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Veröffentlicht: 05.06.2017, 17:16 Uhr

Markus Blume See­ho­fers neu­er Lieb­ling

Mar­kus Blu­me ver­kör­pert die an­de­re CSU: nicht pol­ternd, son­dern nach­denk­lich. Wei­ter kam er da­mit nicht – bis jetzt. Porträt eines Aufsteigers.

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© SZ Photo Horst Seehofer (Mitte) besucht das Truderinger Volksfest im Wahlkreis von Markus Blume (rechts).

Das größ­te Ta­lent der CSU heißt Mar­kus Blu­me – und ist jen­seits der baye­ri­schen Gren­zen noch weit­ge­hend un­be­kannt. Das könn­te sich je­doch bald än­dern, zu­min­dest wenn man den Lo­bes­hym­nen glaubt, die Horst See­ho­fer über den Münch­ner ver­kün­det. Blu­me sei ei­ner der „krea­tivs­ten Köp­fe der Par­tei“, „ein star­ker Ana­ly­ti­ker“ und oben­drein so­gar groß­stadt­taug­lich. Das von Blu­me ver­ant­wor­te­te Grund­satz­pro­gramm der CSU, das um die Leit­kul­tur, ei­nen star­ken Staat und die Be­gren­zung der Ein­wan­de­rung kreist, nann­te See­ho­fer über­schwäng­lich ei­ne „Stern­stun­de“, ein „Meis­ter­werk“. See­ho­fers Vor­gän­ger Er­win Hu­ber nennt Blu­me „ge­scheit und wort­ge­wandt“.

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Wei­te­re Für­spre­cher fin­den sich leicht. Da­bei ist Mar­kus Blu­me, der seit ein paar Wo­chen den Ti­tel des zwei­ten Ge­ne­ral­se­kre­tärs trägt, mit 42 Jah­ren si­cher­lich kein jun­ges Ta­lent mehr. Aber er steht für ei­ne an­de­re CSU, der Sprung in die ers­te Rei­he ist ihm dar­um lan­ge Zeit nicht ge­lun­gen. Auf den ers­ten Blick hat Blu­me ei­nen ty­pi­schen (po­li­ti­schen) Le­bens­lauf: Ein­tritt in die Par­tei mit 20 Jah­ren, Mit­glied im Be­zirks­aus­schuss im Münch­ner Os­ten, Orts­vor­sit­zen­der bei der Jun­gen Uni­on, Lan­des­vor­sit­zen­der der CSU-Stu­den­ten­or­ga­ni­sa­ti­on RCDS. Nach dem po­li­tik­wis­sen­schaft­li­chen Di­plom be­ginnt er ei­ne Pro­mo­ti­on über die „Ver­netz­te Ge­sell­schaft und Cy­ber­space – ethi­sche und po­li­tik­theo­re­ti­sche As­pek­te“. Für die Auf­stel­lung als Kan­di­dat im Münch­ner Os­ten hat er im Jahr 2003 gu­te Aus­sich­ten, denn als CSU-Mann wird man dort in al­ler Re­gel ge­wählt. Nächs­te Stu­fe: Ein­zug in den Baye­ri­schen Land­tag. So hät­te es kom­men kön­nen, mit nicht mal 30.

So kam es aber nicht. Ein Skan­dal fiel Blu­me vor die Fü­ße. Über Wo­chen be­rich­te­ten die Münch­ner Zei­tun­gen dar­über: Mit­glieds­an­trä­ge soll­ten im Be­zirks­ver­band ge­fälscht, an­de­re Mit­glie­der in ih­rem Stimm­ver­hal­ten be­ein­flusst wor­den sein. We­gen der Ver­stri­ckung in die Af­fä­re muss­te die Toch­ter von Franz Jo­sef Strauß, Mo­ni­ka Hohl­mei­er, als ein­fluss­rei­che Münch­ner CSU-Be­zirks­vor­sit­zen­de zu­rück­tre­ten. Und auch die Blitz­kar­rie­re von Mar­kus Blu­me war vor­erst ge­stoppt. Seit­dem weiß er, wo­zu sei­ne Par­tei fä­hig ist – und grün­de­te mit ei­nem Freund ein Un­ter­neh­men. Er sagt heu­te, er sei dank­bar für die Jah­re au­ßer­halb der Po­li­tik. An­de­re ma­chen un­ter­des­sen Kar­rie­re in der CSU. Do­ro­thee Bär zum Bei­spiel, an die Blu­me die Lei­tung des baye­ri­schen RCDS ab­ge­ge­ben hat­te, als er kurz vor dem Sprung in den Land­tag stand. Sie ist seit ein paar Jah­ren Staats­se­kre­tä­rin im Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um.

46762030 © dpa Vergrößern Stellte das Grundsatzprogramm vor: Markus Blume beim CSU-Parteitag in München im November

2007 wird Blu­me ge­fragt, ob er zur nächs­ten Land­tags­wahl an­tre­ten will. Er zö­gert erst, sagt dann aber zu: Er sei eben von Po­li­tik in­fi­ziert. Es ist ein schwe­rer Wahl­kampf, er­in­nert er sich: Den Men­schen geht es ei­gent­lich gut, über Jah­re lag Bay­ern beim Brut­to­in­lands­pro­dukt deut­lich über dem Bun­des­durch­schnitt. Aber es gibt ei­nen Über­druss an der CSU, und die ab­so­lu­te Mehr­heit, das gol­de­ne Kalb der Par­tei, geht ver­lo­ren. Blu­me lernt da­mals: „Es geht nicht nur dar­um, die rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen im Gro­ßen zu fäl­len. Man muss die Leu­te auch im Klei­nen mit­neh­men.“

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Quelle: wahlrecht.de
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