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Nationaler Integrationsplan Sprachförderung auf allen Ebenen

11.07.2007 ·  Die Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache ist zentral im Nationalen Integrationsplan von Bund, Ländern und Kommunen. Integrationsstaatsministerin Böhmer will sicherstellen, dass Frauen und Mädchen nicht von den Bildungsangeboten ausgeschlossen werden.

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Im Mittelpunkt des Nationalen Integrationsplans steht das Erlernen der deutschen Sprache. Denn Deutschkenntnisse müssten bei allen Einwanderern zur Selbstverständlichkeit werden, gerade auch bei Frauen und Mädchen, sagte die Staatsministerin für Integration Maria Böhmer (CDU).

Dazu zählt auch die Aufstockung der Stundenzahl in den Integrationskursen von 600 auf 900 Stunden, die das Kabinett am Mittwoch verabschiedet hat. Denn die finanzielle Zuständigkeit für die Kurse liegt beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das die Kurse auch regelmäßig auf ihren Erfolg kontrolliert und die Anbieter zu bestimmten Qualitätsstandards verpflichtet. Insgesamt sind 1800 Träger zugelassen, häufig sind es Volkshochschulen. Um den Wettbewerb zwischen den Kursanbietern zu verstärken, sollen die Zulassung auf drei Jahre beschränkt und die Qualität des Unterrichts durch Kontrollen der Regionalkoordinatoren überprüft werden.

„Netzwerk für Bildungspaten“

Acht Einrichtungen zur Ausbildung der Sprachlehrer, die im besten Falle Deutsch für Ausländer studiert haben, sind akkreditiert, acht weitere befinden sich im Akkreditierungsverfahren. Damit auch Mädchen und Frauen nicht an der Teilnahme gehindert werden, sollen die Träger zu einer qualifizierten Kinderbetreuung verpflichtet werden. Dabei soll auch die Zusammenarbeit mit örtlichen Arbeitsagenturen, der Wirtschaft und mit Migrationsdiensten gesucht werden.

Außerdem soll es zusätzliche Angebote für Analphabeten mit einem vorgeschalteten Kurs zum Schreiben- und Lesenlernen sowie Spezialangebote für Jugendliche geben. Hinzu kommen wird eine berufsbezogene Sprachförderung für Migranten. Die Staatsministerin für Integration will noch in diesem Jahr ein „Netzwerk für Bildungspaten“ ins Leben rufen, das Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien in Schule und Ausbildung unterstützen soll.

„Integriertes Sprachförderungskonzept“

Um die frühkindliche Sprachentwicklung zu fördern, will der Bund ein Konzept zur allgemeinen Sprachförderung in Kindertagesstätten entwickeln und außerdem die Forschung zu Sprachstandsfeststellungsverfahren unterstützen. Die Eltern ausländischer Kinder werden ermutigt, viel mit ihren Kindern zu sprechen – zunächst in der eigenen Muttersprache, dann aber auch beim Deutschlernen unterstützend zu wirken und den Kindern vorzulesen.

Da die Sprachförderung in Kindertagesstätten in der Verantwortung der Länder und Kommunen liegt, kann der Bund freilich nur Vorschläge für die Selbstverpflichtung unterbreiten. Dazu gehören Gruppenangebote für Frauen und junge Familien, musikalische Förderangebote und die konkrete Mitarbeit der ausländischen Familien.

Frühe Sprachförderung, so heißt es im Integrationsplan, sei nur dann erfolgreich, wenn die Zusammenhänge des Spracherwerbs mit den kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklungsprozessen der Kinder berücksichtigt würden und die „unterschiedlichen Förderelemente einem integrierten Sprachförderungskonzept“ folgten.

Integration von Schulverweigerern

Der Bund selbst will das Curriculum „Qualifizierung in der Kindertagespflege“ um die Sprachförderung kleiner ausländischer Kinder erweitern und stellt für das Projekt „Sprachliche Förderung in der Kindertageseinrichtung“, dessen Ergebnisse im Juli nächsten Jahres erwartet werden, 95.000 Euro zur Verfügung. Finanziell fördert er außerdem ein Internetportal mit Qualifizierungsangeboten für das pädagogische Personal von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen, die enger zusammenarbeiten sollen, um den Schulanfang zu erleichtern und ausreichende Sprachkenntnisse zu gewährleisten.

Darüber hinaus verfolgt die Bundesregierung mit dem Modellprogramm „Schulverweigerung – Die zweite Chance“ das Ziel, Schulverweigerer wieder in die Schule zu integrieren und zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Denn es sind noch immer die ausländischen Jugendlichen, die unter den Schulabbrechern die größte Gruppe ausmachen.

Quelle: oll. / Frankfurter Allgemeine Zeitung
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