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Neue OECD-Studie Lob für Kinderbetreuung in Deutschland

30.11.2004 ·  Die Kinderbetreuung in Deutschland schneidet nach einer OECD-Studie im internationalen Vergleich gut ab. Die neuen Bundesländer würden nur von einigen skandinavischen Ländern übertroffen.

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Die Kinderbetreuung in Deutschland schneidet nach einer OECD-Studie im internationalen Vergleich gut ab.

Die neuen Bundesländer verfügten sogar „über eines der am besten ausgebauten Systeme auf der Welt“, heißt es in der Untersuchung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. Um die Versorgungslage weiter zu verbessern, bedürfe es aber einer „nationalen Planung“ durch den Bund.

Derzeit ist die Kinderbetreuung Ländersache. Die OECD-Studie ist die erste internationale Bewertung der frühkindlichen Betreuung. Der Versorgungslage in Ostdeutschland werde nur noch von einigen skandinavischen Ländern übertroffen, heißt es darin. Auch in den alten Bundesländern gebe es „eine fast allgemein verbreitete Kindergartenversorgung zumindest auf Halbtagsbasis“.

Große Diskrepanz zwischen Ost und West

Die materiellen Ressourcen seien insgesamt nach internationalen Standards „zufriedenstellend“. Die Diskrepanz zwischen den alten und neuen Bundesländern bei der Versorgung mit Kindergartenplätzen sei aber nach wie vor groß, berichtete die OECD. In Westdeutschland würden nur 2,7 Prozent der Kinder unter drei Jahren versorgt, im Osten seien es dagegen 36,9 Prozent.

Für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren stünde in den alten Ländern für 88 Prozent der Kinder ein Kindergartenplatz zur Verfügung, in den neuen Ländern gebe es mit 105 Prozent sogar eine Überversorgung. Bei Hortplätzen für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren ist die Diskrepanz wieder weitaus größer: In Westdeutschland liege die Versorgung bei 6,4 Prozent, im Osten bei 67,6 Prozent.

OECD empfiehlt Führungsrolle des Bundes

Die OECD empfiehlt in der Studie eine Führungsrolle des Bundes beim weiteren Ausbau der Betreuung. In Abstimmung mit den Ländern sollte der Bund eine Strategie erarbeiten, um einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem Alter von drei Jahren stufenweise auf einen Anspruch ab zwölf Monaten auszubauen. Zudem sollten zusätzliche Mittel für die frühkindliche Betreuung zur Verfügung gestellt und eine umfassende Forschungsinfrastruktur aufgebaut werden.

Bayern gegen Mindestquote für Kinderbetreuung

Bayerns Familienministerin Christa Stewens (CSU) hält an ihrer Kritik gegen bundesweite Quoten für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren fest. Dies sei „Unsinn“, sagte Stewens dem „Tagesspiegel“ (Dienstagausgabe). Kinderbetreuung sei Ländersache. „Und die Länder bekommen vom Bund kein Geld“, fügte sie hinzu.

Zwar werde eine Entlastung durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe versprochen. In Wirklichkeit drohten jedoch neue Belastungen. Wenn das Ziel für den Bund so wichtig sei und er Vorgaben mache, müsse er dafür selbst Geld ausgeben. Zugleich wies sie die vom Schmidt genante Zahl zurück, wonach im Freistaat nur 2,3 Prozent der Kleinkinder in einer Kindertagestätte gehen könnten.

„Bund muß Kompetenz für Kinder- und Jugendhilfe behalten“

Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) warnt davor, die Kompetenzen für die Kinder- und Jugendhilfe ganz den Bundesländern zu übertragen. Vor dem Hintergrund der jüngsten OECD-Studie zur Qualität der deutschen Kinderbetreuung sagte Schmidt, der Bund müsse die wichtige Rolle, die er durch die Rahmengesetzgebung beim Kinder- und Jugendhilferecht inne hat, behalten. Nach der Pisa-Kritik dürften die Kindergärten nicht zu einer kleinen Grundschule gemacht werden.

Allerdings müßten insbesondere Kinder aus benachteiligten Familien stärker als bisher gefördert werden, sagte die Ministerin. Auch sei vor allem die Weiterbildung und Grundqualifikation von Erzieherinnen als schlecht bewertet worden. Dies sei aber Sache der Länder.

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