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Neue Statistik Mehr Studienanfänger denn je

25.11.2010 ·  Der Ansturm auf die Universitäten und Fachhochschulen nimmt kein Ende: Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts gab es im Jahr 2010 noch einmal 20.000 Studienanfänger mehr als im Vorjahr - ein neues Allzeithoch.

Von Heike Schmoll
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Die Zahl der Studienanfänger hat nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts ein Rekordhoch erreicht. Allein im Studienjahr 2010 haben sich 442.600 Studienanwärter eingeschrieben, das sind noch einmal 20.000 mehr als im vergangenen Jahr. Insgesamt studieren damit 2,2 Millionen junge Menschen.

Bildungsministerin Schavan (CDU) bewertete den Anstieg als Erfolg des Hochschulpakts und der Bafög-Reform. Mit dem Hochschulpakt würden Bund und Länder weitere 275.000 Studienmöglichkeiten bis zum Jahr 2015 schaffen. Allein der Bund stelle für diese Studienanfänger bis 2018 rund 3,8 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit gebe der Bund den Studierenden wie den Hochschulangehörigen ein Signal der Verlässlichkeit. Weitere zwei Milliarden Euro investiere der Bund bis zum Jahr 2020 in den Qualitätspakt Lehre, aus dem vom Wintersemester 2011/12 an Maßnahmen finanziert würden, die zur Verbesserung der Studienbedingungen beitrügen, etwa die Einstellung zusätzlichen Personals oder eine bessere Qualifizierung von Professoren und Tutoren. Die Studenten erwarteten zu Recht eine „hochklassige Ausbildung“, sagte Frau Schavan.

In einigen Ländern im kommenden Jahr doppelte Abiturjahrgänge

Es dürfe keine Kompromisse bei der Qualität des Studiums geben, mahnte die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am Mittwoch. Die HRK hält die Ausstattung der Hochschulpakte für unzureichend. In einigen Ländern wird es im kommenden Jahr noch einmal doppelte Abiturjahrgänge geben, vor allem aber wird die Aussetzung der Wehrpflicht zu einem zusätzlichen Anstieg der Studienanfängerzahlen von etwa 40.000 führen. Andere rechnen mit bis zu 70.000 zusätzlichen Studienanfängern. Genau lassen sich diese Zahlen nicht schätzen, weil nicht alle Gymnasiasten unmittelbar nach dem Abitur ein Studium beginnen.

Für das kommende Jahr geht es nach Angaben der HRK um eine Größenordnung von 200 bis 260 Millionen Euro für den Hochschulpakt II, wenn etwa 6500 Euro für einen Studenten zugrundegelegt werden. Die tatsächlichen Kosten indessen liegen bei etwa 7200 Euro für einen Studenten. Trotz der stark wachsenden Nachfrage nach Studienplätzen sänken die staatlichen Mittel für die Hochschulen real und nominal, so die HRK. Durch die Senkung oder Abschaffung von Studiengebühren hätten die Hochschulen keine Planungssicherheit.

Um die Qualität der Lehre zu verbessern, beraten Bund und Länder innerhalb der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz offenbar über die Einrichtung einer Akademie, die innovative Konzepte in der Lehre erarbeiten und verwirklichen soll. Exzellent Lehrende könnten als Fellows gefördert werden und auf diese Weise dazu beitragen, eine möglichst große Breitenwirkung zu erzielen. Über entsprechende Anträge solle gutachterlich entschieden werden. Für die Qualitätssicherung der Hochschulen insgesamt fordert die HRK, die selbst für die Einrichtung der Akkreditierungsagenturen gesorgt hat, nun ein institutionelles „Qualitätsaudit“ an Stelle der kostenträchtigen und in den Hochschulen wenig geschätzten Programmakkreditierung.

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Jahrgang 1962, politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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