Home
http://www.faz.net/-gpf-78xeb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Linkspartei Ehemalige Tennisspielerin Kohde-Kilsch fällt durch

Die ehemalige Tennisspielerin Claudia Kohde-Kilsch wollte für die Linkspartei für die Bundestagswahl kandidieren. Doch den aussichtsreichen Listenplatz hat sie nicht bekommen. Es ist auch eine Niederlage für Oskar Lafontaine.

© dpa Vergrößern Zwei auf dem Wahlparteitag: Oskar Lafontaine und Claudia Kohde-Kilsch

Ihr erstes Finale auf dem politischen Parkett hat Claudia Kohde-Kilsch zwar verloren. Aber die von Oskar Lafontaine geförderte Weltklasse-Tennisspielerin will in der Politik weiter machen: „Halbfinale gewonnen, Endspiel verloren“, kommentierte die 49-Jährige am Sonntag. Kohde-Kilsch ist jetzt zwar Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis Saarbrücken, aber trotz intensiven Werbens ihres Förderers fiel sie bei der Wahl der Spitzenkandidatin durch. Und Platz eins der Landesliste ist der einzige, der im Saarland als sicher für einen Einzug in den Bundestag gilt.

Lafontaine setzte alles auf eine Karte. Führende Genossen hatten ihn nach Informationen aus Parteikreisen gewarnt, so offen für Kohde-Kilsch zu werben. Doch der 69-Jährige ließ sich nicht davon abbringen. Gute Wahlergebnisse seien nach seiner politische Erfahrung nur mit einem bekannten Namen zu erzielen, warb er auf der Mitgliederversammlung in Saarbrücken.

„Buh“-Rufe für Oskar Lafontaine

„Das Entscheidende ist nicht, ob A, B oder C auf Platz eins ist. Das Entscheidende ist, wie wir die Stimmen der Partei „Der Linken“ hier an der Saar nach oben bringen.“ Er werbe für ein „bestimmtes Wahlkampfkampfkonzept“ und nicht für eine bestimmte Person, betonte Lafontaine. Aber „Claudia“ sei als frühere Tennisspielerin im Saarland noch vielen bekannt.

Gleichzeitig kanzelte Lafontaine Kohde-Kilschs Konkurrenten, den Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze, - „nicht gerade ein Wahlkampfmagnet“ - ab. Er warf ihm Versäumnisse bei der Organisation des voll auf „Oskar“ getrimmten Landtagswahlkampfes im vergangenen Jahr vor. In seiner Rede erntete Oskar „Buh“-Rufe aus den Reihen seiner eigenen Partei - wohl eine ganz neue Erfahrung.

Mehr zum Thema

Bei der Aufstellung der Landesliste herrschte reger Andrang. Statt der erwartenden 400 waren 562 der gut 2300 Saar-Genossen zur Landesmitgliederversammlung gekommen. Zusätzliche Stühle mussten in der Halle aufgestellt werden, der Veranstaltungsbeginn verzögerte sich. Dann warfen gleich sechs Kandidaten ihren Ring in den Hut. Vorstellung der Kandidaten, Nachfragen und Wahl von Platz eins zogen sich drei Stunden hin. Am Ende kam es zur Stichwahl zwischen Lutze und seiner Bundestagskollegin Yvonne Ploetz. Die 28-Jährige setzte sich knapp durch. Sie hatte sich mit einer spritzigen Rede („Armut ist doof“) empfohlen.

Kohde-Kilsch versicherte, trotz der kurzen Erfahrung in der Partei werde sie sich mit „Herzblut“ als Quereinsteigerin weiter für die Sache der Linken engagieren und für die Sozialschwachen kämpfen: „Das habe ich im Sport gelernt.“

Quelle: FAZ.net / dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Justizminister Heiko Maas Datensammler wider Willen

Justizminister Maas hatte einen Kampfauftrag: Er sollte sich um die Freiheit und die Bürgerrechte kümmern. Nun muss er ein Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung vorlegen, das er nie gewollt hat. Mehr Von Eckart Lohse, Berlin

15.04.2015, 22:59 Uhr | Politik
Thüringen Ramelow erster linker Ministerpräsident

Nach dem zweiten Wahlgang ist der Linken-Politiker Bodo Ramelow in Thüringen zum bundesweit ersten Regierungschef der Linkspartei gewählt worden. 46 Abgeordnete haben für den 58-Jährigen gestimmt. Mehr

05.12.2014, 12:15 Uhr | Politik
Investieren in Landwirtschaft Rin in die Kartoffeln

In der solidarischen Landwirtschaft zahlen die Teilnehmer dem Bauern einen Monatsbetrag, um den Betrieb zu finanzieren. Im Gegenzug bekommen die Genossen die komplette Erntemenge ausgeschüttet. Mehr

21.04.2015, 14:03 Uhr | Finanzen
Thüringen Nach 67 Tagen steht Rot-Rot-Grüne Koalition

In Erfurt ist unter der Führung der Linkspartei der erste Rot-Rot-Grüne Koalitionsvertrag vorgestellt worden. Es sei auf Augenhöhe verhandelt worden. Mehr

20.11.2014, 15:25 Uhr | Politik
Lokführer-Ausstand Twitter-Nutzer nehmen Bahnstreik mit Humor

Während die Lokführer heute streiken, gibt es bei Twitter keine Ausfälle. Die Reaktionen auf die Forderungen sind gemischt. Nutzer zeigen sich genervt, aber auch solidarisch - und immer mit viel Humor. Mehr

22.04.2015, 16:37 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 05.05.2013, 21:31 Uhr

Das wachsende Kindergeld

Von Florentine Fritzen

Die Politik kann Eltern und Kindern den Alltag erleichtern. Aber die Erfahrung lehrt: Der Staat gründet keine Familien. Mehr 9 8