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Milbradt zurückgetreten Sächsische CDU wählt Tillich zum neuen Parteichef

24.05.2008 ·  Stanislaw Tillich ist neuer Vorsitzender der CDU Sachsen. Die Delegierten eines Parteitages in Zwickau wählten Tillich mit 97,7 Prozent zum Nachfolger von Georg Milbradt. In seiner Abschiedsrede stellte Milbradt seinen Rückzug als „Generationswechsel“ dar und ließ die Sachsen LB unerwähnt.

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Stanislaw Tillich ist neuer Vorsitzender der sächsischen CDU. Der 49 Jahre alte Finanzminister wurde am Samstag auf einem Landesparteitag in Zwickau mit großer Mehrheit gewählt. Für ihn stimmten in geheimer Wahl 213 oder 97,7 Prozent der Delegierten. Tillich tritt die Nachfolge des scheidenden Ministerpräsidenten Georg Milbradt an. Am Mittwoch soll er im Dresdner Landtag auch zum neuen Regierungschef gewählt werden.

Milbradt hatte Mitte April seinen Rückzug von allen Ämtern angekündigt. Hintergrund ist das Debakel bei der Sachsen LB. Wegen des Niedergangs der Landesbank geriet Milbradt auch innerparteilich massiv unter Druck. An diesem Samstag vollzog er schließlich seinen Rücktritt wie angekündigt. In seiner Abschiedsrede verzichtete er auf eine selbstkritische Bilanz. Vielmehr stellte er auf dem Wahlparteitag der Union Erfolge der CDU in den Vordergrund.

Milbradt stellt Rückzug als „Generationswechsel“ dar

Das Thema Landesbank vermied Milbradt am Samstag gänzlich. Die Bank war nach riskanten Geschäften 2007 in Schieflage geraten und musste verkauft werden. Milbradt hatte eine politische Verantwortung dafür abgelehnt. Aber selbst vom Koalitionspartner SPD bekam er Druck. In seiner Rede hielt Milbradt der SPD vor, sie habe noch „keine Antwort auf die Herausforderung von Linksaußen“. Dies werde wohl noch lange so bleiben.

Seinen Rückzug aus den Ämtern stellte der 63 Jahre alte Milbradt als „Generationswechsel“ dar. Eine nachhaltige Politik könne nur fortgeführt werden, wenn sich die Partei personell immer wieder erneuere. Milbradt hatte seit 1990 in führenden Funktionen in Sachsen gearbeitet. Bis Anfang 2001 war er Finanzminister im Kabinett von Kurt Biedenkopf (CDU). Dann wurde er im Streit um dessen Nachfolge aus dem Kabinett entlassen. Schon im Herbst 2001 gelang ihm mit der Wahl zum Parteichef ein Comeback, im April 2002 wurde er Regierungschef.

Milbradt rief seine Partei auf, seinen Nachfolger Tillich zu unterstützen. Milbradt erhielt langen Beifall von den Delegierten. Er kündigte an, wenn er gebraucht werde, werde er als einfaches Mitglied mit dabei sei. „Ich bin nicht aus der Welt.“

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