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Linkspartei : Ehemalige Tennisspielerin Kohde-Kilsch fällt durch

  • Aktualisiert am

Zwei auf dem Wahlparteitag: Oskar Lafontaine und Claudia Kohde-Kilsch Bild: dpa

Die ehemalige Tennisspielerin Claudia Kohde-Kilsch wollte für die Linkspartei für die Bundestagswahl kandidieren. Doch den aussichtsreichen Listenplatz hat sie nicht bekommen. Es ist auch eine Niederlage für Oskar Lafontaine.

          Ihr erstes Finale auf dem politischen Parkett hat Claudia Kohde-Kilsch zwar verloren. Aber die von Oskar Lafontaine geförderte Weltklasse-Tennisspielerin will in der Politik weiter machen: „Halbfinale gewonnen, Endspiel verloren“, kommentierte die 49-Jährige am Sonntag. Kohde-Kilsch ist jetzt zwar Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis Saarbrücken, aber trotz intensiven Werbens ihres Förderers fiel sie bei der Wahl der Spitzenkandidatin durch. Und Platz eins der Landesliste ist der einzige, der im Saarland als sicher für einen Einzug in den Bundestag gilt.

          Lafontaine setzte alles auf eine Karte. Führende Genossen hatten ihn nach Informationen aus Parteikreisen gewarnt, so offen für Kohde-Kilsch zu werben. Doch der 69-Jährige ließ sich nicht davon abbringen. Gute Wahlergebnisse seien nach seiner politische Erfahrung nur mit einem bekannten Namen zu erzielen, warb er auf der Mitgliederversammlung in Saarbrücken.

          „Buh“-Rufe für Oskar Lafontaine

          „Das Entscheidende ist nicht, ob A, B oder C auf Platz eins ist. Das Entscheidende ist, wie wir die Stimmen der Partei „Der Linken“ hier an der Saar nach oben bringen.“ Er werbe für ein „bestimmtes Wahlkampfkampfkonzept“ und nicht für eine bestimmte Person, betonte Lafontaine. Aber „Claudia“ sei als frühere Tennisspielerin im Saarland noch vielen bekannt.

          Gleichzeitig kanzelte Lafontaine Kohde-Kilschs Konkurrenten, den Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze, - „nicht gerade ein Wahlkampfmagnet“ - ab. Er warf ihm Versäumnisse bei der Organisation des voll auf „Oskar“ getrimmten Landtagswahlkampfes im vergangenen Jahr vor. In seiner Rede erntete Oskar „Buh“-Rufe aus den Reihen seiner eigenen Partei - wohl eine ganz neue Erfahrung.

          Bei der Aufstellung der Landesliste herrschte reger Andrang. Statt der erwartenden 400 waren 562 der gut 2300 Saar-Genossen zur Landesmitgliederversammlung gekommen. Zusätzliche Stühle mussten in der Halle aufgestellt werden, der Veranstaltungsbeginn verzögerte sich. Dann warfen gleich sechs Kandidaten ihren Ring in den Hut. Vorstellung der Kandidaten, Nachfragen und Wahl von Platz eins zogen sich drei Stunden hin. Am Ende kam es zur Stichwahl zwischen Lutze und seiner Bundestagskollegin Yvonne Ploetz. Die 28-Jährige setzte sich knapp durch. Sie hatte sich mit einer spritzigen Rede („Armut ist doof“) empfohlen.

          Kohde-Kilsch versicherte, trotz der kurzen Erfahrung in der Partei werde sie sich mit „Herzblut“ als Quereinsteigerin weiter für die Sache der Linken engagieren und für die Sozialschwachen kämpfen: „Das habe ich im Sport gelernt.“

          Quelle: FAZ.net / dpa

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