05.07.2010 · Nach der bayerischen Volksabstimmung über das Rauchverbot nimmt die Debatte in ganz Deutschland an Fahrt auf. In mehreren Ländern werden Forderungen nach einer Ausweitung des Nichtraucherschutzes laut. Auch die Initiatoren der bayerischen Abstimmung wollen nun bundesweit aktiv werden.
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Herr Zimmerman, mit Ihrem Kommentar bezüglich der vergangenen Abstimmung haben Sie natürlich vollkommen recht! Der größte Teil der Gegner des neuen Gesetzes hätte bestimmt Gelegenheit gehabt an dieser Abstimmung teizunehmen. Ob und in welcher Weise das an dem Ergebnis etwas geändert hätte kann wohl niemand so genau beurteilen! Ich vermute aber auch daß wir Raucher in dieser Hinsicht ein etwas "fauler Haufen" sind der erst wieder aktiv wird wenn der Genuß oder besser gesagt der "Suchtgenuss" in großer Gefahr ist! Meine wirkliche Verärgerung wird doch aber nicht dadurch verursacht daß das Rauchen in Lokalen in welchen zwangsläufig Nichtraucher und Raucher zusammensitzen verboten ist! Absolut nicht einverstanden bin ich daß es Wirten,sollten sie in der Lager sein "echte" Raucherräume zu bieten dennoch untersagt wird! Für ebenso verfassungswidrig halte ich das Verbot der Eröffnung von Raucherkneipen (keine Speiselokale!) ! Diese müßten natürlich wirklich als solche gekennzeichnet sein. Völlig klar daß hier die Besitzer kleiner Lokalitäten benachteiligt sind! Es gibt leider kein Gesetz welches Alles Allen ermöglicht! Ich bin aber ziemlich sicher daß es in dieser Hinsicht eine Lösung geben wird! Viele Grüße! Ch.Loy
Mehrheiten sind immer Minderheiten (@Loy et al)
Erst nicht zu einer diesmal sogar nicht abstrakten, auf's Abwinken für Jahre hinauslaufende, sondern konkreten Wahl gehen und sich dann beschweren, daß angeblich eine Minderheit entschieden habe. Das ist wahrlich gelebte Stammtischdemokratie!
Mehrheiten werden in nichtabsolutistischen Bereichen immerzu von Minderheiten gebildet, zum einen mangels Wahlpflicht und daraus resultiereden Wahlbeteiligungen unter 100 (Bundestag 70%, Kommunalwahl 60%, Landtagswahl 58%, Europaparlament 43%), zum anderen aus einem mehr als zwei Fraktionen zulassenden Mehrparteienwahlverfahren mit entsprechender Kleinteiligkeit.
Wer sich nichtmal minimalst an demokratischen Entscheidungsprozessen beteiligt kann sich Beteilitung an der nachträglichen Aufarbeitung erst recht sparen.
Allein die bekennende Raucherfraktion hätte für eine satte Zweidrittelmehrheit sorgen können. Es war ihr nicht wichtig genug. Damit ist alles gesagt.
als tabakkonsum scheint mir der inhärente zwang mancher politiker, bürokraten oder gesundheitsfanatiker zu sein, alles und jedes reglementieren und bevormunden zu wollen. es wäre diesem land sicher mehr gedient, überflüssige bürokratische köpfe zu beschneiden, wo unsägliche gleichmacherei und bevormundung sich in überflüssigen beschäftigungsmaßnahmen erschöpfen, die das nervenkostüm und auch den geldbeutel der staatsbürger in gesundheitsgefährdender weise strapazieren. worauf begründen diese bevormunder eigentlich ihren anmaßenden anspruch, individuelle lebensräume rücksichtslos beschneiden zu können?
für mich als gelegenheitsraucher ist der abendliche aufenthalt in meiner stamm(raucher-)kneipe ein wichtiges stück individueller lebensqualität, auf die ich abseits von allem ökonomischen treiben unserer so überaus gesundheitsschädlichen welt nur ungern verzichten möchte.
Ja zur Bevormundung, aber nein zum Werbeverbot
Man lese nochmal den FAZ-Artikel "Europäischer Gerichtshof stärkt Tabakwerbeverbot" vom 16.Juni nach -- dieselben SPD und GRÜNe, die sich bei diesem Volksentscheid von der rechtsradikalen ÖDP ins Schlepptau haben nehmen lassen, haben in ihrer Regierungszeit auf das energischste dafür gekämpft, daß die Tabakindustrie ungehemmt für Zigaretten u.ä. werben darf.
