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Veröffentlicht: 14.12.2016, 12:51 Uhr

Migrationsbericht 2015 Zahl der Muslime in Deutschland steigt

Das erste Mal seit 2009 liegen wieder gesicherte Daten über die Zahl der Muslime in Deutschland vor. Weniger als sechs Prozent der 81,4 Millionen Deutschen bekennen sich danach zum Islam. Deutlich mehr als vor sieben Jahren.

von , Berlin
© Reuters Islam in Deutschland: Muslimische Männer beim Freitagsgebet in einer Moschee in Köln.

In Deutschland leben  zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime. Das ist der Stand vom Ende des vorigen Jahres, den das Bundesinnenministerium (BMI) mitteilte. Die Zahl sei durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) errechnet worden, zusätzlich zu dem am Mittwoch vom Kabinett verabschiedeten Migrationsbericht für das Jahr 2015, heißt es in einer Mitteilung des BMI.

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Der Anteil der Muslime an den 81,4 Millionen Einwohnern Deutschlands liege damit zwischen 5,4 und 5,7 Prozent. Es bedeute seit dem letzten Zensus aus dem Jahr 2011 einen Zuwachs von etwa 1,2 Millionen muslimischen Männern und Frauen. „Gut jeder vierte Muslim ist somit erst kürzlich nach Deutschland zugewandert“, teilte das BMI mit.

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Da die in den vorigen Jahren  eingereisten muslimischen Migranten vor allem aus bislang selteneren Herkunftsländern des Nahen Ostens sowie Süd- und Südostasiens gekommen seien, habe sich der Anteil Muslime mit türkischen Wurzeln von 68 Prozent im Jahr 2008 auf 51 Prozent Ende des vorigen Jahres verändert.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, es lägen mit dieser Berechnung erstmals seit dem Jahr 2009, als die Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“ der Deutschen Islamkonferenz erstellt wurde, aktuelle Daten zur Zahl der Muslime in Deutschland vor. De Maizière forderte die islamischen Organisationen in Deutschland auf, „sich zu öffnen“. Die Integrationsaufgabe werde dringlicher, ebenso „eine Debatte über die Deutschland prägende Kultur“.

Der 240 Seiten umfassende Migrationsbericht für das Jahr 2015 weist einen Gesamtzuzug nach Deutschland von 2,14 Millionen Personen für das Jahr 2015 aus. Das sei ein Zuwachs von 45,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2014 und stelle die höchste Zahl seit der Aufzeichnung der Statistik im Jahr 1952 dar. Zugleich stieg jedoch auch die Zahl der Menschen, die Deutschland wieder verließen.

Mit 998.000 Personen wurde im vorigen Jahr ebenfalls der bislang höchste Wert registriert.  45 Prozent der Zuwanderer waren Bürger aus der Europäischen Union, darunter waren sechs Prozent Deutsche. Durch die große Zahl von Asylsuchenden, die nach Deutschland einreisten, war das Hauptherkunftsland aller Migranten im vorigen Jahr zum ersten Mal Syrien (326 872 Zuzüge). Zweitwichtigstes Herkunftsland war Rumänien (213 037), gefolgt von Polen (195 666).

Quelle: wahlrecht.de
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