http://www.faz.net/-gpf-961ab

Ende der Zurückhaltung : Söder will AfD „konsequenter stellen“

  • Aktualisiert am

Markus Söder auf dem Weg zu den Groko-Sondierungsgesprächen in Berlin. Bild: dpa

Bayerns nächster Ministerpräsident fordert eine härteren Kurs gegen die AfD. Einen Politiker hebt Markus Söder als besonders negativ hervor.

          Bayerns designierter Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die rechtspopulistische AfD in Zukunft härter bekämpfen. „Neben dem Regierungshandeln ist die langfristige Aufgabe für die Union, die Zersplitterung des bürgerlichen Lagers aufzuhalten“, sagte Söder der „Bild am Sonntag“. Die Union sei „im Umgang mit der AfD bisher zu zurückhaltend“ gewesen.

          Die Union müsse sich „inhaltlich weiter stärken, aber endlich auch die AfD konsequenter stellen“, sagte der bayerische Finanzminister. Es gebe AfD-Politiker mit „verfassungsferner Gesinnung“, fügte Söder hinzu. „Einige AfD-Funktionäre fühlen sich der NPD doch näher als der Union. Das müssen wir den Menschen deutlicher sagen.“

          „Nicht konservativ, sondern radikal“

          Konkret kritisierte Söder, dass die AfD nicht in der Lage sei, den „rechtsradikalen“ Thüringer Landeschef Björn Höcke aus der Partei auszuschließen. „Eine solche Partei kann sich nicht als bürgerliche Kraft bezeichnen“, sagte Söder. „Wer das Holocaust-Mahnmal als Denkmal der Schande bezeichnet, ist nicht konservativ, sondern radikal.“

          Söder soll noch im Januar CSU-Chef Horst Seehofer als bayerischer Ministerpräsident ablösen. Die CSU war bei der Bundestagswahl auf Landesebene auf 38,8 Prozent abgerutscht. Als eine Ursache gilt das Erstarken der AfD, die in Bayern in Umfragen bei elf bis 14 Prozent liegt und damit deutlich stärker ist als in den meisten anderen Bundesländern mit Ausnahme Ostdeutschlands. Die nächste bayerische Landtagswahl findet voraussichtlich am 14. Oktober statt.

          Söder und Seehofer : „Zusammenführen, was zusammengehört“

          Quelle: bard./AFP

          Weitere Themen

          Zustimmung mit Nachforderungen Video-Seite öffnen

          „Ja“ zu Groko-Verhandlungen : Zustimmung mit Nachforderungen

          Nach kontroversen Debatten am Ende die Entscheidung: Die SPD hat sich auf ihrem Sonderparteitag in Bonn für Koalitionsverhandlungen mit der Union ausgesprochen. CSU-Chef Seehofer reagiert erleichtert, erwartet nun aber schwierige Gespräche.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Der Fraktionsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell (Mitte)

          Haushaltsstreit : Kein Ende des „Shutdowns“ in Sicht

          Die Haushaltssperre in Amerika gilt nun auch am Montag. Republikaner und Demokraten gingen ohne Kompromiss auseinander. Für fast eine Million Staatsbedienstete beginnt die Woche mit einem Zwangsurlaub.

          Türkeis Offensive in Syrien : Der vergiftete Olivenzweig

          Die Türkei hat ihren zweiten Feldzug im Norden Syriens begonnen. Doch diesmal geht es nicht gegen den Islamischen Staat. Die neuen alten Gegner sind die Kurden. Das hat auch Auswirkungen auf die Beziehungen zu Russland.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.