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Missbrauch Kinderpornos an der Odenwaldschule

 ·  Der Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule weitet sich aus: Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ hat der damalige Musiklehrer Held in den siebziger und achtziger Jahren kinderpornografische Fotografien und Filme hergestellt. Dies bezeugen frühere Schüler.

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An der Odenwaldschule wurden nach Aussagen früherer Schüler in den siebziger und achtziger Jahren vom damaligen Musiklehrer Wolfgang Held kinderpornographische Fotografien und Filme hergestellt. Held, der von 1966 bis 1989 an der Odenwaldschule unterrichtete, missbrauchte die Kinder gewohnheitsmäßig in seiner sogenannten „Familie“, im Wohnmobil, seinem Penthouse in Heppenheim sowie eigens angemieteten Ferienhäusern.

Auf den Urlaubsfahrten wurden die Kinder darüber hinaus genötigt, nackt für die Kamera im Freien zu posieren. In Ferienhäusern bei St. Moritz dirigierte Held Foto- und Filmaufnahmen mit den Jungen. Der jüngste war neun Jahre alt. [...] In dem Penthouse des Liebhabers in Heppenheim wurden die Kinderpornos im Beisein der Jungen auch vorgeführt. Dabei sollen auch fremde Männer anwesend gewesen sein.

Sind die Bildaufnahmen noch in Umlauf?

[...]

Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung lehnte er jede Stellungnahme zu den Vorwürfen ab. Die Opfer Helds, inzwischen Männer in mittleren Jahren, fürchten nun, dass die Bildaufnahmen von ihnen aus der Erbmasse des Musiklehrers auch heute noch existieren, transferiert oder kopiert worden sein könnten. Einer von ihnen, Dieter G., erstattete deshalb bei der Kripo Heppenheim Strafantrag. Ihm wurde laut eigener Aussage mitgeteilt, dass die Causa verjährt sei und Ermittlungsansätze angeblich nicht existierten.

Die ersten Vorwürfe gegen Held wurden an der Odenwaldschule bereits 1968 erhoben, noch unter dem Schulleiter Walter Schäfer. Ein 13 Jahre alter Schüler hatte etwa zehn Kinder zusammengetrommelt, die Schäfer von sexuellen Übergriffen berichteten.

Nicht Held, sondern der Schüler musste die Schule verlassen

Doch nicht Held, sondern der Schüler musste die Schule verlassen. Er war von Schäfer einem Intelligenztest unterzogen worden, nachdem er vorgesprochen hatte. Das Ergebnis des Tests wurde gefälscht. Der Mutter des Jungen hielt Schäfer anschließend vor der Schulkonferenz die Schuluntauglichkeit ihres Sohnes vor. Held hingegen blieb weitere 21 Jahre an der Schule. Allein zwischen 1966 und 1989 missbrauchte er mutmaßlich mindestens 30 Jungen, ohne dass jemand eingriff.

Auch ein weiterer Lehrer wurde von den Jungen bei Schulleiter Schäfer der sexuellen Übergriffe bezichtigt. Der Lehrer, der die Vorwürfe gegenüber der F.A.S. bestreitet, musste die Schule verlassen. Im Gegenzug verzichtete Schäfer damals in Absprache mit dem Schulamt auf Strafantrag und verhalf ihm zu einer Anstellung bei einer ehrenwerten Institution.

Eine Reportage dazu lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Quelle: V.Z. / F.A.S.
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