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Aber wer Gesundheitsschutz ernst nimmt, und nicht nur mit Parolen das Volk bevormunden will, der muß für ein vollständiges Verbot von Werbung für Tabak und Tabakprodukte, für Alkohol und alle auf das zentrale Nervensystem wirkenden Genußmittel eintreten.
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Man kann nicht auf der ungehemmten Verführung zum Rauchen bestehen, aber dann die Verführten bestrafen.
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Und nochmal: ich bin seit Jahrzehnten Nichtraucher, aber ich will mich nicht bevormunden lassen.
Nein, keine Mehrheit, Herr Christoph Loy!
Es war eine Minderheit der Gesellschaft, die das Gesetz verabschiedet hat! 23% sind keine Mehrheit. Oder?
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Übrigens soll das absolute Rauchverbot auch in privaten Vereinsräumen gelten - Art. 2 Nr. 6., was z.B. private Raucherclubs illegal machen könnte.
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Aber nochmal: wer soll das überwachen? Die fanatischen Nichtraucher, die auch ihnen völlig unbekannte Menschen, die ihnen niemals im Leben begegnet sind und niemals begegnen werden, zu ihrem Glück zwigen, die gehen doch sowieso nicht in Kneipen.
Messwerte bezüglich der Belastung in Innenräumen und den Innesädten
Messwerte sind in der Tat oft wichtige Eckdaten ohne die jede weitere ernsthafte Überlegung sinnlos würde. Ich gebe zu daß ich mich bisher nie diesbezüglich genau informiert hatte. Nur weiß ich jetzt noch nicht genau vor welchem Umstand ich bei Ihnen mehr Respekt empfinden soll. Vor dem Engagement sich in dieses Thema so intensiv einzubringen,oder aber vor der Tatsache daß sie unter Umständen den größten Teil Ihrer Tageszeit in geschlossenen Lokalräumen verbringen können? Denn nur dann sind diese erhöhten Werte letztendlich für den Gesundheitszustand relevant!
Es war nicht leicht, das Ergebnis der Volksabstimmung in Bayern aufzuspüren. Anscheinend sollte die geringe Beteiligung verschleiert werden? Laut FAZ sind 37.7% der Wahlberechtigen zur Urne gegangen, wovon 61% sich für das Rauchverbot ausgesprochen haben. Meinen Kalkulationen nach haben sich also knapp 23% aller Wahlberechtigten für das Rauchverbot entschieden. Ich weiß nicht, ob das als repräsentativ für eine Volksmeinung gelten kann.
ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen. Die Tatsache, dass auch Raucherclubs nicht mehr erlaubt sein sollen, zeigt deutlich, dass es hier nicht nur um Nichtraucherschutz geht, sondern um eine Uebung in der Mobilisierung der Massen. Der junge Herr strebt ja auch eine politische Karriere an.....
Zu denen, die jetzt zu bedenken geben, dass auch die Bedienungen in Raucherclubs geschuetzt werden muessen, kann ich nur sagen, dass sich kein passionierter Nichtraucher in einem Raucherclub bewerben muss oder wird. Und die ueberwiegende Mehrheit der Restaurants war auch bis jetzt schon absolut rauchfrei.
Schadstoffbelastungen in Raucherkneipen vs. Innenstadtlagen
Ich mußte hier wiederholt die sinngemäße Behauptung lesen, daß die Schadstoffbelastung unserer Atemluft in Innenstädten so hoch ist, daß die Luftbelastung durch Tabakrauch in geschlossenen Räumen vergleichsweise unbedeutend sei. Diese Behauptungen sind falsch und können durch eine große Zahl öffentlich verfügbare Studien und Meßwerte widerlegt werden.
Wer Interesse hat, lese dazu die gute Zusammenfassung über die Konzentrationen der wesentlichen toxischen Leitsubstanzen in den klassischen Raucheraufenthaltsräumen: http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/umweltmedizin/tabakrauchbelastung.htm nebst Referenzen ebenda.
