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Neue Befragung Studienanforderungen Hauptgrund für Abbruch

12.01.2010 ·  Leistungsprobleme und finanzielle Schwierigkeiten sind die beiden wichtigsten Gründe für einen Studienabbruch. Das hat eine neue Befragung des Hochschul-Informations-Systems (HIS) ergeben, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Von Heike Schmoll
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Leistungsprobleme und finanzielle Schwierigkeiten sind die beiden wichtigsten Gründe für einen Studienabbruch. Das hat eine neue Befragung des Hochschul-Informations-Systems (HIS) ergeben, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

20 Prozent der Studienabbrecher machen demnach die Erfahrung, den Anforderungen nicht gerecht zu werden, elf Prozent gaben nicht bestandene Prüfungen als Abbruchursache an. 19 Prozent begründeten ihren Studienabbruch mit finanziellen Engpässen oder zunehmenden Schwierigkeiten, ihre Erwerbstätigkeit mit den Studienverpflichtungen in Einklang zu bringen. 18 Prozent beendeten ihr Studium vorzeitig, weil sie sich nicht mehr mit ihrem Studienfach identifizierten oder sich mit falschen Erwartungen immatrikuliert hatten. Während in der vorhergehenden Studie zum Studienabbruch im Jahr 2000 20 Prozent an Leistungsproblemen scheiterten, waren es 2008 immerhin 31 Prozent.

Studenten mit schulischen Defiziten neigen am ehesten zum Abbruch

Vor allem Studenten mit defizitären Voraussetzungen neigen nach Angaben des HIS zum Studienabbruch. Da die Bachelorstudiengänge von den ersten Semestern an eine hohe Anforderungsverdichtung aufweisen, wird das Studium schon nach zwei bis drei Fachsemestern abgebrochen, in den herkömmlichen Studiengängen warten die Studenten in der Mehrzahl bis zum siebten Semester.

Bisher sei es den Hochschulen eher gelungen, Studenten mit unzureichenden Studienvoraussetzungen langfristig zum Studium zu führen. Wegen der zahlreichen Prüfungen im Bachelor- und Masterstudium sei das nicht mehr möglich. Wer mit schulischen Defiziten und schlechter Abschlussnote ein Studium aufnimmt, dazu noch ein Fach gewählt hat, das weniger den eigenen Interessen als vielmehr marktstrategischen Erwägungen entspricht, und dann womöglich noch unzureichend betreut wird, bricht sein Studium mit hoher Wahrscheinlichkeit ab.

Gefährdet sind auch Studenten, die eine Berufsausbildung absolviert haben, häufig schon Familie haben und deshalb umso mehr dazu verdienen müssen. Insgesamt hat der Abbruch in sprach- und kulturwissenschaftlichen Studiengängen abgenommen, für Ingenieur- und Naturwissenschaften gibt es wegen der späteren Umstellung noch keine Zahlen.

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