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Veröffentlicht: 22.10.2014, 16:26 Uhr

Lehrpläne Aufklärung oder Anleitung zum Sex?

Die Sexualpädagogik in den neuen Lehrplänen einiger Bundesländer ist geeignet, den Kindesmissbrauch zu fördern. Die gesamte Gesellschaft soll umerzogen werden. Ein Gastbeitrag.

von Martin Voigt
© dpa Demonstration gegen den grün-roten Bildungsplan 2015 im April in Stuttgart

„Mama, ich hab eine komische Hausaufgabe, ich soll mir ein Kondom kaufen.“ Marie ist 12 und besucht die sechste Klasse einer Realschule. Ein Elternbrief erklärt: Das studentische Präventionsprojekt „Mit Sicherheit verliebt“ übernimmt die Aufklärungsarbeit im Biologieunterricht. Erstes Lernziel: „Am Kauf von Verhütungsmitteln ist nichts Peinliches.“

Nun ja. Als Marie am nächsten Tag nach Hause kommt, erzählt sie, dass sie das Kondom jetzt immer dabeihaben soll, denn es wäre ja schade, wenn der spontane Spaß am fehlenden Kondom scheitern würde, hätten die Studenten gesagt. Maries Mutter stellt sich die Frage, was die Anleitung zum One-Night-Stand noch mit Sexualkunde zu tun hat.

An moderner Sexualaufklärung, die weit über den Sexualkundeunterricht vergangener Jahre hinausgeht, scheiden sich die Geister, denn hier zeigt sich, wie die nächste Generation leben soll. Klare Ziele hat die „Sexualpädagogik der Vielfalt“, die in den Lehrplänen einiger Bundesländer als Querschnittsthema verankert ist. Eine Forderung lautet, die sogenannte „Heteronormativität“ unserer Gesellschaft zu überwinden, weil sonst gleichgeschlechtlich fühlende Kinder in ihrer Entwicklung Schaden nehmen könnten.

Vater/Mutter/Kind? Fehlanzeige!

Das Lernziel (Beispiel Berlin) für die fünfte und sechste Jahrgangsstufe heißt: „Liebe, Freundschaft und Sexualität in hetero-, homo-, trans- und bisexuellen Lebensformen“. Wer Bedenken äußert und sogar am traditionellen Familienbild in Schulbüchern festhalten will, gilt schnell als homophob. Familie ist schließlich überall, „wo Menschen füreinander partnerschaftliche Verantwortung übernehmen“, so die Bundesfamilienministerin. Ganz auf Linie ist da der Münchner Familienpass 2014, mit dem Familien billiger ins Freibad kommen. Zu sehen sind auf der Broschüre glücklich lächelnd Vater/Vater/Kind und Mutter/Mutter/Kind. Und Vater/Mutter/Kind? Fehlanzeige.

Geht es um Antidiskriminierung oder eher darum, die Kernfamilie mit heterosexuellen Eltern und leiblichen Kindern zu „entnaturalisieren“, wie es im Aufsatz „Gender Mainstreaming im Kontext einer Sexualpädagogik der Vielfalt“ heißt (2001, Online Forum Sexualaufklärung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)?

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Der Verfasser ist Uwe Sielert, Professor für Sozialpädagogik an der Universität Kiel, Mitbegründer der Gesellschaft für Sexualpädagogik (GSP) und ihr Vordenker. Er hat auch in der Ad-hoc-Kommission „Sexualethik“ der Evangelischen Kirche in Deutschland mitgearbeitet. „Eine ernstzunehmende Erziehungswissenschaft muss die Dominanzkultur zunächst in Frage stellen, um dann langsam menschenfreundliche und das Individuum berücksichtigende Inhalte zu konstruieren, die dann eben parlamentarisch auch eine Mehrheit kriegen müssen, um in die schulischen Curricula zu kommen“, meint Sielert.

Vom ersten Bilderbuch bis zum Abitur soll die Vorstellung von Vater/Mutter/Kind „entnormalisiert“ werden. Über eine Online-Petition des Realschullehrers Gabriel Stängle gegen den grün-roten Bildungsplan in Baden-Württemberg erfahren viele Eltern das erste Mal davon, dass sich hinter der angeblichen Sensibilisierung für vielfältige Lebensformen Frühsexualisierung und Umerziehung verbergen.

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