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Nach dem Anschlag in Kabul Bessere Polizeiausrüstung gefordert

16.08.2007 ·  Der tödliche Anschlag in Kabul hat Diskussionen über die Ausrüstung der Polizei ausgelöst. Die Unionsfraktion im Bundestag forderte geschützte Fahrzeuge für die Beamten. Die Polizeigewerkschaft warnte dagegen vor einer Militarisierung.

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Nach dem Mord an drei deutschen Polizisten in Afghanistan hat der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Bosbach eine Prüfung der Schutzvorkehrungen angeregt. Es müsse überprüft werden, ob „Ausrüstung und Transportmittel der Einsatzkräfte vor Ort das notwendige Maß an Sicherheit für die Kräfte bieten“, sagte er der Netzeitung. Es müsse sichergestellt werden, dass gefährliche Fahrten nur noch in „hinreichend sicheren“ Fahrzeugen unternommen werden.

Derzeit verfügt weder die afghanische Polizei noch die deutschen Polizisten in Afghanistan über Fahrzeuge mit Panzerungen nach Art des Militärs – etwa Spähpanzer vom Typ „Dingo“ oder „Fuchs“. Selbst diese Panzerfahrzeuge bieten gegen die inzwischen von Terroristen im Irak und in Afghanistan verwendeten unkonventionellen Sprengladungen nicht immer genügend Schutz.

„Keine Militarisierung der Polizei“

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Freiberg lehnte die Verwendung solcher Fahrzeuge ab: „Wir brauchen keine Militarisierung der Polizei, auch nicht in Afghanistan“, sagte er. Im Zweifel müsse das Militär die Polizei begleiten. Das Innenministerium verwies darauf, dass nun zunächst einmal die Ermittlungsergebnisse in Kabul abgewartet werden müssten, bevor man Schlüsse ziehe.

In Berlin wird das Innenministerium am kommenden Samstag eine Trauerfeier für die drei ermordeten Personenschützer von Bundeskriminalamt und Bundespolizei ausrichten. Einer der getöteten Männer soll nach Zeitungsangaben im Rahmen seiner Tätigkeit zum Begleitkommando der Bundeskanzlerin Merkel gehört haben. Bei den beiden anderen getöteten Beamten handelt es sich nach den Angaben der „Bild“-Zeitung um einen 39 Jahre alten Polizeiobermeister aus Karlsruhe sowie einen 34 Jahre alten Polizisten aus Baden-Baden, der zur GSG 9 der Bundespolizei gehörte.

Weiter Sorge um Südkoreaner

Soldaten der amerikanischen und der afghanischen Streitkräfte setzten unterdessen am Donnerstag ihre Angriffe auf mutmaßliche Verstecke der Taliban und Al Qaida im Osten des Landes fort. In der Grenzregion nach Pakistan sollen sich Ausbildungslager befinden und Verstecke von Kämpfern. In den Höhle von Tora-Bora soll sich nach den Anschlägen vom 11. September zeitweise Usama Bin Ladin versteckt haben. Nach amerikanischen Angaben wurden bei Kämpfen mehr als fünfzig Menschen getötet. Die eingesetzten Bodentruppen wurden aus der Luft unterstützt. Nach örtlichen Angaben wurden dabei auch Zivilisten getötet. Sprecher der amerikanischen Streitkräfte bestritten das.

Südkorea bemüht sich unterdessen in Verhandlungen mit den Taliban weiterhin um die Freilassung der neunzehn Koreaner, die sich in den Händen von Entführern befinden. Die Gespräche wurden nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag in einem Büro der Hilfsorganisation Roter Halbmond in der Stadt Ghasni geführt. Die islamischen Terroristen fordern nach den Angaben von der Regierung in Kabul nach wie vor die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen, ansonsten werde keine Geisel mehr freikommen. Zwei koreanische Geiseln sind von den Entführern erschossen worden.

Quelle: pca. / Frankfurter Allgemeine Zeitung
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