http://www.faz.net/-gpf-8bvs3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 31.12.2015, 00:00 Uhr

Neujahrsansprache von Merkel „Wir schaffen das, denn Deutschland ist ein starkes Land“

In ihrer Neujahrsansprache verteidigt Angela Merkel die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Das Land profitiere von gelungener Einwanderung.

von , Berlin
© dpa Merkel mahnte: „Es kommt darauf an, denen nicht zu folgen, die mit Kälte oder gar Hass in ihren Herzen ein Deutschsein allein für sich reklamieren und andere ausgrenzen wollen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnet in ihrer Neujahrsansprache die Einreise von Flüchtlingen als eine Chance für Deutschland. Zwar werde „der Zuzug so vieler Menschen uns noch einiges abverlangen“, sagt sie in der am Mittwoch aufgezeichneten Fernsehansprache. „Das wird Zeit, Kraft und Geld kosten - gerade mit Blick auf die so wichtige Aufgabe der Integration derer, die dauerhaft hier bleiben werden.“ Merkel fügt an: „Von gelungener Einwanderung aber hat ein Land noch immer profitiert – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.“

Günter Bannas Folgen:

Aus den Fehlern der Vergangenheit müsse gelernt werden, äußert sie mit Blick auf den früheren Umgang mit den sogenannten Gastarbeitern. „Unsere Werte, unsere Traditionen, unser Rechtsverständnis, unsere Sprache, unsere Gesetze, unsere Regeln – sie tragen unsere Gesellschaft, und sie sind Grundvoraussetzung für ein gutes, ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Zusammenleben aller in unserem Land. Das gilt für jeden, der hier leben will.“ Deutschland sei an Herausforderungen stets gewachsen.

© AFP, reuters Merkel sieht Flüchtlingskrise als Chance für Deutschland

Ihre Flüchtlingspolitik beschreibt Merkel so: „National, in Europa und international arbeiten wir daran, den Schutz der europäischen Außengrenzen zu verbessern, aus illegaler Migration legale zu machen, die Fluchtursachen zu bekämpfen und so die Zahl der Flüchtlinge nachhaltig und dauerhaft spürbar zu verringern.“

Mehr zum Thema

Merkel verweist darauf, dass nach der Wende Deutschland „als Nation zusammengewachsen“ sei. Sie lobt den Zustand des Landes und auch die Arbeit der Bundesregierung. Die Arbeitslosigkeit sei so niedrig wie nie seither. Der Bund komme ohne neue Schulden aus. Die Wirtschaft sei robust und innovativ. „Richtig angepackt ist auch die heutige große Aufgabe des Zuzugs und der Integration so vieler Menschen eine Chance von morgen.“

Ähnlich wie vor einem Jahr mahnt Merkel: „Es kommt darauf an, denen nicht zu folgen, die mit Kälte oder gar Hass in ihren Herzen ein Deutschsein allein für sich reklamieren und andere ausgrenzen wollen.“ Merkel sagt zum Schluss: „Es ist eine besonders herausfordernde Zeit, in der wir leben. Aber es stimmt auch: Wir schaffen das, denn Deutschland ist ein starkes Land.“

Neue App
Der TAG jetzt auch auf Android

Das neue Angebot für den klugen Überblick: Die wichtigsten Nachrichten und Kommentare der letzten 24 Stunden – aus der Redaktion der F.A.Z. – bereits über 100.000 mal heruntergeladen.

Mehr erfahren

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Allensbach-Studie Furcht vor einer weiteren Flüchtlingswelle

Der Großteil der politisch interessierten Deutschen ist davon überzeugt, dass die Flüchtlingskrise noch nicht vorbei ist, sich im Gegenteil noch verschlimmern wird. Von den Parteien erwarten sie dabei keine Lösungen, zeigt eine Allensbach-Studie. Mehr Von Renate Köcher

15.06.2016, 11:22 Uhr | Politik
Berlin Bund und Länder vertagen Beratungen zu Flüchtlingskosten

Bund und Länder haben ihren Streit über die Verteilung der Kosten für die Integration von Flüchtlingen vertagt. Spätestens bis zum 8. Juli werde es einen Termin mit den Ministerpräsidenten, Finanzminister Wolfgang Schäuble, Vizekanzler Sigmar Gabriel und ihr geben, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagabend nach einem Treffen im Kanzleramt. Mehr

17.06.2016, 19:03 Uhr | Politik
Bundeskanzlerin Merkel mahnt Mehr Geld für Militärausgaben nötig

Höhere Mittel für Verteidigungsausgaben – das fordert nun Bundeskanzlerin Angela Merkel. Für eine genaue Höhe hat sie bereits ein anderes Land als Vorbild gefunden. Mehr

21.06.2016, 22:10 Uhr | Politik
Berlin Merkel setzt sich für baldige EU-Visafreiheit Georgiens ein

Bei den Gesprächen zwischen Ministerpräsidenten Giorgi Kwirikaschwili und Bundeskanzlerin Angela Merkel standen die Beziehungen zwischen Georgien und der Europäischen Union im Mittelpunkt. Merkel setzt sich für eine baldige vollständige EU-Visafreiheit für Georgien ein. Die Kanzlerin wies darauf hin, dass Georgien dafür alle Kriterien erfüllt habe. Mehr

15.06.2016, 19:05 Uhr | Politik
Nach dem Brexit-Votum Was muss Berlin jetzt tun?

Außenminister Steinmeier hat ein Papier entworfen, um rasch auf den Brexit zu reagieren. Doch ist jetzt Schnelligkeit so wichtig? Die Kanzlerin hat Zweifel. Mehr Von Markus Wehner

25.06.2016, 20:30 Uhr | Politik

Bayxit?

Von Reinhard Müller

Für Horst Seehofer ist die Brexit-Abstimmung offenbar ein Vorbild. Doch mit Volksherrschaft á la CSU hat das Referendum wenig zu tun. Mehr 4 6