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Nach Rücktritt Rat der EKD berät über Nachfolge Käßmanns

26.02.2010 ·  Nach dem Rücktritt Margot Käßmanns ist der Rat der EKD zu seiner regulären Sitzung zusammengetreten. Schon am Samstag könnte eine Empfehlung zur Nachfolge Käßmanns als Ratsvorsitzende abgeben werden.

Von Reinhard Bingener
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Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist am Freitag in Tutzing am Starnberger See zu seiner regulären Sitzung zusammengetreten. Es sei möglich, dass der Rat am Samstag eine Empfehlung zur Nachfolge von Margot Käßmann als Ratsvorsitzender abgebe, sagte der Sprecher der EKD. Der sächsische Landesbischof Jochen Bohl sagte hingegen, es gehe darum, „dass wir in Ruhe die Dinge entscheiden, die zu entscheiden sind“. Er glaube nicht an eine Vorentscheidung über die Nachfolge von Frau Käßmann.

Die Wahl eines neuen Ratsvorsitzenden obliegt der Synode, dem Kirchenparlament der EKD, und der Kirchenkonferenz, in dem die Kirchenleitungen der EKD-Gliedkirchen vertreten sind. Die reguläre Tagung der Gremien findet Anfang November in Hannover statt.

Schneider leitet EKD bis November

Im Regelfall wird derjenige Ratsvorsitzender, der bei der Wahl des EKD-Rates das beste Stimmenergebnis erzielt. Da aber dieses Mal nicht der gesamte Rat, sondern nur zwei Sitze im Rat besetzt werden - zum Rücktritt von Frau Käßmann kommt der Umstand hinzu, dass man sich auf der Synodentagung im Oktober 2009 nur auf 14 der vorgesehenen 15 Ratsmitglieder einigte -, kann dieses Verfahren nicht zur Anwendung kommen.

Bis zu einer Wahl leitet der stellvertretende Ratsvorsitzende, der 62 Jahre alte rheinische Präses Nikolaus Schneider, die EKD. Die EKD-Ratsvorsitzende und hannoversche Landesbischöfin Käßmann war am Mittwoch zurückgetreten, nachdem sie alkoholisiert eine rote Ampel überfahren hatte und von der Polizei angehalten worden war.

Nach dem Rückzug der Landesbischöfin wählte unterdessen der Kirchensenat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers am Donnerstagabend einstimmig den Lüneburger Landessuperintendenten Hans-Hermann Jantzen zum Bischofsvikar. Der 64 Jahre alte Geistliche wird damit bis zur Wahl eines neuen Landesbischofs die Leitung der mit etwa drei Millionen Mitgliedern größten deutschen Landeskirche übernehmen. Die Wahl wird laut Kirchenkreisen noch in diesem Jahr stattfinden; die reguläre Synode im Juni könne dafür aber noch zu früh kommen. Da ein hannoverscher Landesbischof - im Unterschied zum EKD-Ratsvorsitzenden - mit Erreichen des Ruhestandsalters sein Amt abgeben muss, ist es kaum möglich, dass Jantzen Nachfolger von Margot Käßmann im Amt des Landesbischofs wird.

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Jahrgang 1979, Redakteur in der Politik.

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