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Nach Clown-Vergleich Italiens Präsident Napolitano sagt Treffen mit Steinbrück ab

Italiens Präsident Napolitano hat ein für Mittwoch geplantes Treffen mit SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück abgesagt. Hintergrund sind Steinbrücks Äußerungen zum Wahlausgang in Italien, in denen er Berlusconi als Clown verspottete.

© dpa Unter Clowns: Steinbrück am Dienstag in Potsdam

Aus Ärger über einen Kommentar von Peer Steinbrück hat Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano eine für Mittwoch geplante Begegnung mit dem SPD-Kanzlerkandidaten kurzfristig abgesagt. Steinbrück hatte über den Wahlausgang in Italien gesagt, er sei „in gewisser Weise entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben“. Der eine, Beppe Grillo, sei „ein beruflich tätiger Clown, der auch nicht beleidigt ist, wenn man ihn so nennt“.

Der andere, Silvio Berlusconi, sei definitiv „ein Clown mit einem besonderen Testosteron-Schub“. Napolitano ließ seine Absage mit Steinbrücks Worten begründen. Dessen Sprecher sagte hingegen, der SPD-Politiker habe „Verständnis dafür, dass Napolitano aufgrund der innenpolitischen Lage in Italien“ abgesagt habe.

Leutheusser: Fremdschämen

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte, für Steinbrücks Aussagen sei „Fremdschämen“ angesagt. „Mit solchen Äußerungen qualifiziert sich Steinbrück fürs Unterhaltungsfernsehen, aber nicht fürs Kanzleramt.“ Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion Michael Meister sagte: „Steinbrück benimmt sich wie die Axt im Walde. Einerseits kritisiert er den Auftritt der Bundeskanzlerin in Europa, andererseits beleidigt er nach den Schweizern nun auch die Italiener.“ Steinbrück hatte im Steuerstreit der Schweiz mit der „Kavallerie“ gedroht.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nahm den Spitzenkandidaten ihrer Partei dagegen in Schutz. Er habe sich auf einer Veranstaltung geäußert, die „Klartext“ geheißen habe. „Peer Steinbrück hat das ausgesprochen, was er denkt.“ Sie fügte hinzu, „Clown ist das mildeste, was mir persönlich zu Berlusconi in diesem Zusammenhang einfällt“. Bei allem Verständnis für eine schwierige Regierungsbildung in Italien „wird wohl eine klare Meinung zum Wahlausgang noch erlaubt sein“.

Die Bundesregierung wehrte sich gegen den Eindruck, der Wahlausgang in Italien sei die Konsequenz eines Sparkurses, den Deutschland seinen Euro-Partnern aufgenötigt habe. Solche „monokausalen Erklärungen“ taugten nicht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Für diesen Donnerstag ist ein Treffen zwischen Bundeskanzlerin Merkel und dem italienischen Staatspräsidenten in Berlin anberaumt.

Steinbrück steht auch nach der Absage Napolitanos zu seinen Äußerungen. „Gesagt ist gesagt“, sagte er am Mittwoch vor der Brandenburger Landespressekonferenz in Potsdam. Er habe Verständnis für die Absage, da Napolitano Neutralität zu wahren habe. Der italienische Präsident wollte im Berliner Hotel Adlon Steinbrück zum Abendessen treffen.

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Quelle: Lt./AFP/dpa/Reuters

 
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