladenen
Ideologien, hat es nicht geschafft die Deutschen skeptischer werden zu
lassen.
Mit Hilfe „neuester“ wissenschaftlicher Erkenntnisse, konnte
man hierzulande schon immer alles legitimieren, worüber man oft
schon Jahrzehnte später nur den Kopf schütteln konnte. Nun
also die Beschneidung, die angeblich "schweren seelischen Schaden verursacht".
Das deutsche Volk ist, zumindest unfreiwillig, sehr viel komischer als
im Ausland bekannt. Wenn man die Namen und Titel der ernsten
Unterschreiber liest, fühlt man sich schnell an Loriot erinnert!
Wissen Sie warum?
Der deutsche Wissenschafts- und Fortschrittsglaube ist deshalb
ungebrochen, weil es das einzige ist, das uns wirklich weiterbringt.
Ohne diesen Glauben könnten Sie den Kommentar, den Sie gerade
abgegeben haben überhaupt nicht abgeben! Ok, in diesem Einzelfall
wäre der Menschheit nichts wichtiges verloren gegangen.
Die vorhaut ist der empfindlichste teil am penis.
"-Nun also die Beschneidung, die angeblich "schweren
seelischen Schaden verursacht".-"
Jo, hätte der onkel doktor nicht gesagt das puttmachen falsch ist,
wäre ich alleine nie drauf gekommen.
Meinst du wirklich ich bräuchte "neueste wissenschaftliche
erkenntnisse", um jeden vor den kopp hauen zu wollen, der mir meine
vorhaut nehmen wollte? Es ist so albern betroffene zu fragen, die
glauben ihrem gott das schuldig zu sein. Was bitte sollen die anderes
tun, als den scheiss zu verteidigen?!
Es ist völlig zweitrangig ob man auch damit leben kann, das kann
man mit einem auge auch. Anatomisch eine unmöglichkeit, das mit der
beschneidung nicht irreversible gefühlsregionen amputiert werden,
und es im endeffekt zu einer ABSTUMPFUNG der empfindlichkeit am
sexualorgan kommt. Wer diesen irrsinn selbser will, bitte. Wer es
unmündigen kindern antut, macht sich schwer strafbar.
Es ist mir völlig egal wer mich dabei bestätigt. es ist MEIN
rechtsempfinden für KINDER.
Nun Herr Russe,
bisher sind die Deutschen mit Fortschritt und Wissenschaft ja ganz gut gefahren- im Vergleich zu den meisten anderen Ländern, die teilweise noch Jahrzehnte hinterher hinken (explizite Beispiele vermeide ich, aber die überzeugte Fortführung jahrtausendealter Riten korreliert meiner Meinung nach mit der Entwicklung einiger Länder drastisch). Skeptisch muss man sein, richtig, aber wenn man ein geschultes Auge hat, erkennt man schwarze Schafe schnell. Diese unterschreibenden Menschen, die im Gegensatz zu vielen Esoterikern viele Jahre damit verbringen, ihre Erkenntnisse durch fundierte Forschung zu stützen, gehören so wie ich das sehe, nicht zu denen, gegenüber denen man skeptisch sein müsste. Aber Sie als überzeugter Wissenschaftsskeptiker haben selbstverständlich mehr Ahnung als ein geballter inkompetenter Haufen von 300 Juristen und Medizinern mit einem vieljährigen Studium und unzähligen Fortbildungen. Das zeigt schon Ihr ganz verallgemeinerndes Abstreiten von seelischen Schäden.
Ein ganz hervorragender Artikel! Da sollten am Besten nicht die Politiker entscheiden, die stellen ihre Fahnen immer in den gerade passenden Wind! Am Besten gleich vor das Bundesverfassungsgericht!!! Das ist real unabhängig!
sehr erfreulich dieser sehr gute Beitrag in der FAZ !!
Besonders gut ist das auch offen gegen den typischen Reflex in Israel
und Deutschland argumentiert wird:
"Hier muss auch wechselseitiges Verständnis gefördert
werden. Der schwerwiegende Vorwurf jedoch - unter assoziativem Verweis
auf den Holocaust - durch ein Verbot der rituellen Jungenbeschneidung
würde „jüdisches Leben in Deutschland“
unmöglich werden, ist für Vertreter des Kinderschutzgedankens
nicht hinnehmbar"
Erfreulich und ihrerseits empfehlenswert sind die Empfehlungen zu den
Kommentaren der FAZ-Leser. Dies lässt darauf schließen dass
ein große Mehrheit der Deutschen die rituelle Beschneidung in
Deutschland, wie sie aktuell existiert, nicht will! - offensichtlich
nehmen dies die bundesdeutschen Politiker und Medien aber nicht zur Kenntnis.
Gruß
*A
schlechter vergleich
die frage ist, ob "die grosse mehrheit" neutral oder
voreingenommen religiös antworten würde. Der s21 vergleich
hinkt hierbei sehr, denn hier geht es um eine grundsatzdebatte, nicht um
regionale städtebauideen.
Einer neutralen mehrheit bliebe gar nichts anderes übrig, als
nüchtern festzustellen, das eine amputation von empfindlichstem
gewebe am geschlechtsteil eines kindes eine körperverletzung
darstellt und nicht legal sein kann.
Herr Rabe,
ich glaube nicht, dass die Grosse Mehrheit es nicht will. Sie koennen sich sicher noch an S21 erinnern. Waren Sie nicht auch sehr sicher, dass die Mehrheit gegen S21 ist. Und war sie?