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Landtag in Brandenburg Die andere Baustelle

Nicht nur am Berliner Flughafen, auch auf der Baustelle des neuen Potsdamer Landtags hat Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck mit Problemen zu kämpfen. Den Spott darüber nimmt er sportlich.

© dpa Vergrößern „Kabelbündel habe ich lieben gelernt“: Matthias Platzeck auf der Baustelle des Potsdamer Landtags

Für Matthias Platzeck (SPD) ist der Potsdamer Landtag in diesen Tagen „die andere Baustelle“. Noch so eine Baustelle mit überschaubaren Schwierigkeiten, für die er als Brandenburger Ministerpräsident aber nur am Rande zuständig ist. Für andere gehört der Neubau - Grundsteinlegung war vor zwei Jahren - in die Reihe öffentlicher Bauten, die später fertig werden als gedacht und die um etliches teurer werden als veranschlagt (120 Millionen Euro).

Mechthild Küpper Folgen:  

Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov (Linkspartei) zeigte sich während der gemeinsamen Besichtigung am Montag betont freundlich gegenüber dem Bauleiter. Geduldig wiederholte er seinen Satz: „Ich habe immer gesagt, dass eine Übergabe 2013 möglich ist.“ Das nennt der Architekt Peter Kulka „echt sportlich“. Geplant war der Einzug des Parlaments für Ende 2012. Alles Weitere entscheidet ohnehin ein Schiedsverfahren, das beide Partner dieser „Public Private Partnership“ eingeleitet haben. Wenn alles gutgeht, wissen die Partner im Frühling, wer was von den etwa 18 Millionen Euro Mehrkosten bezahlen soll und wann seriös Termine festgesetzt werden können. Dann sollen auch die Gerüste an den Außenfassaden fallen, und alle Passanten, so hoffen die Politiker, könnten dann entdecken, dass der Landtag mit seiner historischen Fassade eine Bereicherung für Potsdam ist und keine Rückkehr zum „Feudalismus“, wie Kritiker glauben.

„Außen historisch, innen hochmodern“

Platzeck und Markov, der die Bauherrenrolle spielt, besuchen am Montag das Büro des Ministerpräsidenten und den Plenarsaal, sie sehen ein reguläres Abgeordnetenbüro mit rotem Teppich, weißen Wänden, hohen Decken und Fenstern und ein Treppenhaus. Dass alle groben Witze während dieses Besuchs auf seine Kosten als neuer Aufsichtsratsvorsitzender des unfertigen Flughafens BER gehen, nimmt Platzeck sportlich. Bei jeder Gelegenheit setzt er den Landtag von der schlimmen Baustelle ab: „Kabelbündel habe ich lieben gelernt“, sagt er auf das entsprechende Stichwort, und: „Mit Terminen bin ich sehr vorsichtig geworden.“

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Für Platzeck, den Potsdamer, der in seiner politischen Laufbahn auch mal Oberbürgermeister von Potsdam war, ist der Neubau eine späte Genugtuung: Wie schön sei es doch, dass der Landtag „in der Mitte der Stadt“ stehe. Jetzt könne man schon sehen, „wie schön es wird“. Seine „Vorfreude“ sei durch den Baustellenbesuch gestiegen, sagt er. Auch Markov lobt den neuen Landtag: „von außen historisch, von innen hochmodern“. Die Landesfarben Rot und Weiß prägen die Inneneinrichtung. Der Ministerpräsident wird von seinem Büro aus die schöne, historische Seite der Stadt sehen, mit Nikolaikirche und Altem Rathaus. Die 88 Abgeordneten aber haben im Plenarsaal das 17 Stockwerke hohe Hotel aus DDR-Zeiten direkt vor Augen, das, so hoffen viele, diese Konfrontation nicht lange überdauern wird.

Eine Bitte an die Politiker äußerte der Bauleiter: Man arbeite emsig. Aber wenn aus der Fertigstellung etwas werden solle, dann: „Bitte, keine Änderungen mehr!“ Auf 80 Uhren, berichtet ein Abgeordneter nach der Besichtigung, habe man aus Gründen der Sparsamkeit verzichtet.

Quelle: F.A.Z.

 
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