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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Nach der Rede des Bundespräsidenten Alle loben Wulff

 ·  Bundespräsident Wulff ist für seine Rede zum Tag der Deutschen Einheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel gelobt worden. Der Zentralrat der Muslime erwartet, dass nun „ein Ruck“ durch die muslimische Gesellschaft gehen werde.

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Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hat am Montag noch einmal die Rede von Bundespräsident Wulff zum Tag der Deutschen Einheit gelobt. Wulff habe die christlichen und jüdischen Wurzeln der Kultur in Deutschland hervorgehoben, erinnerte die Kanzlerin. Doch lebten auch viele Muslime in Deutschland. Mithin gehöre der Islam zu den Religionen in Deutschland.

Doch müssten sich die Muslime auch zu den politischen Werten und zur Verfassung bekennen. Es dürfe keine Toleranz gegenüber jenen geben, die die Grundwerte der Verfassung ablehnten. Wulff habe deutlich gemacht, dass sich das Land seit den fünfziger Jahren verändert habe. Die Debatten darüber seien noch nicht beendet.

FDP-Generalsekretär Lindner sagte, Wulff habe in seiner Rede klargestellt, dass Angehörige des Christentums, des Judentums und des Islams die kulturelle Identität Deutschlands mitprägten. Im staatlichen Zusammenleben müssten weltliche Gesetze mehr Geltung haben als religiöse Gebote. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen Jürgen Trittin hatte schon am Sonntag im Fernsehen gesagt, Wulff habe versucht, dem konservativen Lager „ein paar Grundwahrheiten“ beizubringen. Lindner sagte, dabei habe Trittin „zu kurz gedacht“.

„Ein Ruck wird durch die muslimische Gesellschaft gehen“

Auf Zustimmung stieß die Rede Wulffs auch beim Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei, Gysi. Hatte er sie am Sonntag noch als „nicht so schlecht“ bezeichnet, fügte Gysi am Montag im SWR an: „In erster Linie müssen wir unsere eigenen Integrationsangebote verbessern. Das hat der Bundespräsident gesagt und das ist okay so. Er ist ja der Präsident Aller und nicht nur der Präsident der Konservativen.“

Auch muslimische Verbände reagierten erfreut darauf, dass Wulff in Bremen gesagt hatte, der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland. Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde, Kenan Kolat, sagte: „Nach diesen langen und unsäglichen Diskussionen in den letzten Wochen denke ich, dass Wulff auch unser Präsident geworden ist.“ Der Zentralrats-Vorsitzende Mazyek sagte der „Bild“-Zeitung: „Durch diese Rede wird ein Ruck durch die muslimische Gesellschaft gehen.“

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