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Lutz Bachmann : Pegida-Gründer spielt Hitler

  • Aktualisiert am

Nur ein Scherz? Pegida-Gründer Lutz Bachmann posierte bei Facebook als Hitler Bild: Twitter/Civitas Livertatis/Screenshot F.A.Z.

Ein Foto von Pegida-Gründer Lutz Bachmann mit Hitler-Bart und Scheitel sorgt für Empörung. Nur Satire? Auf Facebook soll Bachmann Asylbewerber als „Viehzeug“, „Dreckspack“ und „Gelumpe“ bezeichnet haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

          Ein Foto des Pegida-Gründers Lutz Bachmann mit Hitler-Bart und -Scheitel gibt der Diskussion über eine Nähe der islamkritischen Bewegung zum Rechtsextremismus neue Nahrung. Wegen angeblich von Bachman stammenden Facebook-Einträgen mit ausländerfeindlichen Beleidigungen beschäftigt sich zudem die Staatsanwaltschaft Dresden mit ihm. Es werde der Anfangsverdacht einer Straftat geprüft, bestätigte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Wolfgang Klein, am Mittwoch. Infrage kämen Beleidigungsdelikte, unter Umständen auch der Tatbestand der Volksverhetzung. Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, müsste die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren einleiten.

          Wie die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet, geht es um bekannt gewordene Kommentare und Facebook-Einträge Bachmanns vom September 2014. Darin sollen Flüchtlinge und Asylbewerber als „Viehzeug“, „Dreckspack“ und „Gelumpe“ bezeichnet worden sein. Die Einträge seien inzwischen von der Seite gelöscht worden. Die Echtheit der Facebook-Kommentare ist noch bestätigt.

          „Ein Scherz“

          Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel bezeichnete das vorübergehend bei Facebook aufgetauchte „Hitler“-Foto in der „Bild“-Zeitung als einen „Scherz“. Bachmann wird in der Zeitung mit den Worten zitiert: „Ich hatte das Foto zur Veröffentlichung des Satire-Hörbuchs von „Er ist wieder da“ beim Friseur geknipst und Christoph Maria Herbst auf die Pinwand gepostet.“ Diesem habe es gefallen. „Man muss sich auch mal selbst auf die Schippe nehmen“, sagte Bachmann weiter. Der Schauspieler Christoph Maria Herbst hat als Komiker schon des öfteren Hitler parodiert, etwa in dem Film „Der Wixxer“ aus dem Jahr 2004.

          Derzeit steht Bachmann unter Polizeischutz. Nach Morddrohungen von Islamisten gegen den Pegida-Cheforganisator hatte die Polizei in Dresden am vergangenen Montag sämtliche Kundgebungen verboten. Die Bewegung will nun an diesem Mittwoch in Leipzig mehrere zehntausend Anhänger mobilisieren.

          Lutz Bachmann bei der Pegida-Pressekonferenz am Montag in Dresden, neben ihm Pegida-Mitbegründerin Kathrin Oertel
          Lutz Bachmann bei der Pegida-Pressekonferenz am Montag in Dresden, neben ihm Pegida-Mitbegründerin Kathrin Oertel : Bild: AP

          Ein Mitglied im Vorstand des Pegida-Vereins, dem Bachmann vorsitzt, forderte indes der jüngste Vorfall um Bachmann müsse Konsequenzen haben. Rene Jahn sagte der Onlineausgabe der „Bild“-Zeitung. „Mit so etwas will ich nichts zu tun haben.“ Es gehe „um die gesamte Bewegung und nicht nur um eine Person“, sagt Jahn.

          Den selbst ernannten „Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) war immer wieder vorgeworfen worden, Ängste und Ressentiments gegen Ausländer zu schüren. Pegida hat dies stets bestritten. „Der Wolf hat seinen Schafspelz abgelegt. Wer jetzt noch bei Pegida mitläuft, darf sich nicht herausreden, er habe über die rassistischen Hintergründe dieser Aufmärsche nichts gewusst“, erklärte jetzt die Linke-Innenpolitikerin im Bundestag, Ulla Jelpke.

          Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sagte der „Bild“-Zeitung: „Wer sich in der Politik wie Hitler maskiert, ist entweder ein ziemlicher Idiot oder ein Nazi. Jeder sollte sich überlegen, ob er solchen Rattenfängern hinterher läuft.“ Ähnlich äußerte sich der Fraktionschef der sächsischen Grünen, Volkmar Zschocke: „Es liegen seit Wochen Aussagen von den Leuten aus dem Pegida-Organisationsteam vor, die menschenverachtend, rassistisch, fremdenfeindlich und anschlussfähig nach rechtsaußen sind.“ Politiker demokratischer Parteien sollten der Gruppe nicht länger auf den Leim gehen.

          Quelle: dpa

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