13.07.2009 · Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad hat die Vereinten Nationen aufgefordert, Deutschland wegen des Mordes an der Ägypterin Marwa S. zu verurteilen. Die Bundesregierung weist Kritik zurück, sie habe zu lange zu der Tat in Dresden geschwiegen.
Die Bundesregierung hat sich gegen Kritik verteidigt, sie habe nach der ausländerfeindlichen Messerattacke auf eine Ägypterin in Dresden zu lange geschwiegen. Regierungsvertreter hätten ausdrücklich deutlich gemacht, „dass in unserem Land kein Raum ist für Fremdenfeindlichkeit, kein Raum ist für Islamfeindlichkeit“, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin. Es werde auch seit Jahren intensiv alles getan, „damit solche Taten keinen Nährboden finden“.
Die 31 Jahre alte Marwa S. war vor rund zwei Wochen während einer Verhandlung im Landgericht Dresden von einem 28 Jahre alten Mann mit mehr als einem Dutzend Messerstichen schwer verletzt worden. Sie starb wenig später. Die Ermittler nehmen ausländerfeindliche Motive an. Die schwangere Frau hatte den Täter angezeigt, weil er sie auf einem Kinderspielplatz in Dresden als „Terroristin“ und „Schlampe“ beschimpft hatte.
Ahmadineschad: UN müssen Deutschland verurteilen
Das Auswärtige Amt wies den Vorwurf des Vaters der Ermordeten zurück, das Ministerium habe ihn nicht über den Tod seiner Tochter informiert. Dafür sei die ägyptische Botschaft in Deutschland zuständig gewesen, mit der das Außenministerium von Anfang an in engem Kontakt gestanden habe, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. Außerdem habe das Auswärtige Amt „unzweideutig“ auch gegenüber der Familie die Tat bedauert. Der deutsche Botschafter in Kairo habe zudem die Familie aufgesucht und persönlich das Mitgefühl der Bundesregierung zum Ausdruck gebracht.
Nach Protesten gegen Deutschland unter anderem in Ägypten hatte am Sonntagabend auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad die Bundesregierung scharf angegriffen: „Der Richter, die Schöffen und die deutsche Regierung sind in diesem Fall verantwortlich.“
Die iranische Nachrichtenagentur Irna zitierte Ahmadineschad zudem mit dem Vorwurf, der amerikanische Präsident Barack Obama, UN-Generalsekretär Ban Ki -moon und andere politische Führer hätten zu der Tat geschwiegen. „Wir fordern sie auf, Deutschland zu verurteilen“, sagte Ahmadineschad und setzte hinzu: „Bei kleinen Vorfällen in Ländern, die sich ihnen widersetzen, verabschieden sie Resolutionen, aber sie achten nicht die Mindestrechte der Menschen in ihren eigenen Ländern.“
Lächerlich
Martin Paul (ThomasOliver)
- 13.07.2009, 15:35 Uhr
Die logische Konsequenz? - Freizügigkeit nur noch für Demokraten
Christoph Anschütz (Anschuetz)
- 13.07.2009, 15:59 Uhr
Ich frage mich ernsthaft
Christian Knoche (christian.knoche)
- 13.07.2009, 16:34 Uhr