30.08.2008 · Wenn die Linkspartei weiter wächst, wird die SPD mit ihr gehen. Sie hat das in den neuen Bundesländern und Berlin längst vorgemacht. Und der nächste Bruch heiliger Schwüre sozialdemokratischer Wahlkämpfer steht im Saarland bevor.
Von Volker ZastrowVielleicht lenkt der Linksparteitag in Lollar nur ab. Die Verlogenheit der SPD in Hessen ist nämlich nicht das eigentliche Thema. Wenn die Linkspartei weiterwächst wie bisher, wird die SPD sowieso mit ihr gehen. Sie hat das in den neuen Bundesländern und Berlin längst vorgemacht. Und der nächste Bruch heiliger Schwüre sozialdemokratischer Wahlkämpfer steht im Saarland bevor. Wenn die Linkspartei dort, wie zu erwarten, die Sozialdemokraten überflügelt, wird auch deren Spitzenkandidat Maas entdecken, dass er - leider, leider - ganz unmöglich halten kann, was er im Wahlkampf versprochen hat. Und die SPD wird als Juniorpartner Lafontaine zum Ministerpräsidenten wählen.
Um daraus Kapital schlagen zu können, wollte ja die Bundeskanzlerin unbedingt, dass die saarländische Landtagswahl vor der Bundestagswahl stattfindet. Für die SPD im Bund macht es keinen großen Unterschied. Wer glaubt ihr schon ihre Berührungsängste? Es sind ja auch keine. In Wahrheit geht es nur darum, die Linkspartei klein zu halten. Das ist aber nur noch Wunschdenken.
Einst die Grünen, nun Lafontaines Truppe
So profitieren die Linken in der SPD immer weiter von der Stärke der Linkspartei. Lafontaine hat ganz recht, wenn er als eigentliche Ursache dafür die politische Grundströmung im linken Wählerpotential benennt. Die findet ihren Ausdruck im Parteiengeschehen, nicht ihre Ursache. Eigentlich ist das ein altes Spiel. Zweimal hat die SPD im Bund geführt und regiert, und beide Male hat sie das mit einer Abspaltung bezahlt: in den siebziger Jahren waren es die Grünen, nun ist es Lafontaines Truppe.
Das macht die Sozialdemokraten am Anfang zwar sauer, über kurz oder lang findet aber wieder zusammen, was zusammengehört. Wenn auch nicht in einer Partei, sondern in einer Koalition. Wenn die Wähler eine Mehrheit spendieren. Egal, was ihnen großäugig versprochen wurde.
Die SPD war früher auch eine bürgerliche Partei.
Hans-Werner Bender (DRHWB)
- 30.08.2008, 22:12 Uhr
Vollkommen richtig...
Felix Roske (Strafrechtler)
- 31.08.2008, 04:20 Uhr
Die SPD wird immer die SPD bleiben
Konstantin Schneider (bundesboy)
- 31.08.2008, 11:41 Uhr
Die SPD wird immer die SPD bleiben
Konstantin Schneider (bundesboy)
- 31.08.2008, 11:41 Uhr
Auch die CDU wird eines Tages mit den Linken koalieren
Erwin Vogel (Sensbacher)
- 31.08.2008, 13:26 Uhr
Volker Zastrow Jahrgang 1958, verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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