Home
http://www.faz.net/-gpg-7855j
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Neue Erkenntnisse Brand in Backnang wohl versehentlich verursacht

Die Brandkatastrophe in Backnang mit acht Toten wurde nach neuen Erkenntnissen der Ermittler wohl versehentlich von den Bewohnern selbst verursacht. Strafrechtliche Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft nicht erwartet.

© dpa Vergrößern Brand in Backnang Anfang März: Bewohner haben Feuer wohl versehentlich selbst ausgelöst.

Entgegen ersten Annahmen ist die Brandkatastrophe in Backnang mit acht Toten nach neuen Erkenntnissen der Ermittler wohl versehentlich von den Bewohnern selbst verursacht worden. Ein zunächst vermuteter technisch-elektrischer Defekt könne ausgeschlossen werden, sagte der Leiter der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, Siegfried Mahler, am Donnerstag. Als Brandursache komme vielmehr unvorsichtiger Umgang mit Feuer im Bereich der Schlafcouch der Großmutter infrage. Das hätten auch Sachverständige des Forensischen Instituts Zürich bestätigt.

Bei dem Feuer vor rund vier Wochen waren eine aus der Türkei stammende 40 Jahre alte Frau und sieben ihrer zehn Kinder ums Leben gekommen. Die Großmutter und zwei weitere Menschen überlebten. Unter anderem hatte die Polizei einen Holzofen in der Wohnung sowie elektrische Leitungen als mögliche Brandursache in Betracht gezogen. Die Opfer waren zur Bestattung in die Türkei übergeführt und dort abermals obduziert worden.

Keine strafrechtlichen Ermittlungen erwartet

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft erwartet nach den jüngsten Erkenntnissen über die Brandkatastrophe keine strafrechtlichen Ermittlungen. Wenn neue Informationen, etwa durch Zeugenaussagen, ausblieben, werde der Fall eingestellt, sagte eine Sprecherin der Stuttgarter Staatsanwaltschaft am Freitag, ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen.

Die bisherigen Informationen reichten nicht aus, um gegen irgendwen ein Strafverfahren einzuleiten, sagte die Sprecherin am Freitag. Und mehr noch: „Wir können nach jetzigem Stand der Dinge nicht sagen, wer es war.“ Bei neuen Erkenntnissen könne das Verfahren aber auch später wieder aufgenommen werden.

Selbst wenn es jemals einen Beschuldigten gebe, könnte die Justiz mit Blick auf den erlittenen Schicksalsschlag mit acht getöteten Familienmitgliedern auch von einer Strafe absehen, erklärte die Sprecherin. In Paragraf 60 des Strafgesetzbuchs heißt es dazu: „Das Gericht sieht von Strafe ab, wenn die Folgen der Tat, die den Täter getroffen haben, so schwer sind, dass die Verhängung einer Strafe offensichtlich verfehlt wäre.“

Mehr zum Thema

Quelle: dpa/LSW

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Identitäten weiter unklar LKA untersucht Brand in Gartenhütte mit zwei Toten

Der Feuertod zweier Menschen in einer Gartenhütte in Langenselbold beschäftigt nun Fachleute des Landeskriminalamts. Die Identität der beiden gefundenen Leichen sei weiter offen. Mehr

15.01.2015, 11:53 Uhr | Rhein-Main
Brandursache unbekannt Feuer tötet mindestens 18 Chinesen in Lebensmittelfabrik

Bei einem Brand in der chinesischen Stadt Shougaung sind mehrere Menschen getötet worden. In einer Lebensmittelfabrik, in der Karotten abgepackt wurden, war ein Feuer ausgebrochen. Die Brandursache ist noch unbekannt. Mehr

17.11.2014, 11:19 Uhr | Gesellschaft
Langenselbold Zwei Tote nach Brand in Gartenlaube gefunden

Zwei Leichen sind in einem abgebrannten Gartenhäuschen in Langenselbold gefunden worden. Zeugen hatten einen Knall gehört und die Polizei alarmiert. Mehr

14.01.2015, 08:36 Uhr | Rhein-Main
Der laufende Fisch

In Kanada hat die Wissenschaftlerin Emily Standen mit dem Flösselhecht das Laufen trainiert und dabei spektakuläre Erkenntnisse gewonnen. Mehr Von Andreas Brand

29.08.2014, 12:46 Uhr | Wissen
Vereitelte Terrorpläne Griechenland soll belgischen Dschihadisten ausliefern

Die in Griechenland festgenommenen mutmaßlichen Islamisten belgischer Herkunft stehen entgegen ersten Vermutungen doch mit den vereitelten Anschlägen in Verbindung. Belgien will nun einen der Verdächtigen ausliefern lassen. Mehr

18.01.2015, 22:00 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 05.04.2013, 14:32 Uhr

Jetzt muss sich Tsipras beweisen

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Für Tsipras und seine Koalitionstruppe schlägt jetzt die Stunde der Wahrheit. Alles zuvor waren Versprechungen. Mit anderen Worten: Jetzt beginnt die Phase der Wählerenttäuschungen. Mehr 5 8