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Nach Amoklauf in Amerika „Auch in Deutschland gibt es zu viele Waffen“

 ·  Nach dem Amoklauf in Amerika wird auch in Deutschland abermals über das Waffenrecht debattiert. Die Bundesregierung verweist auf Verschärfungen in Folge des Winnenden-Dramas. Für Baden-Württembergs Innenminister Gall sind „sieben Millionen gemeldete Waffen zu viel“.

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Angesichts der Debatte über das amerikanische Waffenrecht nach dem Schulmassaker von Connecticut hat die Bundesregierung auf Fortschritte in Deutschland hingewiesen. „Nachdem auch wir in Deutschland in Erfurt und in Winnenden schreckliche Vorkommnisse hatten, hat die Bundesregierung doch einige Verschärfungen und Präzisierungen am Waffenrecht vorgenommen, die die Sicherheit erhöhen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in
Berlin.

Im März 2009 hatte ein 17 Jahre alter Junge in seiner früheren Realschule in Winnenden bei Stuttgart und auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen. Vor sieben Jahren waren bei einem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 17 Schüler und Lehrer getötet worden.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums wies darauf hin, dass kommendes Jahr per Waffenregister besser nachvollzogen werden könne, wo Waffen aufbewahrt werden. Die U-Waffenrichtlinie werde hierzu in Deutschland früher als nötig umgesetzt. Auch sei die vorschriftswidrige Aufbewahrung von Waffen neuerdings eine Straftat, ergänzte Seibert.

Der Parteivorsitzende der Grünen Cem Özdemir sagte in der „Berliner Zeitung“, Waffen hätten in Häusern und Wohnungen nichts zu suchen. Sie seien keine harmlosen Sportgeräte. „Das Massaker in Connecticut ist trauriger Beweis, wie leicht Gewalttätern das Töten gemacht wird, wenn Schusswaffen zu Hause aufbewahrt werden.

„Weiter Aufklärungsarbeit betreiben“

Der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) hat sich für eine weitere Reduzierung der Waffen auch in Deutschland ausgesprochen. „Ich meine, sieben Millionen gemeldete Waffen sind zu viel, und deshalb werden wir auch weiter Aufklärungsarbeit betreiben“, sagte Gall am Montag im Deutschlandfunk. Jeder Waffenbesitzer müsse sich gut überlegen, warum er eigentlich eine Waffe besitze.

Baden-Württemberg setze sich weiterhin für das Verbot großkalibriger Waffen im Sport ein: „Das braucht niemand.“ Allerdings fehle dafür noch eine Mehrheit im Bundesrat. „Da müssen wir noch Überzeugungsarbeit leisten“, sagte Gall.

In den vergangenen zehn Jahren, insbesondere nach dem Amoklauf von Winnenden, seien etliche Vorschriften verschärft worden. Der Kontrolldruck nehme ständig zu, sagte Gall. Eine weitere Hoffnung ruhe auf der biometrischen Sicherung, mit der Waffen nur noch von ihren Besitzern abgefeuert werden können. Wenn diese Technik alltagstauglich ist, will Gall sie auch gesetzlich vorschreiben.

Mit Verboten allein seien solche Bluttaten wie jetzt in den Vereinigten Staaten jedoch nicht zu verhindern, sagte der Innenminister. „Wir müssen als Gesellschaft der Gewaltentwicklung entgegentreten.“ Auch hier habe Baden-Württemberg mit der Einstellung von Schulpsychologen und einer Stärkung der Schulsozialarbeit Zeichen gesetzt.

Der amerikanische Präsident Barack Obama hatte nach dem Schulmassaker von Newtown zu entschiedenen Schritten
gegen Waffengewalt in den Vereinigten Staaten aufgerufen.
Die Zeit zum Handeln sei gekommen, sagte der Präsident am Sonntagabend während einer Trauerfeier für die Opfer in Newtown. Allerdings blieb er vage: „In den kommenden Wochen werde ich meine Macht im Amt (...) zu Bemühungen nutzen, die darauf abzielen, weitere Tragödien wie diese zu verhindern.“

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