http://www.faz.net/-gpf-7oqht

Videobotschaft : Merkel: Faire Chancen auch für Sinti und Roma

  • Aktualisiert am

Angela Merkel will sich gegen Diskriminierung von Sinti und Roma einsetzen. Bild: REUTERS

In ihrem Internet-Podcast hat Bundeskanzlerin Merkel bekräftigt, sie wolle „alles daran setzen", Benachteiligungen von Sinti und Roma abzubauen. In Deutschland müsse es faire Chancen für alle geben.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in ihrem neuen Internet-Podcast für faire Chancen für Sinti und Roma in Deutschland ausgesprochen. Ziel sei es, „dass man sich auch besser kennenlernt, dass man mit diesen Vorurteilen aufräumen kann, dass man sich auch die Biografien vieler Sinti und Roma anschaut – schaut, wie sie sich erfolgreich in unsere Gesellschaft einbringen“, sagte sie dem Osteuropawissenschaftler Marian Luca in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.

          Der Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus sei „bei uns tägliche Arbeit“, versicherte Merkel. „Und es gibt auch die notwendigen rechtlichen Paragraphen, aber die sind, glaube ich, nicht alleine ausreichend“, fügte sie hinzu. Ebenfalls brauche es ein soziales Klima, in dem Rassismus und Nationalismus verboten seien und Zivilcourage im Alltag gezeigt werde.

          Benachteiligung nicht zu leugnen

          Amnesty International zeigte jedoch kürzlich in einer Studie, dass die Diskriminierung der Sinti und Roma in der Europäischen Union stillschweigend hingenommen werde. Diesen Hinweisen möchte Merkel nachgehen, und sie gestand ein, eine Benachteiligung der Sinti und Roma in Deutschland zu leugnen, hieße, „dass wir uns der Realität nicht stellen".

          Solche Vorurteile ließen sich eben nur über das Besser-kennenlernen beseitigen. Da gehöre es auch dazu, Missstände beim Namen zu nennen. Denn es gehe darum, „dass es für alle faire Chancen in unserem Land gibt".

          Merkel ist sich nach eigenen Aussagen auch bewusst, dass sich viele Sinti und Roma aus Armutsgründen dazu gezwungen sehen, nach Deutschland zu immigrieren. Mit EU-Mitteln sollen jedoch die soziale und ökonomische Lage in osteuropäischen Ländern verbessert werden. Diese Mittel gäb es, aber „dass dieses Geld gar nicht angewendet wird".

          Treffen mit Zentralrat am Montag

          Zur zielführenden Einsetzung in diesen Ländern bietet die Bundeskanzlerin jedoch ihre Hilfe an. Am kommenden Montag empfängt Merkel in Berlin Vertreter des Zentralrats der Roma und Sinti.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte schon im Oktober 2012 das Mahnmal der Opfer des Faschismus für die Volksgruppen der Sinti und Roma in Berlin eröffnet. Für sie sei das ein sehr bewegender Moment gewesen, nicht nur der Opfer zu gedenken und nie zu vergessen, was in der Geschichte geschehen ist, sondern auch Diskriminierung und Rechtsextremismus zu unterbinden.

          Quelle: FAZ.NET/phid./dpa

          Weitere Themen

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          TV-Kritik „Sandra Maischberger“ : Vom Karrieristen zum Politiker

          Sebastian Kurz gilt als Wunderknabe der europäischen Politik. Sandra Maischberger will die Gründe für den Erfolg des österreichischen Bundeskanzlers offenlegen. Vergeblich. Denn allein an seinem Alter liegt es nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.