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Mann stellt sich dem Staatsanwalt : Steinbrück-Erpresser will Brief versehentlich abgeschickt haben

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Bei der Bonner Staatsanwaltschaft hat sich der Verfasser des Erpresserbriefs an die Ehefrau von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gemeldet. Der Mann habe angegeben, er habe den Brief nur versehentlich abgesendet.

          Der Erpresser des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück hat sich bei der Staatsanwaltschaft Bonn gestellt. Eine Person habe glaubhaft eingeräumt, Verfasser des Erpresser-Briefes zu sein, teilte die Staatsanwaltschaft Bonn am Montag mit. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung hatte ein Unbekannter der Familie Steinbrücks mit Enthüllungen über eine angeblich vor 14 Jahren illegal beschäftigte Putzfrau gedroht und gefordert, bis zum 10. September müsse Steinbrück den Rückzug von seiner Kandidatur erklären.

          Der Erpresser habe angegeben, aus einer momentanen Verärgerung heraus den an die Ehefrau des Kandidaten adressierten Brief geschrieben zu haben, hieß es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Zwar habe er den Brief nicht absenden wollen, aber aus Versehen habe er ihn dann doch mit anderen Briefen in die Post gegeben. Dies habe er erst nach entsprechenden Medienberichten bemerkt. Er sei dann mit einem Rechtsanwalt zur Staatsanwaltschaft gegangen.

          Die „Bild“-Zeitung hatte berichtet, der Erpresser wolle erfahren haben, dass die Steinbrücks eine Frau schwarz beschäftigt hätten, die sich damals illegal in Deutschland aufgehalten habe. Gertrud Steinbrück sagte dem Blatt, ihre Mutter habe der Familie nach dem Umzug 1999 von Kiel nach Bonn „zum Einzug geschenkt, dass ihre Putzhilfe für ein halbes Jahr einmal in der Woche bei uns saubermachen soll“. Dabei habe es sich um eine Philippinerin gehandelt, die mit einem Gärtner der philippinischen Botschaft verheiratet und dort auch versichert gewesen sei.

          Die Zeitung zitierte Gertrud Steinbrück mit den Worten: „Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab.“ Nach Ablauf des halben Jahres habe Gertrud Steinbrück der Frau einen Arbeitsvertrag angeboten, schrieb die Zeitung weiter. Das habe die Frau aber abgelehnt, weil ihr Mann beim Botschaftsumzug nach Berlin seinen Job und die Familie damit den Aufenthaltsstatus verloren habe. Deshalb habe sie nur schwarz arbeiten können. Gertrud Steinbrück sagte dem Blatt, sie habe ihr sagen müssen, „dass ich sie natürlich nicht schwarz beschäftigen kann“.

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