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Neue Erkenntnisse : Brand in Backnang wohl versehentlich verursacht

  • Aktualisiert am

Brand in Backnang Anfang März: Bewohner haben Feuer wohl versehentlich selbst ausgelöst. Bild: dpa

Die Brandkatastrophe in Backnang mit acht Toten wurde nach neuen Erkenntnissen der Ermittler wohl versehentlich von den Bewohnern selbst verursacht. Strafrechtliche Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft nicht erwartet.

          Entgegen ersten Annahmen ist die Brandkatastrophe in Backnang mit acht Toten nach neuen Erkenntnissen der Ermittler wohl versehentlich von den Bewohnern selbst verursacht worden. Ein zunächst vermuteter technisch-elektrischer Defekt könne ausgeschlossen werden, sagte der Leiter der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, Siegfried Mahler, am Donnerstag. Als Brandursache komme vielmehr unvorsichtiger Umgang mit Feuer im Bereich der Schlafcouch der Großmutter infrage. Das hätten auch Sachverständige des Forensischen Instituts Zürich bestätigt.

          Bei dem Feuer vor rund vier Wochen waren eine aus der Türkei stammende 40 Jahre alte Frau und sieben ihrer zehn Kinder ums Leben gekommen. Die Großmutter und zwei weitere Menschen überlebten. Unter anderem hatte die Polizei einen Holzofen in der Wohnung sowie elektrische Leitungen als mögliche Brandursache in Betracht gezogen. Die Opfer waren zur Bestattung in die Türkei übergeführt und dort abermals obduziert worden.

          Keine strafrechtlichen Ermittlungen erwartet

          Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft erwartet nach den jüngsten Erkenntnissen über die Brandkatastrophe keine strafrechtlichen Ermittlungen. Wenn neue Informationen, etwa durch Zeugenaussagen, ausblieben, werde der Fall eingestellt, sagte eine Sprecherin der Stuttgarter Staatsanwaltschaft am Freitag, ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen.

          Die bisherigen Informationen reichten nicht aus, um gegen irgendwen ein Strafverfahren einzuleiten, sagte die Sprecherin am Freitag. Und mehr noch: „Wir können nach jetzigem Stand der Dinge nicht sagen, wer es war.“ Bei neuen Erkenntnissen könne das Verfahren aber auch später wieder aufgenommen werden.

          Selbst wenn es jemals einen Beschuldigten gebe, könnte die Justiz mit Blick auf den erlittenen Schicksalsschlag mit acht getöteten Familienmitgliedern auch von einer Strafe absehen, erklärte die Sprecherin. In Paragraf 60 des Strafgesetzbuchs heißt es dazu: „Das Gericht sieht von Strafe ab, wenn die Folgen der Tat, die den Täter getroffen haben, so schwer sind, dass die Verhängung einer Strafe offensichtlich verfehlt wäre.“

          Quelle: dpa/LSW

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