In erster Näherung lassen sich einige dieser Leitsubstanzen als stündliche Meßwerte insbesondere in Innenstadtlagen beim Umweltbundesamt abrufen:
http://www.umweltbundesamt.de/luft/immissionssituation/index.htm
Nur wenige der Leitsubstanzen des Tabakrauchs spielen dabei in der Umwelt eine signifikante Rolle.
Beispiel Feinstaubbelastung: Kneipe 200 - 800 µg/m³; FFM heute, Tagesmittel: 20-30 µg/m³
Beispiel Benzol: Kneipe 10-50 µg/m³; Städtische Verkehrsstation 2008: 2 µg/m³
Frei nach Reagen sind Fakten zwar doof, aber manchmal sollte man sich mit ihnen auseinandersetzen.
Sehr schlau eingefädelt dieser Volksentscheid!
Das heutige Ergebnis des Bürgerentscheides hat eine durchaus irritierende Wirkung auf mich! Was aber weniger an der Tatsache liegt daß ich Raucher bin. Die Mehrheit unserer Gesellschaft hat heute eine Entscheidung gefällt,deren Tragweite den Meisten bei der Stimmabgabe gar nicht bewußt gewesen sein kann. Daß Rauchen sehr gesundheitsschädlich ist und der Schutz der Nichtraucher eine wichtige Aufgabe des Staates ist, kann Niemand ernsthaft anzweifeln! Doch das ist auch nicht der Grund für meine innere Erschütterung. Tatsache ist nämlich ebenfalls daß das Rauchen keine gesetzeswidrige Handlungsweise ist! Und einem Staatsbürger ( auch ein Wirt ist ein Staatsbürger !!!!!! ) vorzuschreiben welche gesetzeskonforme Handlungen er in seinen eigenen Räumlichkeiten zulassen will und welche nicht ist eigentlich in einer Demokratie undenkbar! Zumal ja der Besuch eines Lokales jedem einzelnen Bürger absolut freigestellt ist! Getoppt wird diese Einschränkung der persönlichen Freiheit des Bürgers nur noch dadurch,daß es ein Verbot der sog. Raucherclubs / Vereine geben soll! Es wird die Gründung eines Clubs, welcher eine gesetzeskonforme Handlungsweise zu seinem Leitthema machen möchte untersagt! So etwas hat es bisher nicht einmal in der mit Recht als sehr düster bezeichneten deutschen Vorgechichte gegeben !
@ Angelika Meyer (ASMeyer) Ausnahmen vom Gesetz - Nebenräume
Frau Meyer hat recht wenn sie feststellt, daß es auch im neuen Gesetz Ausnahmen für Raucherräume gibt. Allerdings nur für sehr spezielle Fälle und eben NICHT für GASTSTÄTTEN.
So steht im Satz 1 der Art. 6 Abs.(!) tatsächlich:
"Der oder die Verantwortliche (Art. 7) kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Satz 1 für jedes Gebäude oder jede Einrichtung das Rauchen in einem Nebenraum gestatten.
Satz 2 des Art.6 Abs. (1) sagt aber auch:
"Satz 1 gilt nicht für Einrichtungen nach Art. 2 Nr. 2 - mit Ausnahme von Einrichtungen der ambulanten und stationären Suchttherapie sowie der Erziehungs und Eingliederungshilfe für Jugendliche und junge Volljährige - sowie nicht für Einrichtungen nach Art. 2 Nrn. 6 bis 8."
Einrichtungen nach Art. 2 Nr. 6 - 8 sind: Kultur- und Freizeiteinrichtungen (6), Sportstätten (7) und Gaststätten (8).
Rauchernebenräume in Gaststätten sind damit erledigt... sorry ;-)
Na, Frau Meyer, dass Sie mir mangelnde Bildung unterstellen finde ich schon belustigend. Damit haben Sie einen echten Volltreffer gelandet! Davon abgesehen, legen Sie einmal Ihren Tunnelblick ab und erkundigen Sie doch bitte einmal bei einer neutralen Institution, was in der Innenstadtluft so alles rumschwebt.
Herje, was ist denn mit Ihnen los? Draußen an der freien Luft gibt es ja wohl deutlich schwerwiegendere Luftverschmutzungen als Tabakrauch!
