Home
http://www.faz.net/-gpg-74z86
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Nach Bonner Bombenalarm Zwei Verdächtige wieder frei

Die Polizei hat die beiden Verdächtige nach dem Bombenalarm am Bonner Hauptbahnhof wieder freigelassen. Die Suche nach einem Hauptverdächtigen geht weiter. Noch ist unklar, ob es sich um einen versuchten Terroranschlag gehandelt hat.

© dpa Vergrößern Polizei vor eine Wohnhaus in Bonn: Dort hatte es nach einer Festnahme in Folge des Bombenalarms auf dem Bonner Hauptbahnhof eine Durchsuchung gegeben

Zwei nach dem Bombenalarm auf dem Bonner Hauptbahnhof festgenommene Verdächtige sind wieder frei. Ein erster Tatverdacht habe sich nicht erhärtet, berichtete die Kölner Polizei am späten Dienstagabend. Bei einem der Freigelassenen handelt es sich nach Informationen aus Sicherheitskreisen um den Somalier Omar D. Er sei der Islamistenszene zuzuordnen. Auch der zweite Mann soll Medienberichten zufolge der Szene angehören.

Die Fahndung nach einem Hauptverdächtigen geht unterdessen weiter, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Mit einem Bild wird nach dem Mann gefahndet, der am Montag eine verdächtige Tasche am Bonner Hauptbahnhof abgestellt und damit einen Großeinsatz ausgelöst haben soll. Ein 14-jähriger Schüler habe den Verdächtigen beschrieben. Der Mann sei dunkelhäutig, 30 bis 35 Jahre alt, 1,90 Meter groß und schlank. Er habe eine schwarze Mütze, schwarze Stiefel und eine braun-graue Jacke getragen.

Weiterhin kein Zünder aufgefunden

Ob der Vorfall auf dem Bonner Bahnhof tatsächlich ein versuchter Terroranschlag war, ist weiter offen. Das Material in der verdächtigen Tasche war nach Polizeiangaben zündfähig. Einen Zünder fanden die Ermittler aber zunächst nicht. Nach Informationen von „Spiegel Online“ befanden sich Butangas und Ammoniumnitrat sowie ein Metallrohr, ein Wecker und Batterien in der Tasche. Die Ermittler prüften, ob die Konstruktion tatsächlich hätte explodieren können.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte am frühen Abend eine zunächst geplante Information der Öffentlichkeit wieder abgesagt. In Sicherheitskreisen wurde vermutet, dass der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt die Ermittlungen übernehmen. Zunächst sagte ein Sprecher aber lediglich: „Wir sind am Informationsaustausch beteiligt.“ Die Ermittler in Karlsruhe können nur in bestimmten Fällen Verfahren an sich ziehen, unter anderem beim Verdacht auf terroristische Gewalttaten.

Unmittelbar nach dem Bombenalarm am Montagmittag war der Bahnhof für mehrere Stunden gesperrt worden. Es kam zu erheblichen Störungen des Bahnverkehrs.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Prozessauftakt gegen Bonner Terrorzelle Unheil aus Mutters Küche

Wegen eines Befangenheitsantrages verzögerte sich in Düsseldorf der Beginn des Prozesses gegen vier Islamisten, die ein Attentat auf den Vorsitzenden von Pro-NRW geplant haben sollen. In dem Verfahren gegen den Konvertiten Marco G. geht es auch um den knapp gescheiterten Anschlag auf den Bonner Hauptbahnhof. Mehr

08.09.2014, 13:51 Uhr | Politik
Erneut Toter nach Polizei-Waffeneinsatz in Missouri

Erneut ist im US-Bundesstaat Missouri ein Mann durch Polizisten erschossen worden: Die Tat geschah am Sonntag in Kansas City, Missouri. Die Polizei erklärte, eine Handfeuerwaffe in der Nähe des Verdächtigen gefunden zu haben. Mehr

01.09.2014, 13:21 Uhr | Politik
Öffentliche Fahndungen Unerkannt trotz Videomitschnitt

Auch mit öffentlicher Fahndung bleiben viele Fälle ungelöst, vielen Ermittlern ist das ein Rätsel. Auf ihrer Internetseite informiert die Polizei zwar über Altfälle, doch bei denen hilft der Gang ins Fernsehen oft mehr. Mehr

03.09.2014, 19:04 Uhr | Rhein-Main
Polizei untersucht mutmaßlichen Doppelsuizid

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die beiden Brüder selbst durch Kopfschüsse töteten. Die Hintergründe sind bislang unklar. Mehr

27.05.2014, 15:29 Uhr | Gesellschaft
Deutsches Paar in Alanya getötet Polizei fasst Verdächtigen

Tagelang lag ein deutsches Paar tot in seiner Wohnung im türkischen Alanya. Nun ist ein Verdächtiger gefasst worden, der die Urlauber aus Leipzig getötet haben soll. Es wäre nicht sein erster Mord. Mehr

01.09.2014, 16:51 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.12.2012, 01:18 Uhr