http://www.faz.net/-gpf-89gik

Pegida in Sachsen : Wieder mehr als 10.000 Demonstranten in Dresden

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Eine Woche nach Auseinandersetzungen blieb die Pegida-Demonstration in Dresden ruhig. In Leipzig dagegen kam es zu Gewalt, als Anhänger der Islamfeinde angegriffen wurden.

          Sachsen bleibt angesichts neuer Proteste gegen Flüchtlinge und die deutsche Asylpolitik in den Schlagzeilen. Am Montagabend versammelten sich in Dresden, Leipzig und Chemnitz erneut Tausende Menschen auf Kundgebungen der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung.

          Nach Schätzungen der Studentengruppe „Durchgezählt“ marschierten allein in Dresden zwischen 10.000 und 12.000 Anhänger von Pegida auf und damit einige Tausend weniger als vor einer Woche beim ersten Jahrestag der Bewegung. Bis zu 1300 Gegendemonstranten protestierten gegen die selbst ernannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“.

          Laut Polizei, die seit längerem keine Teilnehmerzahlen zu den Demonstrationen mehr bekanntgibt, blieb es im Unterschied zur vergangenen Woche in Dresden ruhig. Unklar war zunächst, ob drei brennende Autos ein paar hundert Meter vom Pegida-Versammlungsort auf dem Theaterplatz mit dem Geschehen in Verbindung stehen.

          Die Zahl der Gegendemonstranten war im Gegensatz zur  Vorwoche sehr gering.

          In Chemnitz versammelten sich wenige Hundert Anhänger des Pegida-Ablegers Cegida und etwa 120 Gegendemonstranten friedlich. In Leipzig dagegen kam es am Rande der Legida-Kundgebung zu Gewalt. Laut Polizei wurden vier Legida-Anhänger von Vermummten angegriffen, zwei Personen aus dem Legida-Lager erlitten Verletzungen.

          Festakt im Landtag

          Vor einer Woche waren in Dresden zum ersten Jahrestag von Pegida bis zu 20.000 Anhänger auf die Straße gegangen. Ihnen stand eine etwa gleichgroße Menge an Gegendemonstranten gegenüber. Am Rande kam es zu Ausschreitungen. Der deutsch-türkische Autor Akif Pirinçci sorgte mit einer Hetz-Rede für einen Eklat.

          Die anhaltenden Proteste gegen Flüchtlinge in Sachsen dürften auch bei einem Festakt zum 25. Jahrestag der Konstituierung des Landtages am Dienstag in Dresden zur Sprache kommen. Dabei will unter anderen Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) das Wort ergreifen.

          Wie angespannt die Lage im Freistaat ist, zeigte sich am Sonntagabend auf besonders drastische Weise in Freiberg: Mit einem Großeinsatz mussten rund 200 Polizisten die Ankunft eines Sonderzugs aus Passau mit mehr als 700 Flüchtlingen absichern.

          In Freiberg sollten die Migranten in Busse umsteigen und zu Unterkünften nach Dresden und Leipzig weiterreisen. Etwa 400 Demonstranten versuchten unter anderem mit Sitzblockaden, dies zu verhindern - darunter laut Polizei auch Rechtsorientierte. Drei Polizisten wurden bei den Krawallen leicht verletzt, die Behörden sprachen am Montag von „beispiellosen Auseinandersetzungen“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Mangelberufe : Stellen: viele, Bewerber: null

          Stolze 61 Tätigkeiten umfasst die Mangelberufe-Liste der Arbeitsagentur. Warum bloß sind sie so unbeliebt? Eine Spurensuche anhand dreier Beispiele.
          Nach Informationen soll Remondis künftig den Mehrheitsanteil von 80 Prozent am Dualen System Deutschlang übernehmen.

          F.A.Z. exklusiv : Der Grüne Punkt geht an Remondis

          Die Recyclingfirma Grüner Punkt steht kurz vor der Übernahme: Verträge mit Remondis gelten als sicher, wie die F.A.Z. erfahren hat. Damit könnte der Konzern demnächst eine größere Bandbreite abdecken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.