Wählerwanderung vs. Raucherwanderung oder: Offenbar wollen's auch die Raucher so
Wären die 26% Raucher zum größten Teil zur Wahl gegangen, um ihre Interessen zu vertreten, dann hätten sie bei 38% Wahlbeteilitung eine Zweidrittelmehrheit gebildet, die auf Stimmen aus dem Nichtraucherlager nicht angewiesen gewesen wären. Einmalig zum Wahllokal zu gehen zwecks Stimmabgabe hätte auch nicht viel länger gedauert als ein paar Mal aus einem Nichtwahllokal zwecks Rauchen herauszugehen. Die Stimmabgabe hätte sogar einfach auf dem Weg der meist sowieso täglich nötigen Rauchwarenbeschaffung geschehen können. Letzte Gelegenheit gehabt, nicht genutzt, letzte Chance vertan, ce la vie.
Bußgelder für Ordnungswidrigkeiten laut Art. 9 des von der Minderheit beschlossenen Gesetzes sind nicht festgelegt. Deren Höhe scheint in die Willkür der vollziehenden Behörden, nämlich den Kreisverwaltungen gegeben zu sein.
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Haben denn diese Kreisverwaltungen genügend Arbeitskräfte, um den Vollzug des Gesetzes durchzusetzen? Wie groß ist deren Interesse? Die fanatischen Nichtraucher haben bisher die Kneipen ja auch nicht besucht, und kriegen somit überhaupt nicht mit, ob geraucht wird oder nicht.
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Seehofer täuscht sich sehr, wenn er sich der Illusion hingibt, daß damit das Thema Bevormundung durch Nichtrauchfanatiker erledigt ist. Ich vermute, daß es jetzt erst richtig losgeht. Wer mag sich schon der Diktatur einer kleinen Minderheit von weniger als einem Viertel unterwerfen?
Nebenräume kann nur einrichten, wer über genügend Platz verfügt. In der typischen Eckkneipe gibt es den Platz nicht. Und es kann sich auch nicht jeder Wirt erlauben, draußen vor der Tür genügend Tische aufzustellen, damit der Kneipenbetrieb dort laufen kann.
Raucher leben heutzutage sehr gesund
Sie sind ständig an der frischen Luft und härten sich im kältesten Wetter in der Draußigkeit ab, während die Nichtrauch-Fanatiker in ihren muffigen Wohnstuben sitzen und sich sofort erkälten, sobald sie nur mal vor die Tür treten.
Dank der Abstimmung wurde dem gesunden Volksempfinden genüge getan.
Leider ist hierbei vergessen worden, in ebenfalls Einbahnstrassen das Rauchen zu verbieten. Auch dort, wo der besorgte Nichtraucher nicht die Strassenseite wechseln kann, ist er dem Qualm seiner Mitmenschen ausgeliefert.
@ andres muench aus Ffm : DEMAGOGE hoch 2
ich versuche dem Herrn zu erklären, daß das Verbot von Rauch in Kneipen nicht zu vergleichen ist, mit dem von ihm unterstellten Behauptung, demnächst würde auch das Milchtrinken verboten...
und was kommt als Antwort? Zitat:
"Ich darf doch annehmen, Herr Lessing, Sie beziehen Ihren Umwelt-Strom aus der Steckdose und hoffen, das dieser auch aus Windenergie gewonnen wird. Ihr Urlaubsziel erreichen Sie mit dem Fahrrad und Ihre Lebensmittel kaufen Sie im BIO-Markt.
Sollte das nicht so sein, frage ich mich, was Sie eigentlich wollen."
Dieser Herr weiß nicht, was er von sich gibt - scheints nur totalen Blödsinn. Aber das ist genau DAS Niveau, auf dem hier die Nikotinsüchtigen jammern...
Aber entschieden ist entschieden - und andere Länder werden nachziehen.
In Köln dürfen wie zu Urgroßvaters Zeiten auch die Kleinsten mit an den Stammtisch an dem die Luft dicke und die Stimmung hoch ist. Ihre Gesundheit kümmert nicht Wirt, nicht Vater, nicht Mutter. Es wird Zeit, daß sich dieses so tolerante Städtchen am Rhein zu einer verantwortungslosen Stadt mausert und seine Bürger und oft notgedrungenen Angestellten schützt. Her mit einem Nichtraucherschutzgesetzt ohne Clubausnahme und tralala. Es ist nicht der Frei-, sondern der Ungeist, der in diesen Kneipen haust.