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Neue Studie : Deutsche überschätzen Anteil muslimischer Bevölkerung enorm

  • Aktualisiert am

Muslimische Frauen bei ihrer Arbeit in einem Lübecker Krankenhaus Bild: dpa

Deutschland werde von muslimischen Zuwanderern überschwemmt, fürchten viele hierzulande – doch eine neue Studie zeigt: Zwischen Gefühl und Realität klafft nicht nur in Deutschland eine große Lücke.

          Die Deutschen überschätzen den Anteil der muslimischen Bevölkerung und deren künftigen Anstieg enorm. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des britischen Meinungsforschungsinstituts Ipso Mori, in der die Einwohner von 40 Ländern weltweit befragt wurden. Einer von fünf Deutschen – 21 Prozent der einheimischen Bevölkerung – sei derzeit muslimischen Glaubens, schätzten die Befragten – in Wirklichkeit ist es laut einer Studie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) aber nur etwa einer von zwanzig.

          Erst an diesem Mittwoch hat das Bamf die Zahl in einer Hochrechnung auf 4,4 bis 4,7 Millionen beziffert – das entspricht einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 5,4 bis 5,7 Prozent). Damit ist der geschätzte Anteil fast vier Mal höher als die reale Zahl.

          Auch den Zuwachs der muslimischen Bevölkerung hierzulande wird von den Deutschen weit überschätzt, wie die Studie zeigt. Sie glauben, dass Muslime im Jahr 2020 knapp ein Drittel (31 Prozent) der Bevölkerung ausmachen werden – tatsächlich wird nach einer Projektion des Pew Research Centers lediglich ein Anstieg auf 6,9 Prozent erwartet.

          Die Lücke zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Anteil der muslimischen Bevölkerung war in Frankreich am größten. Im Schnitt schätzten die Franzosen den Anteil der muslimischen Bevölkerung in ihrem Land demnach auf 31 Prozent – auf fast einen von drei Einwohnern. Nach Angaben des Pew Research Centers betrug der Anteil der muslimischen Bevölkerung in Frankreich im Jahr 2010 jedoch nur 7,5 Prozent – einer von 13 Einwohnern.

          Die Franzosen schätzen dem Bericht zufolge auch den zu erwartenden Anstieg der muslimischen Bevölkerung bis 2020 in ihrem Land am größten unter allen europäischen Ländern ein. Im Durchschnitt hätten die Befragten geschätzt, dass 2020 40 Prozent der Franzosen Muslime sein würden – fast fünf Mal mehr als die Schätzung des Pew Research Centers, die bei lediglich 8,3 Prozent der Bevölkerung liegt.

          Auch andere überschätzen die Zahl der Muslime

          Auch in anderen Länder wird der Anteil der muslimischen Bevölkerung weit überschätzt. In Italien gaben die Befragten den Anteil mit 20 Prozent an, tatsächlich sind es nur 3,7 Prozent. Die Belgier schätzten den Anteil auf 23 Prozent, in der Realität liegt er nur bei 7 Prozent. In Großbritannien schätzten die Befragten den Anteil der Muslime an der einheimischen Bevölkerung auf 15 Prozent und damit drei Mal so hoch wie die tatsächliche Zahl aus dem Jahr 2010. Bis 2020 werde der Anteil auf 22 Prozent ansteigen, glaubten die Briten – tatsächlich dürfte er nach Berechnungen des Pew Research Centers auf lediglich 6 Prozent klettern.

          Warnt wie manch anderer vor den Folgen einer weithin ungebremsten Zuwanderung: der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), hier in der RTL-Sendung „Der Heiße Stuhl“ mit der muslimischen Buchautorin Khola Maryam Hübsch
          Warnt wie manch anderer vor den Folgen einer weithin ungebremsten Zuwanderung: der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), hier in der RTL-Sendung „Der Heiße Stuhl“ mit der muslimischen Buchautorin Khola Maryam Hübsch : Bild: ZB

          In den Vereinigten Staaten schätzten die Befragten den Anteil der Muslime auf durchschnittlich 17 Prozent – tatsächlich liegt er nach Angaben des Pew Research Centers nur bei etwa einem Prozent. Besonders bei der Projektion in die Zukunft lagen die Amerikaner zudem daneben: Im Schnitt vermuteten sie den Anteil der Muslime im Jahr 2020 auf 23 Prozent – in der tatsächlichen Prognose sind es lediglich 1,1 Prozent.

          Für die Umfrage wurden zwischen dem 22. September und dem 6. November insgesamt 27.250 Menschen in 40 Ländern befragt.

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          Quelle: oge.

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